Harald Preuner: Politprofi greift nach Salzburgs Bürgermeisteramt

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Harald Preuner will mit seiner Erfahrung bei den Wählern punkten.
Harald Preuner will mit seiner Erfahrung bei den Wählern punkten. - © APA/BARBARA GINDL
Mit 18 Jahren in der Kommunalpolitik, 13 Jahre davon als Vizebürgermeister, darf auch Harald Preuner (ÖVP) schon zu den “Sauriern” im Schloss Mirabell gezählt werden. Auch wenn er bis vor kurzem gar keine allzugroßen Ambitionen dafür hat erkennen lassen, stehen seine Chancen gut, zweiter ÖVP-Bürgermeister der Festspielstadt in der Nachkriegsgeschichte zu werden.

Zweifellos ist der Fahrschulinhaber mit seiner langen Erfahrung mit allen Wassern gewaschen. “Ich kenne die Fallstricke der Politik und der Verwaltung”, sagt er selbst. Und diese Routine führt er auch an, wenn man ihn nach seinen Qualitäten fragt. Andererseits gibt es auch Kritiker, die sagen, um Preuner sei es in den vergangenen Jahren recht ruhig gewesen. Dem kontert er damit, dass “ich halt nur den Mund aufmache, wenn ich gefragt werde und zuständig bin”.

Vom Quereinsteiger zum Politprofi

Preuner kam 1999 als Quereinsteiger in den Salzburger Gemeinderat. Abgesehen vom Klubobmann, der nur drei Monate später das Handtuch warf, war die ÖVP mit einer vollkommen neuen Riege ins Rathaus eingezogen. Rasch zog der Verkehrssprecher der Fraktion immer mehr die Fäden. Als 2004 die Klubobfrau aus dem Amt schied, war der Wirtschaftsbündler zur Stelle. Noch im selben Jahr rückte er zum Vizebürgermeister auf. Zwei Mal, 2009 und 2014, trat er bei Wahlen gegen Heinz Schaden (SPÖ) an, beim ersten Mal hätte er der Sprung an die Spitze mit 46 Prozent der Stimmen in der Stichwahl beinahe auch geschafft.

Preuner: “Jeder soll sich an die Gesetze halten”

Insbesondere die von ihm vorgelegten Bettelverbote und sein Kampf gegen die illegale Straßenprostitution haben ihn für Kritiker zu einem Vertreter einer “Law-and-Order-Politik” gemacht. Eine Bezeichnung, über die er selbst nur lachen kann: “Ich habe keine Waffe daheim und bin der letzte, der als privater Sheriff durch die Gegend läuft. Aber ich sage: Jeder soll sich an die Gesetze halten, dann haben wir ein friedliches Miteinander.”

Gemeinsames steht für Preuner vor Trennendem

Geboren wurde Preuner am 3. August 1959 in Salzburg. Nach dem Maschinenbau-Studium in Graz übernahm er die elterliche Fahrschule. 1999 kam er als Quereinsteiger in den Salzburger Gemeinderat. Er ist verheiratet, der Kinderwunsch blieb unerfüllt. Einen Ausgleich zum Beruf bilden Freundschaften und geselliges Beisammensein. Aber auch im Beruf stellt er das Gemeinsame über das Trennende: “Mir kommt zugute, dass ich mit allen – fraktionsübergreifend – gut reden kann.” Und er hält sich an seine eiserne Regel: “Alles, was in der Politik passiert, hat nur mit meiner Funktion zu tun.”

Preuner möchte einen neuen Führungsstil ins Schloss Mirabell bringen, bei dem Zusammenarbeit im Vordergrund steht und Ideen von Mitbewerbern nicht von vornherein abgelehnt werden. Denn: “Es ist egal, von wem die Idee kommt, die Menschen wollen eine Lösung.” Ideologische Unterschiede seien in der Kommunalpolitik ohnedies kaum auszumachen. “Die Politik muss schauen, dass die Infrastruktur passt und die Bürger gut leben können, da ist Ideologie nicht immer an vorderster Stelle.”

Gute Chancen für Preuner bei Bürgermeisterwahl

Fast noch nie seit dem Krieg hatte ein ÖVP-Politiker so gute Chancen, Bürgermeister der Stadt Salzburg zu werden, wie Vizebürgermeister Harald Preuner beim Urnengang am 26. November. Im Interview mit der APA weist er auf seine lange Erfahrung und die gute Gesprächsbasis mit den anderen Parteien hin und freut sich, erstmals Rückenwind von der Bundespartei zu spüren: “Jetzt ist schon eine gewisse Stimmung da, dass man etwas gewinnen kann.” Für den Fall, dass er nicht Bürgermeister wird, ließ Preuner offen, ob er die ÖVP 2019 noch einmal in die Gemeinderatswahl führt. Es gebe auf jeden Fall schon Überlegungen betreffend seine Nachfolge, “aber ich werde natürlich erst dann darüber reden, wenn es so weit ist”.

(APA)

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