Herbst 2016 war mild und trocken

Der Herbst 2016 war relativ mild und trocken.
Der Herbst 2016 war relativ mild und trocken. - © APA/BARBARA GINDL
Mit einer vorläufigen positiven Abweichung von knapp einem Grad, fällt auch der Herbst 2016 wieder zu mild aus. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf den fünftwärmsten September der Messgeschichte sowie der warmen zweiten Novemberhälfte. Die kalten Perioden im Oktober und November konnten den Wärmeüberschuss nicht mehr ausgleichen.

Die Niederschlagsverhältnisse präsentierten sich unterschiedlich: In Niederösterreich fiel lokal bis zu 50 Prozent mehr Niederschlag als üblich, im Westen und Süden verlief der Herbst hingegen deutlich zu trocken. Die höchsten Windgeschwindigkeiten gab es während der Föhnphase vom 20. bis 23. November mit 118 km/h in Brand (V) und 158 km/h am Patscherkofel.

Auch in vergangenen Jahren warmer Herbst

Der Herbst 2016 reiht sich nahtlos in die zu warmen Herbstperioden der vergangenen Jahre ein. Ähnlich wie im Vorjahr beträgt der Temperaturüberschuss verbreitet 0,5 bis 1,0 Grad. „Die Hauptgründe für die positiven Abweichungen sind in erster Linie der fünftwärmste September der Messgeschichte sowie der rund ein Grad zu milde November“, sagt Manfred Spatzierer von UBIMET. Oktober und November waren durch große Temperaturgegensätze geprägt: Sehr milde Wetterphasen wechselten sich binnen kurzer Zeit mit recht kalten Abschnitten ab. So folgte auf die kälteste erste Novemberhälfte seit 1988 ein sehr warmer Witterungsabschnitt, der erst mit einem Vorstoß polarer Kaltluft in der Nacht auf den 28. wieder zu Ende ging. Der jahreszeitliche Höchstwert stammt mit 32,6 Grad aus Gänserndorf (NÖ), mit minus 14,2 Grad war es hingegen in St. Jakob im Defereggen (T) am kältesten. Am Morgen des 29. Novembers war es an allen österreichischen Messstationen frostig.

Niederschlag im Schnitt

Die Niederschlagsverhältnisse liegen vom Salzburger Flachgau bis ins Nordburgenland sowie in Unterkärnten und der südlichen und östlichen Steiermark im Bereich des langjährigen Mittels. Nur in Teilen Niederösterreichs kam lokal bis zu 50 Prozent mehr Niederschlag zusammen. Mit einer Abweichung von 10 bis 40 Prozent zu trocken verlief der Herbst hingegen von Vorarlberg bis in die Obersteiermark sowie in Osttirol und weiten Teilen Kärntens. Am nassesten war es am Loiblpass (K) mit 582 Liter pro Quadratmeter, am trockensten hingegen in Mistelbach (NÖ) mit nur 77 Liter pro Quadratmeter.

November brachte ersten Schnee ins Land

Im November kam es zudem zu den ersten starken Schneefällen im Alpenraum. In Warth (V) lagen am 11. immerhin 67 Zentimeter Neuschnee und am 20. fielen sogar im östlichen Flachland die ersten Flocken. „Starker Föhn verblies den Schnee um die Monatsmitte allerdings wieder regelrecht“, so Spatzierer. Am Herbstende liegt somit in weiten Teilen der Alpen nur wenig oder kein Schnee, teils sogar weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Vom starken Föhnereignis vom 20. bis 23. November abgesehen, spielte der Wind im diesjährigen Herbst keine allzu große Rolle. Die stärksten Böen gab es abseits der Bergstationen mit 119 km/h am 21. im Vorarlberger Brand, aber auch in Innsbruck wurden am selben Tag Föhnspitzen von bis zu 104 km/h registriert. Einen regelrechten Orkan gab es auf den Bergen, am Patscherkofel fegte der Sturm mit bis zu 158 km/h über den Gipfel.

Etwas weniger Sonne in den Alpen

Die Sonnenbilanz fällt recht ausgeglichen aus, im östlichen Flachland summierten sich sogar mehr Sonnenstunden als gewohnt auf. Ein leichtes Defizit von rund 10 Prozent gibt es hingegen stellenweise in den Alpen. Die sonnigen Tage bis zum Monatsende gleichen dieses aber oft noch aus.

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