Herkunft von Eiern in Fertigprodukten nicht nachvollziehbar

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Woher kommen die Eier in Fertigprodukten?
Woher kommen die Eier in Fertigprodukten? - © dpa/Marc Tirl
Im Nachhaltigkeits-Test „Marktcheck“ hat Greenpeace zehn Produktgruppen mit verarbeiteten Eiern in Österreichs Supermärkte getestet. Die Herkunft von in Fertigprodukten verwendeten Eiern sei mitunter unklar, kritisiert Greenpeace. Ursache sei vor allem die fehlende Kennzeichnung.

Im Gegensatz zu frischen Eiern kommen bei verarbeiteten Produkten auch nach wie vor Eier aus Käfighaltung zum Einsatz. Und das ohne Kennzeichnung.

Kein Verkauf von Eiern aus Käfighaltung

Der Verkauf von Eiern aus Käfighaltung dagegen ist in Österreich verboten. Ausgeschlossen werden kann dies nur bei Bio-Produkten und Produkten, wo die Informationen zu den Eiern auf der Verpackung angeführt sind. In zehn von rund 200 getesteten Fertigprodukten konnte keine eindeutige Herkunft der verarbeiteten Eier nachgewiesen werden, berichtete die Umweltschutzorganisation.

Herkunft der Eier ist Ratespiel

Die Bewertungsnote „sehr gut“ konnte kein einziges Mal vergeben werden. Nur Eigenprodukte schnitten in dem Test mit “gut” ab. Nudeln, Kekse, Krapfen, Guglhupf, Ei-Aufstrich, Schwedenbomben, Semmelknödel und Mayonnaise wurden von Greenpeace untersucht. “Oft kann man nur raten, aus welcher Art der Hühnerhaltung die Zutat Ei stammt. Bei bekannten Marken wie ꞌMaggiꞌ und ꞌKnorrꞌ erfahren wir nicht, ob die Hühner ihr Leben hinter Gittern verbracht haben. Es ist zudem auch nicht klar, ob sie gentechnisch verändertes Futter bekommen haben”, kritisierte Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons.

Gentechnische verändertes Futter nicht gekennzeichnet

Bewertet wurden die Produkte nach vier Kriterien: Wie viele der getesteten Produkte sind in Bio-Qualität verfügbar? Wird garantiert, dass die Tiere kein gentechnisch-verändertes Futter zu fressen bekommen haben? Das ist vor allem wichtig, weil die Fütterung von gentechnisch veränderten Soja bei verarbeiteten Produkten nicht gekennzeichnet werden muss, so Greenpeace. Am stärksten gewichtet wurde bei der Bewertung, aus welcher Haltungsform die Eier für die Test-Produkte stammten. Für die Garantie, bei Eigenprodukten ausschließlich Boden- oder Freilandeier zu verwenden, hat Greenpeace zusätzlich acht Bonuspunkte vergeben.

Richtlinien bei Eigenmarken lobenswert

Für die Eigenmarken der Supermarkt-Ketten wie “S-Budget”, “Clever” und “Lomee” gibt es klare Richtlinien, so die NGO. Die verwendeten Eier stammten bis auf eine Ausnahme aus Freiland- und Bodenhaltung. Auch bei Schaleneiern aus Österreich könne man je nach Kennzeichnung sicher sein, dass diese aus artgerechter Haltung stammen und gentechnikfrei erzeugt wurden. Bei Bio-Eiern wurde ebenfalls eine umweltfreundliche Produktionsweise nachgewiesen.

Greenpeace fordert bessere Kennzeichnung

Dennoch zeigte sich die Umweltorganisation nicht beruhigt. “Aus Konsumentensicht ist die derzeitige Situation wenig zufriedenstellend. Greenpeace fordert daher eine Verbesserung der Kennzeichnung für alle Lebensmittel mit Ei. Dann wäre auch Schluss mit den billigen Käfigeiern in Fertigprodukten”, sagte Simons.

(APA/SALZBURG24)

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