Mutmaßlicher Mordfall Roland K.: Verdächtiger (24) legt Geständnis ab

Akt.:
Das Haus des Opfers in der Stadt Salzburg.
Das Haus des Opfers in der Stadt Salzburg. - © Neumayr/MMV/Archiv
Die Ermittlungen rund um den mutmaßlichen Mord an Roland K. haben am Montag einen großen Schritt nach vorne gemacht. Einer der drei inhaftierten Verdächtigen hat ein ausführliches Geständnis abgelegt. Staatsanwältin Barbara Fischer bestätigte auf SALZBURG24-Anfrage einen entsprechenden Bericht der Salzburger Nachrichten (SN) vom Dienstag.

Demnach habe der 24-jährige Musiker aus Obertrum (Flachgau) gestanden, den 63-Jährigen im Juli 2016 getötet zu haben. Auch seine mittlerweile inhaftierte Freundin sei daran beteiligt gewesen. Das Paar soll den Salzburger mit Schlaftabletten, die in weißen Pralinen steckten, betäubt und gefesselt, geknebelt und ihm einen Sack über den Kopf gestülpt haben. Der 29-jährige Gastwirt aus dem Innviertel, der ebenfalls im Frühjahr festgenommen worden ist, soll nicht nur zur Tat angestiftet haben, sondern auch an der Entsorgung der Leiche beteiligt gewesen sein.

Fall Roland K.: Mutmaßliche Tat am 19. Juli 2016

Den Ausführungen des Musikers zufolge sei es am 19. Juli 2016 zu der Tat gekommen. Nach dem 63-Jährigen war in der Folge monatelang gesucht worden. Im Laufe der Ermittlungen nahm die Polizei Ende April 2017 den jungen Flachgauer fest. Er gab schließlich den Hinweis zur Auffindung der Leiche Anfang Mai im Futtertrog eines aufgelassen Schweinestalls im Innviertel. Die Leiche war so stark in Planen und Stoff eingewickelt, dass selbst Leichenspürhunde den Toten nicht rochen. Wenig später wurde auch der Besitzer der Liegenschaft, ein 29-jähriger Gastwirt, festgenommen. Gegen beide wurde Untersuchungshaft verhängt.

Da über dem Kopf des Toten ein eng anliegender Beutel gestülpt war, lag für die Ermittler die Vermutung nahe, dass Roland K. erstickt sein könnte. Der Musiker und der Wirt, die sich in Untersuchungshaft befinden, haben bisher ihre Unschuld beteuert.

In diesem Haus wurde die Leiche gefunden./APA/Daniel Scharinger/Archiv In diesem Haus wurde die Leiche gefunden./APA/Daniel Scharinger/Archiv ©

Brief enttarnt Freundin als mögliche Mittäterin

Ende August 2017 wurde ein Brief an die Freundin des Musikers aufgrund eines Hinweises eines Mithäftlings an die Polizei abgefangen. Ein Freigänger sollte das Schreiben offenbar aus dem Gefängnis schmuggeln. Die Frau wurde ebenfalls in U-Haft genommen, es kam Bewegung in die Causa.

In dem Brief soll der Musiker an seine Freundin geschrieben haben, er habe alles versucht, um sie da herauszuhalten. Er habe die Sache mit den Schlaftabletten dem Wirten untergeschoben. Er habe sie schützen wollen, aber sie müsse weiterhin seine Freundin bleiben, sonst müssten sie beide zehn Jahre ins Gefängnis, wie die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Fischer am Dienstag gegenüber Medienvertretern aus Angaben des 24-Jährigen zitierte.

Motiv: Schulden wegen Kokain-Konsums

Er sei dem Wirten wegen Kokain-Konsums noch 10.000 Euro schuldig geblieben, soll er junge Mann ausgesagt haben. Der Wirt habe ihn gedrängt, er solle ihm endlich das Geld geben und gemeint, er solle doch Roland K. fragen. Weil der 63-Jährige davon nichts wissen wollte, habe der Wirt vorgeschlagen, der Musiker solle ihn, K., doch mit Schlaftabletten betäuben und ausrauben, sagte der 24-Jährige.

