HeRos Durchblick: Die 1b als Sprungbrett für Nachwuchstalente

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Die 1b-Mannschaft des SV Seekirchen, mit S24-Experten HeRo (mittlere Reihe, zw.v.li.).
Die 1b-Mannschaft des SV Seekirchen, mit S24-Experten HeRo (mittlere Reihe, zw.v.li.). - © SV Seekirchen/Facebook
Ab der Salzburger Liga aufwärts ist jeder Verein verpflichtet, eine zweite Kampfmannschaft zu melden. Für SALZBURG24-Experte Heli „HeRo“ Rottensteiner sind 1b-Mannschaften unbedingt notwendig für die Entwicklung junger Talente.




Vielmals wird kritisiert, dass sogenannte 1b-Mannschaften wettbewerbsverzerrend sind. Auf der anderen Seite sieht man wieder herzerfrischenden Fußball 17-jähriger Burschen gegen gestandene Fußballer. Wenn es um die zweiten Kampfmannschaften der Salzburger Liga- und Regionalligavereine geht, gehen die Meinungen auseinander. SALZBURG24-Experte Helmut „HeRo“ Rottensteiner, seines Zeichens selbst 1b-Trainer in Seekirchen, klärt auf.

HeRos Durchblick

Wenn es um 1b-Mannschaften geht, habe ich alles bereits erlebt und gesehen. Von Einsätzen diverser gestandener Spieler, wenn es um entscheidende Matches ging. Bis zu blutjungen Buam, die sich erst die Hörner abstoßen müssen. Aber im Endeffekt geht es darum, dass sich die jungen und besten Talente der besten 22 Amateurteams in Salzburg weiterentwickeln können.

Warum ist eine gute 1b wichtig?

Sinn und Zweck der 1b-Teams sind, dass man den eigenen Talenten eine Plattform bietet, um sie beim Verein zu halten. Die 17- bis 18-Jährigen müssen Spielpraxis erhalten. Dadurch werden sie behutsam an den Erwachsenen-Fußball herangeführt. Die Entwicklung jedes einzelnen Spielers verläuft anders. Der eine ist mit 17 schon körperlich soweit, um in Regionalliga reinzuschnuppern, und das andere Talent braucht noch ein, zwei Jahre, um sich dann mit 19 die ersten Sporen zu verdienen. Auf jeden Fall müssen die jungen Kaderspieler der RLW- und Salzburger-Liga-Teams auch ihre Einsatzminuten erhalten.

In welcher Klasse sollte eine 1b spielen?

Eine 1b eines Regionalliga-Teams sollte mindestens in der 2. Landesliga spielen. Ab dieser Liga wird schon ein ansehnlicher Fußball gespielt. Technisch und taktisch sind die meisten Vereine auch bereits auf einem gewissen Niveau. Ab hier beginnt für mich der richtige Fußball. Die jungen Talente müssen körperlich und läuferisch in jedem Spiel an ihr Limit gehen. Das bringt sie dann weiter und der eine oder andere kommt dann auch für die RLW in Frage. In dieser Liga können und müssen sich die Jungs die höher hinaus wollen, beweisen und aufzeigen.

Die 1b-Teams der Regionalligisten

Drei Teams, die sehr guten und viel Nachwuchs stellen, sind für mich folgende Vereine:

TSV St. Johann: Die 1bb spielt bereits in der 1. Landesliga.

SV Seekirchen: Derzeit Platz Sechs in der 2. Landesliga Nord.

FC Pinzgau Saalfelden: Derzeit Platz Elf in der 2. Landesliga Süd.

Die anderen drei 1b-Teams sind in den ersten und zweiten Spielklassen des Landes vertreten.

Austria Salzburg: Derzeit Tabellenführer in der 1. Klasse Nord; versucht in dieser Saison mit einigen Spielern der Kampfmannschaft, den Aufstieg zu schaffen. Im letzten Spiel waren sechs Kaderspieler der Regionalliga-Mannschaft im Einsatz.

TSV Neumarkt: Abgeschlagen Vorletzter in der 1. Klasse Nord. Nur das desolate Trimmelkam ist schlechter.

USC Eugendorf: Derzeit im vorderen Drittel der 2. Klasse Nord. Sie spielen mit einer sehr jungen Mannschaft.

Heranführen der Nachwuchstalente

Ich kenne die Philosophien der anderen Teams bezüglich ihrer Nachwuchsförderung nicht, darum kann ich nur einen Einblick in das Geschehen des SV Seekirchen geben.

Der SVS hat heuer keine U18 -Mannschaft beim Salzburger Fußballverband gemeldet, sondern alle Spieler, die aus der U16 rausgefallen sind, sofort in die 1b raufgezogen. In meinem 20-Mann-Kader tummeln sich jetzt zwölf Jungs (Jahrgang 97 und 98), die noch in der U18 spielberechtigt wären. Diese Jungs müssen sich jetzt schon gegen Erwachsene und gestandene Fußballer behaupten. Regelmäßig spielen von diesen ganz jungen sechs bis acht Spieler auch im Kader der 2. Landesliga Nord. Beim letzten Meisterschaftsspiel gegen USK Hof (1:1-Unentschieden, Anm.) betrug der Altersschnitt der Startelf 18,6 Jahre. Die Burschen trainieren schon ab 16 Jahren auf Kampfmannschafts-Niveau. So entwickeln sie sich viel besser, als wenn sie mit 17 Jahren immer noch gegen Gleichaltrige spielen würden.

 

“Im Alter von 16 bis 18 Jahren gehören sie richtig gefordert und gefördert. Die Besten schaffen es in die Regionalliga – was auch das Ziel sein muss.”

Der beste Beweis

In den letzten vier Wochen habe ich zum Vergleich der U18 Jungs zwei Freundschaftsspiele gegen die U18 des SV Scholz Grödig und USC Eugendorf gespielt. Grödig ist überlegener Tabellenführer und Eugendorf auf Platz drei der U18-Liga. Unsere Seekirchen-U18 hat beide Spiele deutlich gewonnen. Was mich wiederum bestätigt, dass die Jungs und der eingeschlagene Weg des SV Seekirchen bezüglich Talentförderung richtig ist.

Ein Appell an die Vereine: Vertraut und fördert euren Nachwuchs noch mehr und spart nicht an der falschen Stelle!

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