Hirscher kann nach Sölden-Sieg “beruhigt schlafen”

Am Nationalfeiertag in Sölden zu siegen, sei auch für ihn etwas Besonderes, gestand Hirscher.
Am Nationalfeiertag in Sölden zu siegen, sei auch für ihn etwas Besonderes, gestand Hirscher. - © APA/Hans Klaus Techt
“Ich werde in den nächsten Wochen sicherlich sehr gut schlafen!” Ein erschöpfter, aber zufriedener Marcel Hirscher verabschiedete sich am Sonntag vom Rettenbach-Gletscher, wo ihm mit seinem ersten Sölden-Sieg ein perfekter Start in die geplante Titelverteidigung gelungen war. Der Salzburger wirkte sichtlich erleichtert, hatte er doch im Sommer viel riskiert und einige neue Dinge probiert.

“Ich wusste wie im Vorjahr durch die internen Vergleiche, dass ich schnell fahren kann. Aber ich wusste nicht, was das international bedeutet”, erklärte der 25-Jährige, warum er vor dem Gletscher-Heimauftakt extrem nervös gewesen war. Die Verwirrung im Ziel (“Ich habe die Anzeige nicht gesehen”) wich nach dem überlegenen Sieg schnell der Erleichterung. “Aber es war ein harter Kampf, meine Zehennägel brennen jetzt noch”, gestand er eine Stunde nach dem Rennen.

Ligety dennoch nicht geknackt

Die “Nuss” Ligety sei nach dem kapitalen Fahrfehler des nur zehntplatzierten Amerikaners aber trotzdem nicht geknackt. “Das heute zählt deshalb nicht”, so Hirscher in Sölden. Der Salzburger bestritt auch, in Sölden bereits den perfekten Schwung gezeigt zu haben. “Da geht noch was”, verwies er darauf, dass er gut zehn Schwünge angedriftet habe. “Die gehen sicher auch noch auf Zug.”

Crossfit als Vorbereitung

Hirscher hatte nach seinem dritten Weltcup-Gesamtsieg fast fünf Monate auf Skifahren komplett verzichtet, sich beim Körper-Training erstmals dem intensiven Crossfit zugewandt. Und er habe zusammen mit Atomic auf dem Materialsektor beim Sommertraining in Ushuaia sehr viel riskiert, offenbar sowohl bei Ski als auch spezieller Bindung.

“Das meiste ist aber innen (im Ski, Anm.) drin. Es hat mutige Schritte gebraucht, damit etwas weitergeht. Vieles hat sich jetzt als richtig herausgestellt”, erklärte der Österreicher, dass Material und Fitness entscheidend seien. “Die Schwünge beschleunigen jetzt extrem, ich muss schauen, dass ich mit dem Körper nachkomme.”

“Auf einer Stufe mit Schladming”

Am Nationalfeiertag in Sölden zu siegen, sei auch für ihn etwas Besonderes, gestand Hirscher. “Dass ist für mich auf einer Stufe mit Schladming.” Nach neun Jahren hat mit Hirscher wieder ein Österreicher den Gletscher-Auftakt gewonnen. “Ich weiß, dass das für Österreich eine Riesen-Bedeutung hat. Ich kann mich noch genau erinnern, wie das damals war, als der Hermann (Maier, Anm.) gewonnen hat. Da waren alle Zeitungen voll damit.”
Der Sieg, die tollen Werbebilder einer perfekten Winterkulisse, all das sei für Österreich bedeutend, ist Hirscher bewusst. Ihm selbst ist wichtig, dass der Sieg nun für Entspannung sorgt. “Es wird jetzt sehr viel Ruhe in meinen Körper einkehren. Das ist superschön, ich freue mich, weil ich in den nächsten Wochen sicher gut schlafen werde, weil ich sagen kann, dass sich die mutigen Schritte gelohnt haben. Dafür muss man erst die Eier haben und das durchziehen. Solche Sachen sind aber notwendig, um Außergewöhnliches zu leisten.”

Titelverteidigung ist schwierig

Obwohl es kaum besser beginnen hätte können, weiß Hirscher, dass Sölden nur ein erster, kleiner Schritt in eine hoffentlich erfolgreiche Titelverteidigung war. Ligety habe gepatzt und Alexis Pinturault gezeigt, dass er “mehr als bereit ist”.

Das nächste Rennen ist der Slalom am 16. November in Levi. In seiner Weltmeister-Disziplin hat Hirscher erst drei Trainingstage in Ushuaia in den Beinen. Die finale Vorbereitung auf das Lappland-Rennen steigt aber ohnehin wieder zusammen mit dem Team in Schweden. (APA)

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