Garbine Muguruza erstmals Wimbledon-Siegerin

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Muguruza hatte wenig Mühe mit Williams
Muguruza hatte wenig Mühe mit Williams - © APA (AFP)
Es war erst ihr vierter Turniersieg, doch schon der zweite Major-Sieg: Garbine Muguruza hat sich am Samstag wohl endgültig einen Platz in der Tennis-Historie erspielt. Die 23-jährige Spanierin holte nach den French Open im Vorjahr nun als erst zweite Spanierin nach Conchita Martinez den prestigereichen Wimbledonsieg. Sie besiegte Venus Williams (USA-11) mit 7:5,6:0 in nur 77 Minuten.

Das märchenhafte Comeback von Venus Williams im Endspiel an der Church Road erhielt damit kein Happy End. Die bereits 37-jährige Williams hatte schon im vergangenen Jänner das Finale der Australian Open erreicht und zelebriert nach einer Autoimmunerkrankung ihr bestes Jahr seit langer Zeit. 20 Jahre nach ihrem ersten Auftritt in Wimbledon fehlte Williams nur noch ein Sieg zum sechsten Wimbledon-Titel.

Und zu Beginn hatte es Williams durchaus in der Hand, zur ältesten Wimbledonsiegerin der Profi-Ära zu werden. Die ältere Schwester von Titelverteidigerin Serena, die dieses Jahr wegen ihrer Schwangerschaft nur aus der Ferne zuschaute, fand im ausgeglichenen ersten Satz bei 5:4 zwei Bälle zur 1:0-Satzführung vor. Doch als Muguruza diese abwehrte, entglitt Williams das Match völlig. Sie sollte überhaupt kein Game mehr machen. Das Finale geriet vom guten Schlagabtausch im ersten Satz zum einseitigen, letztlich klaren Sieg für Muguruza.

Muguruza durfte sich über einen Siegerscheck in Höhe von 2,2 Mio. Pfund (2,50 Mio. Euro) sowie die Rückkehr in die Top 5 freuen. Sie wird sich vom 15. Platz auf Position fünf verbessern. Ihre 14 Jahre ältere Kontrahentin aus den USA erhält die Hälfte (jeweils brutto) und verbessert sich um zwei Ränge zurück in die Top Ten auf Platz neun.

Eine Hawk-eye-Entscheidung entschied das Match zugunsten der Spanierin, der u.a. auch der frühere spanische König Juan Carlos zusah, als sie vor Glück auf die Knie sank. “Es fühlt sich unglaublich an, hier gegen Venus gespielt zu haben. Ich habe immer davon geträumt, hier zu gewinnen. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe”, sagte Muguruza mit dem silbernen Siegesteller, der “Venus Rosewater Dish”, in den Händen und grüßte ihren abwesenden Trainer Sam Sumyk mit den Worten: “Hier ist sie.”

Das Match hatte übrigens erstmals seit dem Umbau des Center Courts (2009) wegen anhaltenden Regens unter geschlossenem Dach ausgetragen werden müssen. “Ich weiß, wie hart du arbeitest. Gratuliere, du hast toll gespielt”, meinte Venus Williams sportlich fair und grüßte auch ihre abwesende Schwester.

Serena Williams hatte Muguruza vor zwei Jahren im Endspiel im Tennis-“Mekka” noch besiegt. “Sie hat mir damals gesagt, dass ich hier noch einmal gewinnen werde und hier stehe ich nun zwei Jahre später”, freute sich Muguruza, die in Venezuela geboren ist.

Williams vergab hingegen vielleicht eine ihrer letzten Chancen, bei einem Grand-Slam-Turnier noch einmal zuzuschlagen. Andererseits steht sie nach Wimbledon im Race für Singapore auf dem starken dritten Rang auf und noch stehen die US Open, ihr Heimturnier an.

Dennoch kann sich Williams auch wegen der äußerst schwierigen Voraussetzungen vor dem Turnier als Siegerin fühlen: Der US-Star war rund drei Wochen vor Wimbledon in Florida in einen schweren Autounfall verwickelt. Bei dem Unglück war ein 78-jähriger Fahrer so schwer verletzt worden, dass dieser zu Turnierbeginn verstorben ist. Zunächst war auch die Schuldfrage nicht geklärt, ehe Williams von allem Verdacht freigesprochen wurde. Nach ihrem Erstrundensieg hatte sie ihre Pressekonferenz nach einer Frage zu dem Unglück tränenüberströmt unterbrechen müssen.

Die Freude über ihren zweiten Sieg bei einem Major-Turnier war bei Garbine Muguruza naturgemäß groß. Dass sie nach Serena Williams bei den French Open 2016 diesmal gegen deren ältere Schwester Venus erfolgreich geblieben war, vergrößerte ihre Freude noch. “Ich habe früher oft zugesehen, wenn die Williams-Schwestern Titeln gewonnen haben. Das hat mich tief beeindruckt”, gab Muguruza zu Protokoll.

“Sich heute mit jenen messen zu können, die man bewundert, ist großartig. Noch besser ist es, sie zu besiegen”, hob die 23-Jährige den Sonderstatus zwei der wohl prägendsten Figuren in der jüngeren Geschichte des Damen-Tennis hervor. Dass es ausgerechnet auf Gras zu ihrem zweiten großen Titel kommt, hätte sich die Spanierin lange Zeit nicht träumen lassen. “Ursprünglich wollte ich Rasen überhaupt nicht, aber dass ich 2015 hier ins Finale eingezogen bin, hat alles verändert.”

Deutlich wortkarger gab sich ihre unterlegene Kontrahentin. “Ich muss zugeben, dass sie heute besser war und verdient gewonnen hat”, sagte die US-Amerikanerin. Ihre Bilanz fiel durchwachsen aus. “Ich hatte zwei gute Wochen, aber ich will mich nicht damit zufriedengeben, nur im Finale zu stehen”, konnte die 37-Jährige ihre Enttäuschung nicht verbergen. Abschließend schickte sie noch eine Kampfansage an die Konkurrenz. “Ich war heuer schon mehrfach in der Lage, große Titel zu gewinnen, auf diesem Level will ich mich halten. Ich denke, dass ich das schaffen kann.”

(APA)

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