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Hellas mit einem guten Gewissen

Der Traumstrand Marathou Der Traumstrand Marathou - © VN-C.Jörg-Brosche
Ausgerechnet im krisengebeutelten Griechenland entsteht in Messenien ein nachhaltiges Tourismusprojekt.

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Messenien ist selbst eingefleischten Griechenlandkennern nur selten ein Begriff, so touristisch unentdeckt ist dieser alleräußerste Zipfel im Südwesten des Peloponnes. Dabei ist die Region wunderschön: erstaunlich grün, hügelig bis bergig, von weitläufigen Wäldern und Olivenhainen überzogen, dünn besiedelt und mit einer herrlichen Küstenlinie am Ionischen Meer gesegnet.

Der westlichste „Finger“

Und auch in der Geschichte spielte dieser westlichste Peloponnes-Finger eine bedeutende Rolle, Königinnen und Könige prägten die frühe Geschichte: Neolithische Siedlungen, mykenische Paläste, klassische Tempel, byzantinische Kirchen und mittelalterliche Burgen begeistern Kulturinteressierte. Mit dem antiken Messene entstand hier im 4. Jahrhundert vor Christus eine der prächtigsten Städte der ganzen Halbinsel.

Dass mit der Freilegung erst in den 1990er-Jahren begonnen wurde, zeigt auch, welch touristischer Spätzünder die Region ist. Messene wurde 369 v. Chr. nach dem hippodamischen Gittersystem erbaut: Der Städteplaner Hippodamos von Milet glaubte, dass die Auslegung der Stadt ihre rationale und demokratische Ordnung reflektieren sollte. Er umgab die Stadt mit neun Kilometer langen Festigungsmauern, die heute zu den besterhaltensten Griechenlands zählen und eine der stärksten der Antike waren. Mit dem Palast des Nestor entstand einer der bedeutendsten Zeugnisse der Griechischen Bronzezeit.

Messenische Periode

Dieser mykenische Palast war ein gewaltiger, zweistöckiger Gebäudekomplex mit 105 Zimmern und 21 Treppen – ein politisches, religiöses und gesellschaftliches Zentrum. Bei seiner Ausgrabung im Jahr 1939 wurden mehr als 600 Tontafeln gefunden, die mit einer geheimnisvollen Schrift beschrieben waren: Der berühmten Linear B-Schrift. Sie war die erste geschriebene Sprache der Geschichte, die silbenbildende Zeichen verwendete.
Auch im Mittelalter war Messenien ein Drehpunkt der Geschichte – Venezianer, Osmanen, Franken und andere mehr prägten Land und Leute. Die Burg von Methoni aus dem 13. bis 15. Jahrhundert etwa ist heute eine der beeindruckendsten mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Die Westküste Messeniens ist von begeisternder geomorphologischer Erscheinung und Schönheit und dank ihrer Baumvielfalt besonders lieblich. Die gesamte Bucht von Navarino wird von der vorgelagerten Insel Sfaktiria optimal geschützt. Einsame Sandstrände verstecken sich zwischen schroffen Felsen und grünen Hügeln. Mehrere Flüsse führen ganzjährig Wasser und bilden etwa bei Charavgi (an der Straße nach Kalamata) kleine Seen, die von Wasserfällen gespeist werden. Dieses Polilimnio-Tal präsentiert sich als herrliches Wandergebiet.

Die Traumstrände von Navarino

Schönere Meeresstrände wie in der Bucht von Navarino findet man in Europa sonst kaum wo: Voidokilia Beach wird wegen seiner Form auch Ochsenbauch- oder Omega-Bucht genannt. Eine zu einem perfekten Omega geformte Sandbucht mit einer kleinen Öffnung zum offenen Meer hin. Das Wasser fällt sehr flach ab und wärmt sich so schnell auf. Im Hinterland erstrecken sich weitläufige Sanddünen, die Bucht ist völlig unverbaut.
Weitere Beispiele gefällig? Glossa Beach ist eine winzige, weiße Sandzunge zu Füßen der steilen Felswände der Insel Sfaktiria und nur mit dem Boot erreichbar. Der goldene Marathou-Sandstrand liegt eingebettet in üppig grüne, bewaldete Hügellandschaft. Chryssi Akti (auch Golden Beach genannt) erstreckt sich feinsandig und langgestreckt auf einer schmalen Landzunge – dahinter liegt die Gialova-Lagune, eines der artenreichsten Biotope Griechenlands und Natura- 2000-Schutzgebiet.

