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Seitdem führt die Abfahrts-Weltmeisterin und Doppel-Olympiasiegerin ein eher zurückgezogenes Leben.
Kronberger feierte ihre großen Erfolge, zu denen auch 16 Weltcup-Siege zählten, innerhalb von nur drei Wintern. Sie debütierte im Dezember 1987 als 18-Jährige im Weltcup. Doch die als Senkrechtstarterin hochgejubelte Pfarrwerfenerin benötigte zunächst noch etwas Zeit. Erst im Dezember 1989 gewann sie erstmals, und zwar in Panorama gleich die Doppelabfahrt. In Kanada wurde damit nicht nur der Grundstein für ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg gelegt, mit dem sie elf Jahre nach Annemarie Moser-Pröll die große Kristall-Kugel wieder nach Österreich holte. In Panorama feierte sie dann im März 1992 auch ihren 16. und letzten Weltcupsieg, in Kanada (Lake Louise) bestritt sie im Dezember 1992 ihr letztes Rennen überhaupt.
Dazwischen lagen drei Saisonen, in denen das sommersprossige und gläubige Bauernmädchen aus dem Pongau die Königin der Skiwelt war. War Kronberger als 19-Jährige bei Olympia 1988 in Calgary (Kanada) und dann als 20-Jährige bei der WM 1989 in Vail (USA) noch leer ausgegangen, eilte sie danach von Erfolg zu Erfolg. Im Dezember 1990 machte sie sich mit dem Sieg im Super-G von Altenmarkt sogar zur ersten Siegerin in allen fünf Disziplinen, einen Monat später hatte sie dieses Kunststück sogar innerhalb einer Saison geschafft. Die Allrounderin war im Winter 1990/1991 so überlegen, dass sie dank ihrer bis dahin acht Saisonsiege schon vor der Heim-Weltmeisterschaft 1991 in Saalbach als neuerliche Weltcup-Gesamtsiegerin praktisch feststand.
Saalbach wurde aber auch zum ersten großen Knackpunkt in der Karriere der bescheidenen Skirennläuferin, die mit dem Rummel um ihre Person oft nur schwer zurechtkam. Sie holte als fünffache Gold-Favoritin zwar den programmierten Abfahrtstitel, stürzte aber dann nach der Zieldurchfahrt im Super-G schwer. Dass sie eine Woche nach dem Renn-Tod ihres Teamkollegen Gernot Reinstadler sofort nach ihren Eltern suchte, war bezeichnend für das junge Mädchen, das dem WM-Schauplatz dann verletzt und vorzeitig den Rücken kehren musste.
Im Winter darauf krönte Kronberger ihre kurze Karriere aber, indem sie im Februar 1992 bei den Olympischen Spielen von Albertville (Frankreich) Gold in Kombination und Slalom holte und zur “Königin der Winterspiele” erklärt wurde. Dieser Erfolg brachte ihr u.a. auch ein Cover (“Petra The Great”) auf dem “Time Magazine” ein.
Im Weltcup schaffte die Salzburgerin in diesem Winter aber nur noch zwei Saisonsiege. Dank eines geänderten Punkteschemas, das auch Plätze weiter hinten belohnte, gewann sie dennoch zum dritten Mal die Weltcup-Gesamtwertung. Die Pongauerin, die stets der Skifirma Blizzard treugeblieben war, wurde auch zum dritten Mal in Folge zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt.
Dennoch hatte Kronberger die abgelaufene Saison bereits als “puren Stress” bezeichnet. Schon am Beginn des Folgewinters 1992/1993 wurde deshalb bald klar, dass die seit einem Jahr liierte Rennläuferin auch aus Sorge um die Gesundheit bereits intensiv über den Skirennsport hinaus denkt. Als auch bei den sieben Überseerennen die Motivation und Freude am Skifahren nicht wiederkehrte, erklärte Kronberger am 28. Dezember 1992 mit nur 23 Jahren spontan ihren Rücktritt.
Und das, obwohl die Doppelolympiasiegerin auch finanziell am Höhepunkt ihrer Karriere angelangt war. Die laufenden Verträge hätten ihr Millionen gesichert. “Ich weiß, dass viele sagen werden, die Petra muss verrückt sein, auf so viel Geld zu verzichten”, hatte Kronberger damals gemeint. Zwei Wochen später verabschiedete sie sich in Cortina d’Ampezzo persönlich von ihren Kolleginnen.
Danach verschwand die Skirennläuferin für die Öffentlichkeit fast vollständig von der Bildfläche. Die gelernte Bankkauffrau holte die Matura am Abendgymnasium Salzburg nach, studierte Germanistik und Kunstgeschichte und arbeitete als Universitätsassistentin. Kronberger lebte für einige Jahre in Berlin und Hamburg und ließ sich dazwischen scheiden. Sie habe ihre Entscheidung nie bereut, betont Kronberger bei ihren wenigen öffentlichen Auftritten heute noch. Derzeit ist Petra Kronberger wieder in der Stadt Salzburg zu Hause, arbeitet in der Erwachsenenbildung und macht Kunstführungen.