Für Kanadas Premier ist CETA erst der “Anfang”

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Justin Trudeau will engere Zusammenarbeit
Justin Trudeau will engere Zusammenarbeit - © APA (AFP)
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sieht im Freihandelsabkommen CETA zwischen der EU und seinem Land eine “Blaupause” für weitere Verträge. Dafür müsse der Vertrag aber auch funktionieren, sagte Trudeau am Donnerstag bei einer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg. Andernfalls könnte CETA “das letzte Abkommen für Freihandel” sein.

Die 2009 begonnenen und im vergangenen Jahr abgeschlossenen Verhandlungen umschrieb Trudeau als “langwierig”. “Es war nicht einfach, es ging hin und her.” Dadurch sei es jedoch gelungen, ein “ehrgeiziges” Abkommen zu schließen. Es sei “viel leichter, auf Probleme zu verweisen, als sie zu lösen” und “viel schwieriger, etwas aufzubauen als abzureißen”. Mit dem Freihandelsvertrag hätten beide Seiten “etwas aufgebaut”. CETA sei ein “Meilenstein”.

Mit dem Abkommen fallen nach Angaben der EU-Kommission 99 Prozent der Zölle. Trudeau warb damit, dass “warme Winterstiefel aus Manitova” nun “wesentlich preiswerter” für Verbraucher in der EU erhältlich seien – “wenn sie sie denn wollen”. Trudeau verwies aber auch auf Chancen für junge Unternehmen und neue Produkte, denen durch das Abkommen nun Türen geöffnet würden.

Für den Premierminister stand aber im Mittelpunkt, dass der Freihandel zwischen der EU und Kanada das “Leben der Menschen verbessere” – durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, Nachhaltigkeit und sichere Lebensmittel in einer “globalen Wirtschaft, die sich ständig entwickelt”. Die Ratifizierung von CETA sei “nur der Anfang für Kanada und die EU”, betonte Trudeau. “Das Beste wird noch kommen.”

Das Europaparlament hatte am Mittwoch grünes Licht für CETA gegeben. Damit können die EU-Staaten nun Teile des Vertrags vorläufig in Kraft setzen. Endgültig kann das Abkommen erst in Kraft treten, nachdem es von 38 nationalen und regionalen Parlamenten in den EU-Staaten ratifiziert wurde. Dieses Verfahren kann mehrere Jahre dauern. Der Ausgang ist ungewiss, weil es in einigen Mitgliedsländern Widerstand gibt.

(APA/dpa)

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