Gynäkomastie – die „Männerbrust“ und was es damit auf sich hat

Männerbrust und dicker Bauch gehen meist einher.
Männerbrust und dicker Bauch gehen meist einher. - © Haus der Schönheit
Wenn Männer einen Busen entwickeln, handelt es sich hierbei nicht nur um einen kosmetischen Makel: Das als Gynäkomastie bezeichnete Phänomen hat oftmals medizinische Ursachen, sodass Betroffene besser einen Arzt zurate ziehen sollten. Sport und die Einnahme von Hormonpräparaten tragen meist nur bedingt zu einer Verkleinerung des Männerbusens bei. Umso wichtiger ist es daher, mit ärztlicher Hilfe die Ursache ausfindig zu machen, um schnellstmöglich eine geeignete Therapie starten zu können.

Abgrenzung der Gynäkomastie von der Lipomastie

Medizinisch gesehen handelt es sich bei der Gynäkomastie um einen Wachstumsschub der Brust. Dieser Wachstumsschub ist gutartig, denn es wird fast ausschließlich Fett eingelagert. Viele Betroffene gehen davon aus, dass das Wachstum ihrer Brust durch Übergewicht oder eine unausgewogene Ernährung verursacht wird. In diesem Fall liegt jedoch eher eine Lipomastie vor, also eine Brustvergrößerung, wie sie vorrangig bei übergewichtigen Männern vorkommt. Von der Gynäkomastie sind hingegen etwa 30 Prozent aller Männer betroffen, und zwar unabhängig von ihrem Körpergewicht.

Typische Begleiterscheinungen der Männerbrust

Das Gewebe im Bereich der Brustwarze ist normalerweise weich und gibt bei Druck sofort nach. Nicht so bei der Gynäkomastie: Hier ist das Gewebe verhärtet und leicht berührungsempfindlich. Schmerzen oder allgemeines Unwohlsein verursacht die Männerbrust jedoch in der Regel nicht. Dafür kann es in einigen Fällen zu vergrößerten Drüsen im Bereich des Brustkorbs kommen. Viele Betroffene berichten auch, dass sich ihr Brustkorb stets etwas angespannt anfühlt.

Wodurch wird Gynäkomastie verursacht?

Bei den meisten Patienten mit Gynäkomastie ist der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten – die weiblichen und männlichen Sexualhormone befinden sich also in einem Missverhältnis. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von der Einnahme bestimmter Medikamente bis hin zu Drogenmissbrauch. Auch Sportler, die zur Leistungsförderung Steroide einnehmen, entwickeln überdurchschnittlich häufig einen Männerbusen. Des Weiteren erhöhen starker Alkoholkonsum und ein hoher Fleischkonsum das Risiko für eine Gynäkomastie. Kommt keine dieser Ursachen infrage, könnte eine Fehlfunktion der Nieren für die Entwicklung der Männerbrust verantwortlich sein. Die genaue Ursache kann nur ein Arzt ermitteln, sodass der Arztbesuch nicht zu lange hinausgezögert werden sollte.

Verschiedene Formen der Gynäkomastie im Überblick

Die Einlagerung von Fettgewebe ist ein natürlicher Vorgang, der schon bei Säuglingen auftritt. Mit zunehmendem Alter gelingt es dem Körper jedoch immer schlechter, Fette abzubauen, sodass diese gespeichert werden – unter anderem im Brustbereich. Experten unterscheiden zwischen der weitverbreiteten Gynäkomastie in mittleren Jahren und der Gynäkomastie, die vorrangig bei Jugendlichen vor Erreichen des 20. Lebensjahrs auftritt. Diese Form des Männerbusens bildet sich in der Regel selbstständig wieder zurück – nämlich dann, wenn der Hormonspiegel nach Ende der Pubertät wieder im Gleichgewicht ist. Bei erwachsenen Männern bleibt die Männerbrust ohne Behandlung hingegen dauerhaft bestehen.

Therapiemöglichkeiten der Gynäkomastie

Bei Gynäkomastie kommen meist Medikamente zur Hemmung des Östrogenspiegels zum Einsatz. Alternativ verschreiben viele Mediziner auch Präparate, die das männliche Sexualhormon Testosteron enthalten. Zusätzlich sollten Betroffene den eigenen Lebensstil überdenken und weniger Fett konsumieren. Außerdem ist es ratsam, auf Alkohol zu verzichten und Sport zu treiben, um den Fettstoffwechseln anzuregen. Eine Änderung der Lebensweise allein ist jedoch meist nicht ausreichend, vor allem dann, wenn die Männerbrust schon lange vorhanden ist. Des Weiteren ist zu bedenken, dass nicht jeder auf eine Hormonkur anspricht. In diesem Fall müssen die Betroffenen entweder lernen, mit der Männerbrust zu leben, oder einen operativen Eingriff in Betracht ziehen.

Die Männerbrust operativ korrigieren lassen

Bei der operativen Korrektur der Männerbrust wird nicht nur eingelagertes Fett entfernt, sondern auch ein Großteil des Brustgewebes. Ein Nachwachsen des Männerbusens wird so zuverlässig verhindert, sodass der Patient von einem dauerhaften Erfolg profitiert. Wie jede Operation birgt auch dieser Eingriff ein gewisses Narkoserisiko. Außerdem ist nach der OP mit leichten Schwellungen und Schmerzen zu rechnen. Dennoch handelt es sich um eine sinnvolle und sehr sichere Möglichkeit, eine Gynäkomastie zu behandeln – vor allem dann, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten bereits versagt haben.

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