Giftköder-Attacke in Salzburg: Münsterländer Mischling vergiftet

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Bei Spaziergängen sollten Hundebesitzer besonders wachsam sein. (Symbolbild)
Bei Spaziergängen sollten Hundebesitzer besonders wachsam sein. (Symbolbild) - © APA/Roland Schlager/Archiv
Immer wieder kommt es in Salzburg zu Giftköder-Attacken gegen Hunde. Erst Anfang Oktober verendete ein Münsterländer Mischling, nachdem er bei einem Spaziergang in der Stadt Salzburg vergiftete Leckerlis gefressen hatte.Die Polizei Maxglan ermittelt, die Tierfreunde Österreich bitten alle Tierhalter in der Gegend um Vorsicht.

„Die Zahl der Giftköder-Attacken ist in den letzten Monaten wirklich besorgniserregend angestiegen“, sagt Erich Goschler von den Tierfreunden Österreich. Jeden Monat würden in Österreich mehrere Giftköder gefunden, die darauf abzielen, Hunde auf grausame Weise zu töten.

Münsterländer Mischling stirbt durch Kekse

Erst Anfang Oktober verstarb der Hund eines 77-jährigen Salzburgers, nachdem er im hohen Gras ein Leckerli gefressen hatte. Das Tier hatte sich zuvor noch mehrmals übergeben, ehe es verendete, berichtete der Besitzer gegenüber der Polizei.

Das ist leider kein Einzelfall. Heuer kam es in Salzburg bereits zu mehreren Giftköder-Attacken. Erst im Juni wurden in Hallein mehrere Giftköder gefunden. Auch entlang der Salzach in der Stadt Salzburg kommt es immer wieder zu Funden.

Zahl der Giftköder-Attacken steigt dramatisch

Mit Rasierklingen gespickte Fleischstücke oder „Leckerlis“, die mit Rattengift oder Schneckenkorn versetzt werden – der Einfallsreichtum der Tierhasser kennt offenbar kaum Grenzen. Wie die Tierfreunde mitteilen, sei österreichweit ein Anstieg solcher Vorfälle erkennbar. Hier eine Chronik der letzten gemeldeten Giftköder-Attacken:

  • 29. September: Die niederösterreichische Marktgemeinde Sollenau warnte auf ihrer Facebookseite vor Rattengift, das im gesamten Gemeindegebiet illegal ausgelegt worden war.
  • 28. September: In Wien wurde im Volkspark Laaerberg im Entenpark eine Wurst gefunden, die mit einem Nagel gespickt war.
  • 20./25. September: In Wieselburg (Niederösterreich) schlugen Tierquäler gleich doppelt Mal zu: Zunächst wurde am 20. September eine mit Messerklingen versetzte Knackwurst in einen Garten geworfen. Am 25. September nahm ein junger Rottweiler einen Köder zu sich, der vermutlich mit Rattengift versetzt worden war. Das sechs Monate alte Tier schwebte daraufhin in Lebensgefahr.
  • 9. September: Ein Giftköder wurde im oberösterreichischen Ried im Innkreis gefunden.
  • August 2016: Im niederösterreichischen Kicking verendete ein dreijähriger Berner Sennenhund an den Folgen eines Giftköders.
  • 27. Mai: In St. Stefan (Leoben) verendete ein Schäferhund, der in Ausbildung zum Rettungshund stand – ebenfalls in Folge eines Rattengift-Köders.
  • 23. Mai: In Graz-Straßgang (Bereich St. Martin) starb ein Hund, weil er eine mit Rattengift versetzte Wurst gefressen hatte.

Giftköder-Symptome: Darauf ist zu achten

Das größte Problem bei Giftködern ist, dass die Bandbreite der Methoden ganz enorm ist. Genauso verschieden sind somit auch die Symptome, die oftmals erst nach mehreren Stunden oder gar Tagen auftreten. Bei auffälligen Symptomen wie Erbrechen, Bewusstlosigkeit oder Blut im Urin sollten Tierhalter unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen. Aber auch extreme Müdigkeit oder ungewöhnlich unruhiges Verhalten des Vierbeiners könnten erste Anzeichen für eine Vergiftung sein. Beim geringsten Verdacht sollte in jedem Fall ein Tierarzt konsultiert werden.

Giftköder-Alarm: Kostenloser WhatsApp-Dienst rettet Tierleben

Um die Vierbeiner bestmöglich vor den skrupellosen Machenschaften der Tierhasser zu schützen, haben die Tierfreunde in Zusammenarbeit mit giftwarnung.info einen innovativen Giftköder-Alarm entwickelt. Der kostenlose WhatsApp-Service setzt Hundehalter stets über aktuelle Giftköderfunde in Kenntnis. Die Warnungen kommen schnellstmöglich und ohne Umwege direkt aufs Smartphone.

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