Geoarchäologe: “Katastrophe am Mondsee” kann sich wiederholen

Der Geologe Alexander Binsteiner bei der Untersuchung des Bergsturzes am Südufer des Mondsees nach dem Windbruch 2008.
Der Geologe Alexander Binsteiner bei der Untersuchung des Bergsturzes am Südufer des Mondsees nach dem Windbruch 2008. - © Binsteiner
Auch wenn der Bergsturz am Mondsee schon 5500 Jahre zurückliegt, kann sich eine Massenbewegung dieses Ausmaßes an der instabilen Störungszone zwischen Mond- und Attersee jederzeit wiederholen, sagt der renommierte Geoarchäologe Alexander Binsteiner. In seinem neuesten Buch geht er detailliert auf die Ereignisse ein, die am Ende der Jungsteinzeit zum Untergang der Pfahlbausiedlung von See am Mondsee führten.

Bei den Recherchen zu seinem neuesten Buch „Homo sapiens auf neuen Wegen“, das am 1. September im bayerischen Bogner Verlag erscheint, stieß Binsteiner auf die Beschreibung des Entdeckers der Mondseekultur Matthäus Much aus dem Jahre 1872. Much beschreibt bei seinen Grabungsarbeiten in der Pfahlbausiedlung, die er mit Stangen von Ruderbooten aus durchführte, eine harte Sedimentschicht mit Gesteinsschutt, die auf der jungsteinzeitlichen Fundschicht lag und die ihn bei der Fundbergung stark behinderte.

Pfahlbauten am Uferbereich des Mondsees

Auch er ging von Anfang an davon aus, dass die Pfahlbauten im Uferbereich des Mondsees an Land errichtet worden waren. Eine Hebung des Wasserspiegels um einige Meter, wodurch die Holzkonstruktionen unter Wasser geraten waren, hielt er nur dann für möglich, wenn zuvor durch Bergstürze, Muren oder Ablagerung von Geröll ein natürlicher Staudamm gebildet worden wäre. Er war zudem der Ansicht, dass aufgrund der außergewöhnlich hohen Zahl von Funden die Siedlung von See wahrscheinlich infolge einer Katastrophe bei plötzlich eintretenden Wasserstandsänderungen unvorhergesehen rasch aufgegeben werden musste.

Zusammen mit diesen unwiederbringlichen Beobachtungen des Entdeckers der Pfahlbauten wird der sogenannte Mondsee-Tsunami zur wissenschaftlichen Realität.

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