Giftmord an Kim Jong-uns Halbbruder offenbar geprobt

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Den beiden Frauen droht die Todesstrafe.
Den beiden Frauen droht die Todesstrafe. - © AP Photo/Sadiq Asyraf
Der Giftmord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist offenbar kurz zuvor geprobt worden. Im Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täterinnen – zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien – wurden am Mittwoch Aufnahmen einer Flughafen-Überwachungskamera gezeigt.

Darauf ist zu sehen, wie die Vietnamesin einer anderen Person mit beiden Händen eine Substanz ins Gesicht reibt und dann wegrennt. Die Aufnahmen stammen vom 11. Februar, zwei Tage vor der Tat.

Angeklagte hielten Mord für TV-Scherz

Die beiden Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren stehen seit Anfang des Monats in Malaysia vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Kim Jong-nam (45) auf dem Flughafen der Hauptstadt Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX ermordet zu haben. Beide plädierten auf nicht schuldig. Sie bestritten die Tat nicht, hatten das Ganze aber angeblich nur für einen TV-Scherz gehalten. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Die Tat wurde ebenfalls von Überwachungskameras gefilmt.

Polizist belastet Angeklagte schwer

Vor Gericht sagte am Mittwoch auch ein Polizeibeamter aus, der die Vietnamesin nach der Tat beobachtet hatte. Demnach wollte die Frau schnell weg und war darum bemüht, keineswegs mit ihren Händen andere Teile des Körpers zu berühren. “Man konnte sehen, dass sie sich unwohl fühlte”, sagte der Polizist Nazrul Izham. “Sie hielt ihre Hände weg. Es sah so aus, als ob sie ihren Körper oder die Kleidung nicht berühren wollte. Sie wollte so schnell wie möglich weg.” Nach einem Besuch auf der Toilette habe sie sich dann ruhiger verhalten.

Nordkoreanischer Geheimdienst hinter Anschlag vermutet

Vermutet wird, dass hinter dem Anschlag der nordkoreanische Geheimdienst steckt. Die Führung des kommunistischen Staates weist alle Vorwürfe zurück. Kim Jong-nam war der älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011) aus einer früheren Ehe, der in Ungnade gefallen war. Die letzten Jahre hielt er sich außerhalb Nordkoreas auf. Mehrfach äußerte er sich kritisch über sein Heimatland. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

(APA)

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