Grillos Fünf-Sterne-Bewegung stärkste Partei in Italien

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Partei des Kabarettisten Beppe Grillo käme auf 30,8 Prozent
Partei des Kabarettisten Beppe Grillo käme auf 30,8 Prozent - © APA (AFP)
Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung um den Starkabarettisten Beppe Grillo ist weiter im Aufwind. Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage wäre die Oppositionspartei in Italien derzeit stärkste Einzelpartei, würden Parlamentswahlen stattfinden. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Meinungsforschungsinstitut Ipsos PA für die Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera”.

Laut der Umfrage würde die Protestbewegung bei Parlamentswahlen mit 30,8 Prozent auf Platz eins landen. Grillos Partei ist vor allem bei der jüngeren Wählerschaft beliebt, ergab die Umfrage. Die Demokratische Partei (PD) um den seit 2014 amtierenden Premier Matteo Renzi müsste sich demnach mit 29,7 Prozent der Stimmen begnügen. Sollte es zu einer Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Premierkandidaten kommen, würde die Grillo-Partei mit 57,3 Prozent der Stimmen gewinnen.

Abgeschlagen auf Platz drei liegt die rechtskonservative Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi mit 12,1 Prozent der Stimmen, gefolgt von der ausländerfeindlichen Lega Nord mit 11,3 Prozent.

An Popularität eingebüßt hat vor allem der Regierungschef, der in der Umfrage weniger Zustimmung als seine Regierung erhält. Die Regierung wird demnach derzeit von 39 Prozent der Italiener unterstützt, Renzi nur von 38 Prozent.

Renzi kämpft derzeit mit aller Kraft für die Zustimmung der Italiener zu der umstrittenen Verfassungsreform, über die am 4. Dezember eine Volksabstimmung abgehalten wird. Mit der Reform soll das Systems aus zwei gleichberechtigten Parlamentskammern abgeschafft werden und damit stabilere Verhältnisse ermöglicht werden. Der Regierungschef hat sein politisches Schicksal mit dem Referendum verknüpft.

Vier Wochen vor der Volksabstimmung ist die Stimmung in Italien aufgeheizt. Bei einer Demonstration gegen das Referendum in Italien ist es am Samstag in Florenz zu Krawallen gekommen. Mehrere Hundert Regierungsgegner warfen in Florenz Rauchbomben, Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten, die ihrerseits Schlagstöcke einsetzten. Dabei wurden zwölf Polizisten und zwei Demonstranten verletzt. Die Demonstranten versuchten zu einem Kongresszentrum zu gelangen, in dem Renzi mit Schwergewichten seiner Demokratischen Partei tagte. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, verurteilte die Gewalt als inakzeptabel.

(APA)

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