Hirscher-Arzt Oberthaler: “Bruch nahezu unverschoben”

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Ein Antreten beim Saisonstart Ende Oktober in Sölden ist für Hirscher nicht realistisch.
Ein Antreten beim Saisonstart Ende Oktober in Sölden ist für Hirscher nicht realistisch. - © APA/EXPA
Marcel Hirscher hat sich bei seinem Trainingssturz am Donnerstag einen Außenknöchelbruch des Typus Weber B zugezogen. Die Fraktur sei “nahezu unverschoben”, die Syndesmose zudem nicht betroffen, erklärte Hirschers Arzt Gerhard Oberthaler der APA. Der Ski-Star müsse mit einer Ausfalldauer von zwölf bis 15 Wochen bis zu seinem Comeback rechnen.

Ein Antreten beim Saisonstart Ende Oktober in Sölden ist somit nicht realistisch. Und auch Levi, wo es am 12. November erstmals im Weltcup-Winter um Slalom-Punkte geht, wird wohl zu früh kommen. Nach den sechs Wochen Gips kann der Salzburger sofort wieder mit dem Aufbautraining beginnen. “Zuerst muss das Sprunggelenk beweglich gemacht werden. Dann steht viel Radfahren auf dem Programm”, umriss Oberthaler den Weg zurück.

“Das Sprunggelenk ist noch nicht so weit”

Zu frühes Skitraining ohne Basisarbeit würde keinen Sinn ergeben, stellte der Mediziner klar. “Wenn man sechs Wochen einen Gips getragen hat, ist das Sprunggelenk noch nicht so weit.” Bei einem guten Heilungsverlauf könnte Hirscher seinen lädierten linken Fuß schon vor dem Ablauf der sechs Wochen im Rahmen von Physiotherapie belasten.

Marcel Hirscher entscheidet sich gegen Operation

Solche Überlegungen stünden im Moment jedoch noch nicht an. “Primäres Ziel ist die Bruchheilung. Sobald man sieht, dass die Bruchheilung vonstattengeht, kann man in diese Richtung etwas machen”, sagte Oberthaler, der auch bestätigte, dass die Entscheidung gegen eine Operation von Hirscher selbst getroffen wurde. “Man kann alles operieren. Beim Abwägen der Vor- und Nachteile hat er sich dagegen entschieden. Er wollte keine Platte eingesetzt bekommen”, berichtete der Sportarzt. Hirscher habe Bedenken geäußert, diese würde ihn im Skischuh behindern.

In puncto Heilungsdauer würde bei einer Operation “über kurz oder lang dasselbe rauskommen”, meinte Oberthaler. Interessant in diesem Zusammenhang ist der Fall Dominik Raschner: Der 22-jährige Tiroler erlitt im Kitzbühel-Slalom am 22. Jänner einen Außenknöchelbruch, am 3. März stand er bei einem FIS-Riesentorlauf in Turnau wieder am Start – und belegte den vierten Platz. Raschners Bruch war laut ÖSV-Informationen etwas verschoben und wurde operativ behandelt. Er bekam demnach eine Platte eingesetzt.

Verkürzte Vorbereitungszeit für Hirscher

Die notgedrungen verkürzte Vorbereitung trifft Hirscher in diesem Winter besonders hart. Der Radius der Riesentorlauf-Ski wurde von 35 auf 30 Meter verringert, dafür hatte der akribische Material-Fetischist noch ausgiebige Ski-Tests eingeplant. Darüber hinaus werden ihm in Hinblick auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang freilich auch die Rennen abgehen, die er verpasst.

Dennoch hatte der 28-Jährige, was die Verletzung betrifft, wohl tatsächlich das sprichwörtliche Glück im Unglück. Denn nach abgeschlossener Heilung sollte er wieder völlig schmerzfrei sein. “Richtige Schmerzen wird er nicht haben. Aber man muss sich an das neue Gefühl im Knöchel erst gewöhnen”, sagte Oberthaler.

(APA)

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