Große Parade am Unabhängigkeitstag der Ukraine

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Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko
Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko
Mit einer großen Parade zum Unabhängigkeitstag hat die ukrainische Regierung am Sonntag ihren Willen unterstrichen, im Osten des Landes alsbald einen militärischen Sieg zu erringen. Präsident Petro Poroschenko kündigte zudem eine massive Aufrüstung an. Im Osten stellten prorussische Separatisten gefangene Soldaten der ukrainischen Regierungsarmee zur Schau.


Sechs Monate nach dem Machtwechsel in Kiew bleibt Landesverteidigung somit das zentrale Thema der Ukraine. Nach zahlreichen Terrorwarnungen in den vergangenen Wochen zeichnete sich die Parade im Zentrum von Kiew am Sonntag durch ein Rekordaufgebot von Polizei und Agenten des Staatsschutzes aus. Am Vortag waren zudem fünf Kiewer festgenommen worden. Laut Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU hätte die Gruppe für Sonntag Anschläge geplant und wäre dafür von Personen aus dem Umfeld des russischen Politiker Wladimir Schirinowski finanziert worden.

Die Parade zum Unabhängigkeitstag – am 24. August 1991 hatte sich die damalige Sowjetrepublik für unabhängig erklärt – verlief ihrerseits jedoch ohne Zwischenfälle. Präsident Petro Poroschenko, der mit etwas Verspätung eingetroffen war, hielt zunächst eine etwa zehnminütige Rede. Die aktuelle Schlacht für die Ukraine und seine Unabhängigkeit, so betonte er einmal mehr, werde für sein Land erfolgreich enden.

Gleichzeitig kündigte der Präsident eine massive Aufrüstung an. Die politischen Eliten hätten unter dem Eindruck pazifistischer Illusionen zum zweiten Mal innerhalb von hundert Jahren nicht verstanden, so Poroschenko, wie wichtig die Verteidigungsbereitschaft des Landes sei. Zwischen 1917 und 1920 habe man deshalb die Eigenstaatlichkeit verloren, sagte er: “An der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert haben wir diesen Fehler wiederholt und noch einmal geglaubt, dass die Welt vegetarisch geworden sei.”

Bis Ende des Jahres werde nunmehr eine Milliarde Hrywnja (56,03 Mio. Euro) in die Armee fließen, zwischen 2015 und 2017 seien 40 Mrd. Hrywnja für Ankauf von Kriegsgerät vorgesehen: “Und das ist erst ein bescheidener Beginn”. In einer absehbaren historischen Perspektive, bedauerte Poroschenko, werde es für die Ukraine eine permanente militärische Bedrohung geben.

Anschließend marschierten Hunderte Soldaten schnellen Schritts an der Ehrentribüne am Unabhängigskeitsplatz vorbei. Es folgten etwa 50 Militärfahrzeuge aus ukrainischer Produktion. Die präsentierten Radpanzer, Truppentransporter, aber auch Artillerie und Boden-Luft-Raketen sollten – wie auch größere Teile der vorbeimarschierten Soldaten – unmittelbar nach Parade wieder in die sogenannte “Zone der Antiterroroperation” im Osten des Landes aufbrechen.

Aber auch jenseits der Parade und außerhalb des umkämpften Gebiets, das auf zunehmend schrumpfende Teile der Regionen Donezk und Luhansk begrenzt ist, war die Kriegsthematik zuletzt in der gesamten Ukraine unübersehbar. Neben ausführlichen Nachrufen, die einer wachsenden Zahl gefallener Soldaten insbesondere in Regionalzeitungen gewidmet wird, ist das ganze Land derzeit voller Plakate, in denen für die Streitkräfte geworben wird.

Gleichzeitig kommunizieren zahlreiche Privatunternehmen, dass sie die ukrainische Armee aktiv unterstützen. Eine Bank namens Oschtschadbank startete kürzlich mit einer groß angelegten Werbekampagne, in der auf staatliche Kriegsanleihen verwiesen wird. Wirtschaftlichen Sinn machen diese Anleihen nur bedingt, Patriotismus steht im Vordergrund: Bei einer Nominale von 1.000 Hrywnja und einer Laufzeit von 2 Jahren werden 7 Prozent Zinsen versprochen. Die zu erwartende Inflationsrate in diesem Zeitraum dürfte jedoch deutlich darüber liegen.

Prorussische Separatisten führten unterdessen in der ostukrainischen Großstadt Donezk Dutzende gefangene ukrainische Soldaten öffentlich vor. Die bei der Armeeoffensive gegen die Aufständischen gefangen genommenen Soldaten wurden am Sonntag auf den zentralen Leninplatz gebracht, wo Einwohner sie mit Rufen wie “Faschisten! Faschisten!” beschimpften, wie Reporter berichteten.

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