Während der Wirt in Ungarn weilte, hätten er und seine Freundin den vermögenden Salzburger am 19. Juli 2016 zu sich nach Hause zu einem Abendessen eingeladen und ihm zum Nachtisch weiße und schwarze Pralinen serviert. Weil er gewusst habe, dass K. weiße Pralinen mochte, habe seine Freundin Schlaftabletten in die Füllung gemischt, erzählte der Musiker.

Betäubten Salzburger in eigenen Keller getragen

Nachdem das Opfer schläfrig geworden sei, hätten sie es in dessen Wagen nach Salzburg gefahren und dort in seinen Keller getragen. Danach hätten sie den Mund des Mannes mit Klebeband zugeklebt, ihn mit Kabelbindern an Händen und Füßen gefesselt und über seinen Kopf einen Beutel für Steiff-Teddybären gestülpt. Als die Freundin zu weinen angefangen habe, seien sie zu sich nach Hause gefahren. Am selben Abend sei er nochmals in die Villa zurückgekehrt. Er habe gesehen, dass K. bereits tot war.

Zwei Tage später, am 21. Juli, habe er die Leiche im Keller der Villa verpackt, in den Wagen des Opfers geladen und sei damit in den Flachgau gefahren, wo er das Fahrzeug in die Tiefgarage seiner Wohnung gestellt habe. Als er den Wirten davon in Kenntnis setzt habe, habe dieser gemeint, er müsse die Leiche verstecken. Nach einigen Tagen sei er ins Innviertel gefahren und habe den Wagen dort in eine Garage gestellt. Der Wirt habe anschließend den Schmuck, Teppiche und Uhren aus der Villa des Salzburgers geräumt, quasi als Entschädigung für die Schulden, die der Musiker bei ihm hatte.

Ausrauben und betäuben, aber nicht töten

Nachdem er seiner Freundin vom Ableben des Salzburgers erzählt habe, wollte auch sie noch aus der Villa etwas holen, erzählte der Musiker am Montag laut Staatsanwaltschaft. Die 20-Jährige habe zwei Teddybären aus dem Haus von K. mitgenommen. Danach hätten er und der Wirt die Leiche im aufgelassenen Schweinestall des Anwesens in Oberösterreich vergraben. Laut dem Musiker soll der Wirt den Plan ausgeheckt und sich ein Alibi verschafft haben, wie die Staatsanwältin berichtete. “Das Geständnis geht dahin gehend, dass sie den Mann nicht töten wollten, sondern betäuben und ausrauben.”

Ermittlungen wegen Mordes und Raubes

Gegen alle drei Verdächtigen sei der Tatverdacht des Mordes aufrecht, sagte Fischer. Nun werde auch noch wegen Raubes ermittelt. Die Angaben des Verdächtigen müssten noch überprüft werden.

Wie Fischer gegenüber SALZBURG24 erläuterte, wollen sich derzeit trotz des Geständnisses weder der 29-Jährige noch die 20-jährige Frau äußern.

(APA/SALZBURG24)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Grundlose Attacke: 39-Jähriger... +++ - Straßenzeitungs-Veteran Georg ... +++ - Feinster Gitarren-Sound bei "R... +++ - Stefanie Millinger: Salzburger... +++ - Ruperti: Ganz Salzburg feiert ... +++ - Schlägereien in Salzburg: Poli... +++ - Motorradfahrer kracht in der S... +++ - L214: Vier Verletzte bei Verke... +++ - VGT-Obmann Balluch wegen Hassp... +++ - Polizei forscht Grödiger als v... +++ - Das war das Burning Animal 201... +++ - Rudolfskai: Gruppenschlägerei ... +++ - Altstadt: Männer versuchen in ... +++ - Sonne sorgt für gute Laune am ... +++ - Zell am See: 31-Jähriger dräng... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen