Gewerkschaft gibt Dumpingpreisen von GLS Schuld an Pleite

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Die Wogen um die Insolvenzanmeldung gehen weiter hoch
Die Wogen um die Insolvenzanmeldung gehen weiter hoch - © APA (fotokerschi.at)
Rund um die Insolvenzanmeldung der Baufirma GLS mit Sitz in Perg in Oberösterreich gehen weiter die Wogen hoch. Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) macht deutliche Vorwürfe, warum es zur Pleite kam. Und zwar “weil die Verantwortlichen seriöse Mitbewerber mit Dumpingpreisen ausgebootet haben”, hieß es am Freitag.

Und weiter: “Billig ‘reinfahren’, um seriöse Mitanbieter ‘auszubooten’, und bei Zahlungsunfähigkeit dem Auftraggeber (Asfinag, Anm.) die Schuld zu geben, ist nicht fair. Die Insolvenz hat sich schon vor dem Auftrag Praterbrücke angekündigt und war durch die Verantwortlichen somit verschuldet worden”, so die GBH. Technisch sei die GLS mit ihren hoch qualifizierten Mitarbeitern bestens geeignet gewesen, den Sanierungsauftrag bei der Wiener Praterbrücke zu erledigen, “wirtschaftlich leider nicht”, so die Gewerkschaft.

Die hoch qualifizierten Mitarbeiter müssten nun die Misere ausbaden. Schließlich könne die Firma weder offene Löhne und Gehälter noch das Weihnachtsgeld ausbezahlen.

Bau-Holz-Gewerkschaftschef Josef Muchitsch (SPÖ) glaubt, dass sich die GLS mit dem Auftrag bei der Praterbrücke sanieren wollte und das sei offenbar ein Fehler gewesen. “Dieses negative Beispiel zeigt deutlich, dass bei öffentlichen Ausschreibungen verstärkt wirtschaftliche Eignungskriterien für die Abwicklung von großen Aufträgen zur Anwendung kommen müssen. Dabei geht es um eine Mindestbonität und Mindesteigenkapitalquote in einem bestimmten Verhältnis zur Auftragsgröße sowie Zuverlässigkeitsprüfungen für Unternehmen bei Anbotslegung”, so Muchitsch.

Heute gab es bei der GLS-Tochter RW, für die die Eigentümer ebenso ein Insolvenzverfahren beantragt haben, eine erste Betriebsversammlung zur Mitarbeiterinformation. Am Donnerstag kommender Woche findet dann eine bei GLS statt. Betriebsrat gibt es in beiden Unternehmen keinen, insgesamt wurden 280 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet. Die GBH gibt als Ziel aus, “dass alle Arbeitnehmer so schnell wie möglich wieder beschäftigt werden. Deshalb wird ein mögliches Sanierungskonzept bestmöglich unterstützt.”

(APA)

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