Gedenkveranstaltung für Roma und Sinti im Burgenland

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Duzdar warnte vor Spaltungstendenzen in der Gesellschaft
Duzdar warnte vor Spaltungstendenzen in der Gesellschaft - © APA
In Lackenbach im Burgenland ist am Samstag der während der NS-Herrschaft verschleppten und ermordeten Roma und Sinti gedacht worden. “Es ist unsere Verantwortung, daran zu erinnern, welches Unrecht unter dem NS-Regime in Österreich geschehen ist und es ist unsere Aufgabe zu mahnen, dass so etwas niemals wieder geschehen darf”, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ).

Duzdar erinnerte bei dem alljährlich von der Landesregierung und dem Kulturverein Österreichischer Roma veranstalteten Gedenkakt daran, dass in Lackenbach Roma und Sinti ab 1940 unter unmenschlichen Bedingungen interniert wurden: “Von den rund 4.000 hier festgehaltenen Menschen erlebten nur 300 bis 400 die Befreiung des Lagers im Jahr 1945. Von insgesamt 11.000 Roma und Sinti, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Österreich lebten, haben nicht einmal 3.000 den Holocaust überlebt.”

Es gelte, davor zu warnen, “was passiert, wenn die Gesellschaft gespalten ist und das Gegeneinander im Mittelpunkt steht.” Auch heute seien wieder Tendenzen der Spaltung erkennbar, und zwar die Trennung zwischen Arm und Reich und zwischen den Menschen, die schon lange in Österreich leben und solchen, die neu angekommen seien. “Gegen diese Trennung muss das Gemeinsame stehen, ebenso wie die Solidarität und das Aufeinanderzugehen”, betonte Duzdar.

Die Geschichte habe gezeigt, dass Menschen umso verführbarer seien, je größer ihre Angst ist. “Ängste wachsen – je schwächer, je ausgegrenzter, je benachteiligter sich jemand fühlt. Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen muss daher im Mittelpunkt unserer gesellschaftspolitischen Maßnahmen stehen”, sagte die Staatssekretärin. Sie wandte sich auch gegen den Hass in der digitalisierten Welt und verwies auf die von der Regierung gestartete Initiative “Gegen Hass im Netz”.

Duzdar würdigte zudem den im März verstorbenen Kämpfer für die Roma-Rechte, Rudolf Sarközi. Der selbst im Lager in Lackenbach geborene langjährige Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma und erster Vorsitzender des Roma Volksgruppenbeirats habe sich immer vehement für die Anliegen der Volksgruppe eingesetzt. Die Situation der Roma in Österreich habe sich seither verbessert, nun gelte es, diesen positiven Trend weiter zu verstärken.

(APA)

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