Gaza-Geberkonferenz sammelte mehr als vier Milliarden Euro

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Rund 30 Außenminister fanden sich am Sonntag in Kairo bei der Gaza-Geberkonferenz ein.
Rund 30 Außenminister fanden sich am Sonntag in Kairo bei der Gaza-Geberkonferenz ein. - © EPA
Die internationale Gemeinschaft hat bei einer Geberkonferenz in Kairo rund 5,4 Milliarden Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) für den Aufbau des kriegszerstörten Gazastreifens zugesagt.

Das teilte der norwegische Außenminister Borge Brende zum Abschluss der von Ägypten und Norwegen initiierten Tagung mit.

Gelder zur Beseitigung der Schäden

An der Konferenz nahmen rund 30 Außenminister sowie regionale und internationale Organisationen teil, Österreich war durch seinen Botschafter in Kairo, Ferdinand Maultaschl, vertreten. Die Gelder werden zur Beseitigung der schweren Schäden benötigt, die der jüngste Gaza-Krieg hinterlassen hat. Die Finanzversprechen übersteigen den Betrag, der laut dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas für den Wiederaufbau von Gaza erforderlich ist. Abbas bezifferte die Wiederaufbaukosten auf insgesamt rund vier Milliarden Dollar.

EU stellt 450 Millionen Euro

Insgesamt 450 Millionen Euro will die EU bereitstellen, wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Sonntag sagte. Die USA geben nach Angaben von Außenminister John Kerry 212 Millionen US-Dollar (rund 168 Millionen Euro). Mit einer Milliarde US-Dollar (rund 792 Millionen Euro) bringt das Emirat Katar die größte Einzelspende auf.

 

Israel griff 5.000 Ziele an

Israel hatte im Juli und August mehr als 5.000 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen, um den Raketenbeschuss der islamistischen Hamas einzudämmen. Militante Palästinenser feuerten 4500 Raketen auf Israel ab. Mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden in dem 50-tägigen Krieg getötet. 18.000 Häuser wurden nach Angaben der UNO-Nothilfeorganisation OCHA zerstört oder beschädigt.

Konferenz ohne Israel und Hamas

Die beiden Kriegsparteien Israel und die Hamas waren nicht zur Konferenz eingeladen. Lediglich die Autonomiebehörde unter Führung von Präsident Abbas war in Kairo. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman sagte, dass eine “Reparatur der zivilen Infrastruktur” auch im israelischen Interesse liege. Allerdings müssten die Autonomiebehörde und internationale Beobachter dafür sorgen, dass das Material nicht von Extremisten abgezweigt werde.

6,5 Mio. Euro von Österreich

Deutschland steuert – zusätzlich zu seiner Beteiligung an den EU-Geldern – weitere 50 Millionen Euro bilaterale Hilfe bei. Im Außenministerium war am Sonntag nicht in Erfahrung zu bringen, ob sich auch Österreich zusätzlich zur EU-Hilfe an den Wiederaufbaukosten beteiligt. In einer Aussendung hatte das Ministerium am Sonntag in der Früh mitgeteilt, dass heuer und nächstes Jahr 6,5 Millionen Euro an österreichischer Entwicklungshilfe in die palästinensischen Gebiete fließen werden.

Al-Sisi nimmt Israel in die Pflicht

Der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi hatte in seiner Eröffnungsrede insbesondere Israel in die Pflicht genommen: “Ich appelliere an das israelische Volk und seine Regierung, es ist Zeit, den Konflikt endlich zu beenden.” Lieberman sagte dazu im Internetportal ynet, Friedensgespräche seien “vergebliche Mühe”, wenn es dabei nur um die palästinensischen Forderungen gehe. UNO-Generalsekretär Ban kündigte in Kairo an, am Montag zu Gesprächen nach Israel und Palästina reisen zu wollen. (APA)

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