Gute Gründe, wählen zu gehen

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Auch die Salzburgerinnen und Salzburger gehen dann vermehrt zur Stimmabgabe, wenn ein knappes Ergebnis zu erwarten ist.
Auch die Salzburgerinnen und Salzburger gehen dann vermehrt zur Stimmabgabe, wenn ein knappes Ergebnis zu erwarten ist. - © Land Salzburg
Immer weniger gehen wählen – dieser Trend seit den 1980er Jahren konnte erst bei den vergangenen Wahlen auf Bundesebene gestoppt werden. In Salzburg sind zuletzt bei der Landtagswahl vor fünf Jahren 71 Prozent der Berechtigten zur Urne gegangen. Wie viele es am 22. April sind, wird sich zeigen. Der Salzburger Politikwissenschaftler Franz Fallend kennt die Faktoren, die unter anderem ausschlaggebend sind.

Die Leute gehen dann vermehrt zur Stimmabgabe, wenn ein knappes Ergebnis zu erwarten ist. Dies hat sich immer wieder gezeigt und ist auch wissenschaftlich erwiesen. “Wenn ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten ist und durch Meinungsumfragen oder in der Medienberichterstattung so kommuniziert wird, immer dann sind mehr Wählerinnen und Wähler bereit, auch tatsächlich ihr Kreuzerl zu machen”, weiß der Politikwissenschaftler Franz Fallend. “Auf die Salzburger Ausgangslage umgelegt, könnte dies bedeuten, dass die vermeintlich knappe Entscheidung zwischen dem zweiten, dritten und eventuell auch vierten Platz durchaus mobilisierend wirken könnte.”

Frustration oder “jetzt erst recht”

Nicht einig ist sich hingegen die Wissenschaft, wie sich die viel zitierte Politikverdrossenheit auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Die einen leiten daraus eine sinkende Wahlbeteiligung ab, weil frustrierte Menschen erst gar nicht zur Wahl gehen. Es gibt aber auch Studien, die so etwas wie den “Jetzt-erst-recht-Faktor” im Vordergrund sehen, also eine Steigerung der Wahlbeteiligung durch Protestwählerinnen und -wähler, die dann erfahrungsgemäß eher kleinere oder neue wahlwerbende Gruppierungen unterstützen.

Neue Perspektive auf Bundesebene

Auswirken könnten sich auch die geänderten Rahmenbedingungen auf Bundesebene, also die neue Koalition und damit die Regierungsverantwortung der FPÖ. “Wie sich diese neue Perspektive des Mitgestalten-Könnens auf die Salzburger Wahl auswirkt, ist schwer einzuschätzen. Von den relativ guten Umfragewerten der Bundes-FPÖ könnte auch die Salzburger FPÖ profitieren. Andererseits könnte es auch FPÖ-Anhängerinnen und -Anhänger geben, die die deutlicheren Wahlkampfslogans der Vergangenheit vermissen und die deshalb zu Hause bleiben”, sagt Fallend.

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