Für Heinz Schaden ist die Pendlermaut fix

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Heinz Schaden will die Pendlermaut unbedingt durchsetzen.
Heinz Schaden will die Pendlermaut unbedingt durchsetzen. - © APA/BARBARA GINDL
Keinen Kompromiss will die Stadt Salzburg in der Causa Pendlermaut mit dem Land eingehen. Einen Verkehrsgipfel zwischen den zuständigen Vertretern soll es nur geben, wenn klare Konzepte auf dem Tisch liegen, betont Bürgermeister Heinz Schaden am Freitag. Geht es nach ihm, werden die Verkehrsprobleme der Stadt wesentlich in der Region verursacht.  

„Wir bleiben bei unserem Plan, für die Stadt Salzburg ein flächendeckendes Parksystem einzuführen. Nur so kann der Parkdruck durch Pendler reduziert werden“ – das stellen Bürgermeister Heinz Schaden und Planungsstadtrat Johann Padutsch nach der Ankündigung des Landes auf einen weiteren „Verkehrsgipfel“ klar.

Bessere Öffis im Zentralraum

Dieser Gipfel hat erst dann Sinn, wenn seitens des Landes klare zusätzliche und beschlossene Projekte auf dem Tisch liegen, die die ÖV-Situation im Zentralraum verbessern, fügt Bürgermeister Schaden an. Denn ein Verkehrsgipfel, dessen einziges Ziel es ist, das flächendeckende Parksystem in der Stadt zu verhindern, sei vergeudete Zeit, stellt Schaden klar.

„Region für Verkehrsproblem der Stadt verantwortlich“

Denn die Verkehrsprobleme der Stadt Salzburg werden ganz wesentlich in der Region verursacht und würden ja auch dort tagtäglich ihre Stau-Auswirkungen zeitigen. Die Stadt Salzburg ist dabei, zur Verbesserung der ÖV-Situation ihre „Hausaufgaben“ zu erledigen. Alle weiterreichenden Schritte in der Region müssten aber vom Land und den Gemeinden gesetzt werden. Diese Verantwortungen gelte es, verstärkt, rasch und entschlossen wahrzunehmen. Die Einführung eines flächendeckenden Parksystems in der Stadt Salzburg dient auch dem Ziel, hier zusätzliche Dynamik zu erzeugen. „Für eine erste Analyse der Problematik würde es reichen, jeden Morgen kurz nach halb acht den Verkehrsfunk im Radio abzuhören“, rät Schaden.

Die Dynamik einer Region wie der Zentralraum rund um die Landeshauptstadt würde sich auch in intensiven Verkehrsströmen manifestieren, „insofern sind uns die Pendlerinnen und Pendler selbstverständlich und herzlich willkommen“, stellen Schaden und Padutsch klar. Niemand würde gern im Stau stehen und umständlich nach einem Parkplatz suchen. Ein stark verbessertes und preislich attraktives ÖV-Angebot müsse daher auch im Sinne der Pendler rasch umgesetzt werden. Diese Verbesserungen sollten auf der Agenda eines Verkehrsgipfels stehen. „Daran würden wir sehr gerne teilnehmen“, meinen Schaden und Padutsch. Die Stadt Salzburg sei sehr gerne bereit, ihren Beitrag bei der Verknüpfung zusätzlicher ÖV-Angebote aus der Region ins Stadt-Verkehrsnetz zu leisten.

Pendlermaut am Dienstag beschlossen

Wie berichtet, wurde die Pendlermaut am Dienstag dieser Woche mit den Stimmen der SPÖ und der Bürgerliste beschlossen. Damit will die Stadt eine flächendeckende gebührenpflichtige Parkzone einführen und so die täglich rund 60.000 Berufspendler aus dem Umland zum Umstieg auf die Öffis animieren.

Die neue Parkzone soll ab 2018 schrittweise vor allem in den belasteten Stadtteilen eingeführt werden. Als “Hotspots” nannte Planungsstadtrat Johann Padutsch zuletzt die Wohngebiete entlang der großen Einfallsstraßen in Salzburg-Süd oder im Stadtteil Gnigl, wo der Parkdruck besonders hoch sei. Bis zum Ende der Funktionsperiode des Gemeinderats im Frühjahr 2019 soll die neue Regelung flächendeckend umgesetzt werden.

Die Stadt-ÖVP stellt sich gegen die Pläne von SPÖ und Bürgerliste. Auch das Land Salzburg ist alles andere als begeistert. Ob die Stadt Salzburg das Land für seine Idee braucht oder nicht, ist noch fraglich. Die Rechtssituation werde von der Magistratsdirektion geprüft, so Schaden vor zwei Wochen.  Für Schaden und Padutsch ist jedenfalls schon jetzt klar: „Das flächendeckende Parksystem kommt.“

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