24. Januar 2012 11:39; Akt.: 25.01.2012 11:43

Gigantischer Sonnensturm trifft am Nachmittag auf die Erde

Beim "koronalen Massenauswurf" werden geladene Teile vom gelben Himmelskörper ausgestoßen. Beim "koronalen Massenauswurf" werden geladene Teile vom gelben Himmelskörper ausgestoßen. - © AP/NASA
Ein gewaltiger Sonnensturm ist auf die Erde zugerast. Die ersten geladen Teilchen der Plasmawolke seien am Dienstagnachmittag eingetroffen, meldete die US-Wetterbehörde NOAA. Der Sonnensturm ist nach neuesten NOAA-Berechnungen der stärkste seit 2003. Über Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Die Ursache für diesen Magnetsturm ist eine Eruption der Klasse M auf der Sonne.

Die Eruption soll noch bis Mittwoch das magnetische Feld der Erde beeinflussen, teilte das Zentrum für Weltraumwetter-Vorhersagen der Behörde NOAA im US-Staat Colorado am Montag mit.

Enorme magnetische Auswirkungen

Der daraus resultierende Sturm,  bestehend aus abgestoßenen Sonnenpartikeln, kann sich auf die magnetischen Felder der Erde auswirken und möglicherweise Satellitenverbindungen, GPS und Elektrogeräte stören. Zusätzlich sollen laut “bild.de” magnetische Druckwellen mit bis zu 1000 Kilometer pro Sekunde auf den blauen Planeten zusteuern. Für Natur und Menschen auf der Erde sind sie ungefährlich, da sie nicht durch das Magnetfeld dringen.

Wie “blick.ch” berichtet, wurden in den USA schon präventiv Flüge umgeleitet, um eventuelle Störungen des Navigationssystems zu vermeiden. Insbesondere in Polnähe sind Navigationssysteme von Flugzeugen gefährdet. Flugzeuge und Raumschiffe sollten daher die Polarregionen am Dienstag meiden, hatte die NOAA geraten. Bei der Stärke des aktuellen Sturms können auch Passagiere und Crews von sehr hoch fliegenden Flugzeugen einem erhöhten Strahlenrisiko ausgesetzt sein.

Die Teilchen haben Masse eines Berges

Die Teilchen der aktuellen Wolke hätten zusammen in etwa die Masse eines großen Berges in deutschen Mittelgebirgen, sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau (Niedersachsen). Eine Wolke dieser Größe benötige mehrere Stunden, bis sie komplett eingetroffen sei, daher seien etwaige Schäden zunächst nicht exakt zu bestimmen.

“Die Strahlungsbelastung, die während eines starken Sonnensturms bei Flügen über den Polen maximal auftreten kann, liegt in etwa bei einmal Röntgen”, hatte der Sonnenphysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen kürzlich erläutert. Das sei für die Passagiere zwar kein Problem, sehr wohl aber für das Flugpersonal – weil es der Belastung häufiger ausgesetzt ist.

Die Plasmawolke hatte sich am Montag von der Sonne gelöst. Sie hatte nach NOAA-Angaben eine Anfangsgeschwindigkeit von mehr als 2.000 Kilometern pro Sekunde – das sind über 7,2 Millionen Kilometer pro Stunde.

In den nächsten Jahren sei mit erhöhter Sonnenaktivität zu rechnen, die Anzahl der Stürme soll sich bis 2014 sogar noch erhöhen.

Netter Nebeneffekt

Als Auswirkungen der Sonneneruption werden selbst in südlichen Regionen Polarlichter am nächtlichen Firmament erwartet. Polarlicht entsteht, wenn geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen und dort mit Luftmolekülen interagieren.

(VOL.at)

Bei hoher Sonnenaktivität werden große Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne ins All geschleudert. Diese sind elektrisch geladen und können das Erdmagnetfeld stören. Für Natur und Menschen auf der Erde sind sie ungefährlich, da sie nicht durch das Magnetfeld dringen. Bei der Stärke des aktuellen Sturms können jedoch Passagiere und Crews von sehr hoch fliegenden Flugzeugen einem erhöhten Strahlenrisiko ausgesetzt sein. Insbesondere in Polnähe sind Navigationssysteme von Flugzeugen gefährdet. Flugzeuge und Raumschiffe sollten daher die Polarregionen am Dienstag meiden, hatte die NOAA geraten.


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