Vögel, Otter, Mönchsrobben

Hier tummeln sich 271 Vogelarten (z.B. Flamingos), eine Vielzahl an Ottern (als Zeichen für besonders sauberes Wasser), afrikanische Chamäleons (einziger Nistplatz in Europa), Mönchsrobben und die vor dem Aussterben bedrohte Meeresschildkröte Caretta Caretta. Man kann die Region von Costa Navarino mit Fug und Recht paradiesisch nennen.

 

Tourismus ohne Sünden?

Ab 1982 ging der „Retter Messeniens“, Vassilis Constantakopoulos, daran, mit seiner TEMES-Entwicklungsgesellschaft Land zu kaufen. Drei Jahre vor dem ersten Spatenstich wurden zwei große Wasser-Speicherteiche angelegt, die rund zwei Prozent des Winterregens sammeln (kein Grundwasser wird entzogen!).

„Dank Investition in den Umweltschutz und der entsprechenden Bewusstseins-schärfung bei der einheimischen Bevölkerung und den Gästen schützen wir unser natürliches und kulturelles Erbe ebenso wie die Region“, so der Unternehmer. Das Resort „Navarino Dunes“ mit zwei Hotels und einem Golfplatz ist seit Sommer 2010 eröffnet. Ein zweites, rund zehn Kilometer entferntes Resort – „Navarino Bay“ – offeriert einen weiteren Golfplatz, zwei zusätzliche Hotels beginnen 2012 mit dem Bau. Eines davon wird das erste in die Erde integrierte Resort Europas sein. Soll heißen: Die einzelnen Villen ducken sich in den Erdboden des Hanges, öffnen sich nur zum Meer hin – auf den „lebenden Dächern“ wuchern Pflanzen. Die bestehenden Hotels (The Westin und The Romanos) sind der lokalen Bauart mit viel Naturstein nachempfunden und kuscheln sich sensibel in die Küstenlandschaft.

 

REISEINFOS

Anreise: Nächster Flughafen ist Kalamata (ca. 40 Autominuten entfernt). Die Qualitätsairline Aegean (http://de.aegeanair.com) fliegt ab München Kalamata via Athen an (im Winter allerdings nur sporadisch). Alternative: Täglich (auch im Winter) München – Athen, von hier mit dem Mietwagen Costa Navarino (ca. 270 km). Air Berlin bedient während des Sommerflugplans Kalamata ab Nürnberg (www.airberlin.com). Die SWISS fliegt mehrmals täglich nach Athen (www.swiss.com). Laudaair offeriert neu ab 20. Mai 2012 einmal pro Woche einen Direktflug Wien – Kalamata (www.laudaair.com).
Wetter & Reisezeit: Messenien hat ein mildes, relativ feuchtes Klima, die meisten Niederschläge fallen im Winter. Dezember bis Februar sind die kältesten Monate, doch unter 10 Grad fällt das Quecksilber an der Küste nie (Durchschnittstemperatur 15 Grad). Badesaison ist von April bis November.
Golf & Wandern: Messenien offeriert herrliche Wanderwege (z.B. Polilimnio-Tal), Costa Navarino verfügt über zwei 18-Loch-Meisterschafts-Golfplätze. Beide sind ganzjährig geöffnet und bespielbar (milderes Klima als an der Algarve!)
Allgemeine Infos: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr Wien, Opernring 8, 1010 Wien, Tel. 01 512 53 17-0, www.visitgreece.gr, grect@vienna.at. Costa Navarino: www.costanavarino.com.
Tipp: www.argolis.d– Site eines deutschen Journalisten, der seit elf Jahren in Griechenland lebt; 100 handverlesene Tipps und Ausflüge für den Peloponnes.
Hoteltipps: The Westin Resort Costa Navarino: Navarino Dunes, Costa Navarino, 24001 Messinia, www.westincostanavarino.com
The Romanos – A luxury collection Resort: Navarino Dunes, Costa Navarino, www.romanoscostanavarino.com.



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