Hirscher ist Druck los – Nun folgt Vorbereitung auf Slalomauftakt

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Hirscher ist Druck los – Nun folgt Vorbereitung auf Slalomauftakt
© Für Schörghofer verlief der Saisonauftakt nicht wie erwartet./AFP PHOTO / JOE KLAMAR
Nach dem Riesentorlauf-Check und Platz zwei in Sölden am Sonntag steht für Marcel Hirscher in dieser Disziplin alles auf “grün”. Nun beginnt die Vorbereitung auf den Slalom-Weltcup, der am 13. November in Levi beginnt. “Das wird sicher spannend”, sagte der Salzburger Skistar, der an den drei bisherigen Torlauf-Trainingstagen keine Abstimmungsprobleme hatte.


Was laut Hirscher aber nichts heißen müsse, denn entscheidend seien die Trainings bei Rennbedingungen, wenn man das erste Mal auf Eis komme. Und da wurde ihm beispielsweise im Riesentorlauf dann die Zeit knapp. “Du kannst im Sommer machen, was du willst. Sommer ist Sommer und Übersee ist Übersee. Trotzdem bin ich happy, dass die Vorbereitung recht gut war, sonst stehst du nicht auf dem Podium.”

Hirscher über Pinturault: “Der Mann, den es zu schlagen gibt”

Der fünffache Gesamtweltcupsieger, der vor dem Saisonstart sehr nervös gewesen war, gab zu, dass nun “viel Druck” von ihm abgefallen sei. “Ich liebe den Sport, aber manchmal hasse ich den Druck. Es ist gut zu sehen, dass man imstande ist, auf das Podium zu kommen. Und wenn man wirklich gut ist, auch zu gewinnen. Gut zu sehen, dass man den Speed nicht verloren hat.”

0,70 Sekunden fehlten auf den siegreichen Franzosen Alexis Pinturault, den Hirscher auch ohne seines Fast-Sturzes im zweiten Durchgang nicht erwischt hätte, wie er meinte. “Er ist in Form, er ist der Favorit für den Gesamtweltcup. Er ist der Mann, den es zu schlagen gibt.”

Hirscher trainiert auf Reiteralm und in Schweden

Der weitere Plan bis zum Finnland-Rennen sieht für den 27-jährigen Hirscher Training auf der Reiteralm und in Schweden vor. “Es würde sich auch anbieten, noch in Sölden Super-G zu trainieren. Aber wir haben ein Defizit, was den Umfang im Slalom betrifft. Also trainieren wir Slalom. Ich werde die Reiteralm abchecken, es sieht so aus, als ob wir da eine Slalomlinie finden. Dann werden wir schauen, dass wir reinkommen in die Geschichte und den Rhythmus finden und ein Supertraining auf die Füße stellen”, erklärte Trainer Michael Pircher. Am ersten Novemberwochenende geht es nach Schweden, wo in Kabdalis und Gällivare jeweils zwei Trainingstage absolviert werden sollen.

Pum: Hinter Hirscher klafft “gewaltige Lücke”

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum bejubelte in Sölden ein “gewaltiges Opening”, das an beiden Renntagen insgesamt 30.000 Zuschauer live verfolgt hatten. Während die jungen österreichischen Alpindamen aufzeigten, klaffte bei den Herren hinter Hirscher aber eine gewaltige Lücke. “Marcel war sensationell, ich bin schon neugierig, was die Medien im Winter für Superlative finden werden. Bei den anderen weiß ich, dass sie es viel, viel besser können. Sie sind maßlos enttäuscht. Sie wollten alle zeigen, was sie drauf haben, sie sind im Training gut gefahren”, versicherte Pum.

Das Training fand allerdings auf einer Eispiste im Schnalstal statt, nicht nur für Hirscher hieß das, bei griffigen Verhältnissen auf dem Rettenbachgletscher auf ein anderes Setup zurückzugreifen. “Die Piste war perfekt, ähnlich wie Amerika oder letztes Jahr in Alta Badia, aber untypisch für Sölden. Das haben wir null trainiert. Man ist davon ausgegangen, dass es klappern wird. Aber es ist nicht so, dass man die Piste wie nach einem Kaiserschmarrenrezept macht. Da haben viele Faktoren Einfluss”, meinte Hirscher.

Für Schörghofer verlief der Saisonauftakt nicht wie erwartet./AFP PHOTO / JOE KLAMAR Für Schörghofer verlief der Saisonauftakt nicht wie erwartet./AFP PHOTO / JOE KLAMAR ©

Philipp Schörghofer nach Sölden “grantig”

“Ich bin in Superform hergekommen. Da kann ich nur gantig sein”, sagte Philipp Schörghofer, der eigentlich nahtlos an sein starkes Saisonfinish im März hatte anschließen wollen, aber nur 22. wurde. “Wir haben es noch nie gehabt, dass es in Sölden so leicht und cool zu fahren geht. Das hatten wir im Training nicht, ich habe mir deshalb schwergetan. Aber ich weiß jetzt, dass ich am Eis besser geworden bin. Für Amerika muss ich nun wieder das Andere auspacken.”

Wie 2016 (Sechster) zweitbester Österreicher wurde Roland Leitinger, er kam heuer auf Rang 20. Der Trainingsrückstand wegen Rückenproblemen machte sich beim Salzburger noch bemerkbar. “Ich bin von einem Fehler in einen anderen gefahren. Ich habe nicht viel trainiert, aber ich war heute schmerzfrei, das war die wichtigste Komponente.” Anfang Oktober sei er mit nichts da gestanden, jetzt habe er zumindest ein bisserl was.

Christoph Nösig wurde 28., Manuel Feller (ebenfalls Trainingsrückstand wegen Rückenproblemen), Vincent Kriechmayr, Christian Hirschbühl, Marco Schwarz und Marcel Mathis verpassten die Qualifikation für den zweiten Durchgang. Die Saison beendet ist schon für Stefan Brennsteiner, der sich bei einem Sturz einen Riss des Kreuzbandes und des Innenbandes im linken Knie zuzog. Die Operation verlief ohne Komplikationen.

(APA)

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