Generation U31 ist mit ihrem Wissenstand enorm zufrieden

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Jugendliche im Netz
Jugendliche im Netz - © APA (Symbolbild/dpa)
Die Generation U-31 ist mit ihrem Wissenstand enorm zufrieden, wie eine Studie der Johannes Kepler Universität (JKU) und des IMAS-Instituts zeigt – vielleicht auch deshalb, weil der Wissensdurst nicht ganz oben auf der Agenda der jungen Leute steht: “Lebensziele sind kaum durch die Aspekte der Bildung geprägt”, fasste Meinungsforscher Paul Eiselsberg bei der Präsentation der Ergebnisse zusammen.

Befragt nach ihren zentralen Lebenszielen gaben 62 Prozent soziale Sicherheit an, 59 Prozent gut verdienen und 57 Prozent ein harmonisches Familienleben. Eine solide Ausbildung (29 Prozent) und Neugier (26 Prozent) rangieren im Mittelfeld, lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung (17 Prozent) noch weiter hinten. “Bildung scheint nicht hoch im Kurs zu stehen”, so Eiselsbergs Fazit.

Dennoch ist der Löwenanteil (84 Prozent) mit seinem eigenen Wissensschatz sehr bzw. einigermaßen zufrieden. Nur jeder Zehnte ist mit seinem Know-how nicht glücklich. Eiselsberg erklärt diese Einschätzung mit einer generellen Tendenz der Österreicher, den Status quo für gut zu befinden. Dazu passt auch, dass 22 Prozent der bereits in Beschäftigung stehenden Befragten noch nie eine berufliche Weiterbildung absolviert haben.

Die mit Abstand am häufigsten genannte Erwartung an das Bildungssystem waren kompetente Vortragende (26 Prozent). “94 Prozent der Lehrenden halten sich für ausgezeichnete Lehrende”, zitierte JKU-Rektor Meinhard Lukas aus einer anderen Studie. Auch wenn das Unipersonal offenbar eine ähnlich selbstbewusste Eigeneinschätzung wie die von IMAS befragten jungen Leute hat, so ortet er doch Handlungsbedarf und pocht auf seine “Qualitätsoffensive Lehre”. Man müsse diesem Aspekt bei Berufungsverfahren künftig mehr Bedeutung zumessen.

“Dreh- und Angelpunkt im Bildungssystem sind die Lehrenden”, meint auch Bildungsreferent LHStv. Stelzer (ÖVP). Lukas will daher das Unipersonal “über positive Anreize” dazu bringen, sich pädagogisch weiterzuentwickeln und neue Formate anzueignen. “Es ist eine Herausforderung, dass die meisten Studierenden Digital Natives sind. Das hat auch die Aufmerksamkeitsspannen verändert”, so der Rektor. Eiselsberg erklärte daher den “Wettbewerb zwischen dem YouTube-Star und dem Vortragenden” für eröffnet.

(APA)

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