Historischer Faden zieht sich durch die Klöppelkunst

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Autorin Monika Thonhauser (links) beim Klöppeln im Heimatmuseum St. Gilgen.
Autorin Monika Thonhauser (links) beim Klöppeln im Heimatmuseum St. Gilgen. - © Land Salzburg/Sabine Bauer
Handgeklöppelte Spitze war einst begehrt wie edelster Schmuck, das Tragen ein Privileg der noblen Gesellschaft. Die Salzburgering Monika Thonhauser folgt seit mehr als 40 Jahren ihrer Leidenschaft: Der Spitzenklöppelei. In ihrem neuen Buch zeichnet sie die Geschichte der Klöppelei in Salzburg nach.

“Spitzenklöppeln war für die arme Bevölkerung. Vom Händler haben die Klöpplerinnen den Faden bekommen und der hat auch den Preis bestimmt. Und für 14 Stunden Arbeit bekam eine Klöpplerin beispielsweise einen Laib Brot. Salzburg war sehr speziell bei der Klöppelarbeit, denn hier gab es beispielsweise keinen Klöppelbrief – vergleichbar mit einem Schnittmuster. Das heißt, das Muster, nach dem geklöppelt wurde, musste man im Kopf haben”, erklärt Thonhauser.

In ihrem neuen Buch schildert Monika Thonhauser alle Aspekte von Herstellung, Verwendung und Vertrieb der Klöppelspitzen, ihre Rolle am fürsterzbischöflichen Hof ebenso wie in den Manufakturen oder bei der Heimarbeit im Salzburger Flachgau.

Kriegspause weil Spitze ausging

Das “weiße Gold” war bei den Edelleuten sehr beliebt, für das man sogar den ein oder anderen Krieg beendet hat. “Ein ranghoher Militär trug damals sehr viel Spitze, das war quasi sein Abzeichen des Heeres. Da gibt es eine Anekdote, das in einem der Kriege zwischen Spanien und Frankreich eine Kriegspause eingelegt werden musste, weil ihnen die Spitze ausging”, so Thonhauser.

Thonhauser entwickelt eigene Klöppelanleitung

Nach einer speziellen Ausbildung im Klöppeln im In- und Ausland gilt Monika Thonhauser heute als Expertin auf diesem Gebiet in Salzburg. Sie ist Autorin von mittlerweile sechs Folgen der Salzburger Klöppelspitzenreihe, für die sie eine eigene Klöppelanleitung entwickelte, welche in vier Sprachen übersetzt wurde und auch weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet. Sie hat Wirtschafts- und Kulturgeschichte sowie Kunstgeschichte in Salzburg studiert.

Buchpräsentation im Salzburg Museum

“Das Buch von Monika Thonhauser trägt dazu bei, dass dieses Wissen rund um die Herstellung der Salzburger Spitze, das Leben der “Klöppelleute” und Ortsgeschichte nicht verloren geht. Diese Ambivalenz rund um die Salzburger Spitze dokumentiert auch das Heimatkundliche Museum in St. Gilgen, dessen Hauptschwerpunkt die Geschichte der Salzburger Spitzenklöppelei ist, die im 17. und 18. Jahrhundert in Sankt Gilgen betrieben wurde”, so Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn.

Am Donnerstag präsentiert Thonhauser ihr Buch “Textile Landschaft Salzburg” um 18.00 Uhr im Salzburg Museum.

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