Akt.:

Griechenland-Paket: Hilfe für Griechenland - oder für die Gläubiger?

Sehr unterschiedliche Meinungen zum Hilfspaket. Sehr unterschiedliche Meinungen zum Hilfspaket. - © AP
Die Hilfsmilliarden fließen weiter nach Athen, so viel ist sicher. Doch wem nutzt das eigentlich? Den Griechen? Europa? Den Banken?

Korrektur melden

Für Kritiker wie Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn ist die Antwort eindeutig. Der Ökonom sagte "Spiegel Online": "Es geht hier gar nicht so sehr um das Land. Die Griechen werden von den Banken und Finanzinstituten von der Wall Street, aus London und Paris als Geisel genommen, damit das Geld aus den Rettungspaketen weiter fließt - nicht nach Griechenland, sondern in ihre eigenen Taschen."

Schwierigkeiten für Portugal und Italien

Befürworter der Hilfen warnen im Falle einer Griechenland-Pleite oder eines Austritts des Landes aus dem Euro vor einem Schock wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Zumindest dürfte es für ebenfalls hoch verschuldete Eurostaaten wie Portugal und Italien schwerer werden, wieder auf die Beine zu kommen.

"Das Problem ist der schlecht zu prognostizierende Domino-Effekt", erklärt Ernst-&-Young-Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier. Investoren könnten "die Architektur des Währungsraums" generell infrage stellen, warnte der Chef der Osteuropabank EBRD, Thomas Mirow.

Freiwilliger Schuldenschnitt

Fakt ist: Banken und Versicherungen sollen auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen an den griechischen Staat verzichten - "freiwillig". Einen solchen Schuldenschnitt haben die meisten Institute schon eingepreist, existenzbedrohend dürften die Abschreibungen nicht sein.

Staatsanleihen als Anlage werden von Finanzprofis jedoch künftig anders bewertet werden. Dass Gläubiger nun auf den Löwenanteil ihres Einsatzes verzichten sollen - und womöglich per Gesetz von Athen dazu gezwungen werden - nennt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann eine "historische Trendwende": "Dafür werden wir einen hohen Preis zahlen müssen, unter anderem in Form höherer Zinsen, die Investoren von vielen Regierungen verlangen werden", sagte Ackermann im Jänner.

Fakt ist allerdings auch: Sollte die Rettung Griechenlands scheitern, würden viele Gläubiger ganz leer ausgehen. Zudem gelten die Folgen eines solchen Szenarios als derart unkalkulierbar, dass die meisten Experten die Kosten einer Rettung für deutlich geringer halten. (APA)



Kommentare 0

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

Mehr auf Salzburg24.at
Merkel und Juncker wollen TTIP bis Ende 2015 abschließen
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wollen noch 2015 einen [...] mehr »
Landesfinanzreferenten suchen Strategie in Heta-Causa
Die Finanzreferenten der Bundesländer suchen Liquidität für die Pfandbriefstelle und eine Strategie, wie sie nach dem [...] mehr »
Österreich will mehr asiatische Urlauber anlocken
Die hohen Zuwachsraten bei den Österreich-Touristen aus Zentral- und Osteuropa (CEE) sind passé, die Russen bleiben [...] mehr »
Grüne bieten Regierung "Schulterschluss" zu Heta an
Der Grüne Werner Kogler, Fraktionsführer im Hypo-U-Ausschuss, hat der Bundesregierung einen "Schulterschluss" [...] mehr »
Deloitte: Wettbewerbsfähigkeit Österreichs verschlechtert
Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte sehen den Wirtschaftsstandort Österreich international nur mehr im Mittelfeld, die [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als SALZBURG24.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren