Grüne Landesversammlung ohne große Entscheidungen

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Vassilakou rief zum Kampf für Van der Bellen auf
Vassilakou rief zum Kampf für Van der Bellen auf - © APA
Die Wiener Grünen haben am Samstag ihre 76. Landesversammlung abgehalten. Große inhaltliche oder personelle Entscheidungen standen nicht an. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou spannte in ihrer kurzen Rede den Bogen von Rot-Grün bis Trump und bat, für Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen noch einmal alles zu geben.

Gerade die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten habe gezeigt, dass Fortschritt in einer Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei, sondern dass Fortschritt und Freiheit immer wieder neu erkämpft werden müssten. Viele Menschen machten sich nun durchaus berechtigte Sorgen: “Sie haben Angst vor Willkür, Engstirnigkeit und Aggression.”

Die Grünen seien hingegen die Speerspitze im Kampf um Freiheit, Respekt und Anstand. “Am 4. Dezember wird es darum gehen, genau diese Werte hochzuhalten”, appellierte Vassilakou: “In den nächsten zwei Wochen müssen wir noch einmal alles geben.” Denn Österreich brauche einen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Und sie bedankte sich bei der Gelegenheit, dass auch die SPÖ, die NEOS “und sogar Teile der ÖVP” für ein “friedliches Österreich kämpfen, das offen in die Zukunft geht”. “Am 4. Dezember wird Österreich Leopoldstadt”, meinte die Vizebürgermeisterin in Anspielung auf den überraschenden Bezirkswahlsieg der Grünen im September.

Was Rot-Grün betrifft, entwickle sich dieses Modell immer mehr zu einer “tatsächlichen Alternative für ganz Österreich”, zeigte sie sich überzeugt. Denn in Wien werde niemand allein gelassen. Und dieses sichere und helfende Wien werde man sich nicht nehmen lassen von den “Herren mit den 1.000-Euro-Anzügen”, die sich nicht davor scheuten, verzweifelten Menschen, die wegen Krieg und Terror Tausende Kilometer auf sich genommen hätten, zu sagen: Schleicht’s Euch. “Ich kann nur sagen: Schämt’s Euch.” Die aktuellen Querelen beim roten Koalitionspartner inklusive der von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) in Aussicht gestellten Personalentscheidungen, die die Stadtregierung betreffen sollen, erwähnte sie übrigens mit keinem Wort.

Beim grünen Treffen in der Favoritner Ankerbrotfabrik wurde zudem die Landesgeschäftsführerin Angela Stoytchev mit 88 Prozent in ihrer Funktion bestätigt. Sie war die einzige Kandidatin.

(APA)

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