Für ihre Kinder ins KZ: Salzburger Mutter bekommt Stolperstein

Eine weiterer Stolperstein wie dieser wird am Samstag in Salzburg verlegt.
Eine weiterer Stolperstein wie dieser wird am Samstag in Salzburg verlegt. - © Stadt Salzburg/Killer/Archivbild
Sie dienen der Erinnerung jener Salzburger, die Opfer des Nazi-Regimes wurden: die Stolpersteine. Derzeit gibt es in der Stadt Salzburg insgesamt 388, nun kommen 27 weiter hinzu. Unter anderem am Samstag jener von Friederike Schmidberger, die für ihre Kinder ins KZ ging – und ihnen so wohl das Leben rettete.

Es war der letzte so genannte„Judentransport“, der am 14. Februar 1945 in Salzburg stattfand. Unter den Deportierten befanden sich die damals sechsjährige Berta und ihr neunjähriger Bruder Stanislaus. Den Kindern war zum Verhängnis geworden, dass sie aus einem außerehelichen Verhältnis ihrer katholischen Mutter Friederike Schmidberger mit einem Mann jüdischer Abstammung hervorgegangen waren.

Kinder mit Mutter ins KZ deportiert

Als das Nazi-Regime das herausfand, verlor Friederike Schmidberger, in Vigaun bei Hallein geboren, ihre Arbeit im Reservelazarett Hallein. Ihre Kinder, die offiziell ohne religiösem Bekenntnis waren, galten plötzlich als Juden und – durch die Entlassung ihrer Mutter – als Sozialfälle, die „evakuiert“ werden mussten. Am 14. Februar 1945 – und damit wenige Monate vor Ende der Nazi-Herrschaft und Ende des Zweiten Weltkrieges – wurden fünf Frauen und zwei Kinder aus Salzburg vom Polizeigefängnis am Rudolfsplatz ins KZ Theresienstadt überführt. Unter ihnen: Berta und Stanislaus – und ihre Mutter Friederike, die ihre Kinder nicht im Stich lassen wollte.

Stolperstein wird am Samstag verlegt

Berta und Stanislaus überlebten das KZ nicht zuletzt dank ihrer Mutter und konnten im Juli 1945 – allerdings schwer traumatisiert – nach Salzburg zurückkehren. Frau Schmidberger und ihre beiden Kinder, die im Jahr 1948 beim Amt der Salzburger Landesregierung um Opferfürsorge ansuchten, wurden erst gegen Ende 1952 als “Opfer der politischen Verfolgung” anerkannt. Nun erhält Friederike Schmidberger einen Stolperstein. Dieser wird am Samstag, dem 4. August, um 10 Uhr am Rudolfsplatz verlegt.

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