Haftstrafe für versuchte Kinder-Vergewaltigung

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Angeklagter war sich keiner Schuld bewusst
Angeklagter war sich keiner Schuld bewusst
Wegen der versuchten Vergewaltigung einer Zehnjährigen ist ein 50-jähriger Deutscher am Landesgericht Korneuburg rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Einen Schuldspruch gab es auch wegen weiterer angeklagter Delikte, u.a. Diebstahls und Betrugs zulasten einer Ex-Freundin. Das Mädchen, die Stieftochter eines Mitbewohners, habe den Vorfall authentisch beschrieben.


Es bestand daher für den Schöffensenat nicht der geringste Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, führte Richter Helmut Neumar aus. Aus Sicht des Senats dürfte der Mann nicht zielgerichtet vom Beginn dieses Tages an agiert haben, in dem er sich einschmeichelte, sondern – durch Alkohol enthemmt – eine “Kurzschlusshandlung” begangen haben. Mildernd war, dass es beim Versuch geblieben war, erschwerend wirkten sich Vorstrafen aus.

Der Angeklagte hatte sich nicht schuldig bekannt und den Vorfall in einer Privatunterkunft verharmlost. Laut Anklage hatte der seit 2007 in Österreich lebende Deutsche versucht, die Stieftochter eines Mitbewohners der Pension in seinem Zimmer zu vergewaltigen. Das Kind konnte sich jedoch befreien und lief weinend zu seinem Vater.

Der Maurermeister und Kfz-Mechaniker, Vater von drei erwachsenen Kindern, war nach seiner Scheidung nach Österreich gekommen, Beziehungen zu zwei Frauen scheiterten. Das Verhältnis zu seinem Mitbewohner in dem Einfamilienhaus bezeichnete er als “gut”. Als diesen seine Lebensgefährtin mit der gemeinsamen 18-Monate alten sowie ihrer größeren Tochter besuchte, sah der Angeklagte das Mädchen zum ersten Mal. Am Nachmittag spielte er “Mensch ärgere dich nicht” mit der Zehnjährigen, machte ihr ein Abendessen und bot dann an, dass sie in seinem Zimmer fernsehen dürfe.

Als sie am Sofa lag, habe er ihr den Rücken massiert und sei dann selber schlafen gegangen, schilderte er. Plötzlich sei sie aufgestanden und habe gesagt, sie gehe zum Papa. “Er hat mich umarmt, gestreichelt, festgehalten, auf den Mund geküsst und wollte mir mehrmals die Hose herunterziehen”, hielt Richter Helmut Neumar dem die “glaubhafte” Erzählung des Mädchens entgegen. Es habe sich wegen der Küsse den Mund mit einem Feuchttuch abgewischt: “es grauste mich so”, habe die Zehnjährige angegeben. “So etwas denkt man sich nicht aus”, verwies der Richter darauf, dass der Angeklagte – für die Kleine ein wildfremder Mann – nach dem Konsum von mehreren Bier und Whisky-Cola im Lauf des Tages wohl nach Alkohol gestunken haben musste.

“Sie ist keine Schauspielerin”, betonte der als Zeuge geladene Stiefvater. Er erzählte, dass die Zehnjährige weinend und zitternd zu ihm gekommen war und zunächst kein Wort herausbrachte. Sie wurde noch in derselben Nacht von einer Psychologin befragt.

In der Verhandlung ging es auch um weitere Vorwürfe. U.a. soll der – verschuldete und arbeitslose – Angeklagte seiner Ex-Freundin Geld gestohlen haben, was er ebenfalls bestritt. Ein Urteil in dem teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Prozess war am Nachmittag zu erwarten.

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