Homophobe Sexualpädagogik an Salzburger Schulen? Verein TeenSTAR wehrt sich

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Dem Verein TeenSTAR werden homophobe Äußerungen nachgesagt.
Dem Verein TeenSTAR werden homophobe Äußerungen nachgesagt. - © Bilderbox/Symbolbild
Der Verein TeenSTAR, der unter anderem auch in Salzburg Sexualerziehung anbietet, steht in der Kritik. Demnach soll dieser Schülern vermitteln, dass Homosexualität als „Verirrung“ gelte und heilbar sei. Helga Sebernik vom Verein TeenSTAR bezieht im S24-Gespräch Stellung.

Ein Bericht der Salzburger Nachrichten vergangene Woche sorgte für Aufregung. In diesem heißt es, dass der Verein TeenSTAR – seit 15 Jahren in Österreich tätig – bei seiner Sexualerziehung in Schulen vermittle, dass Homosexualität als Identitätsproblem und „Verirrung“ gelte und zudem heilbar sein. Masturbation werde als Fehlschritt gesehen, Sexualität solle erst in der Ehe gelebt werden.

TeenSTAR: “Das sind Rosinen, die man sich rauspickt”

Helga Sebernik vom Verein TeenSTAR setzt sich gegen die Anschuldigung zur Wehr: „Das sind sehr vereinfachte Darstellungen vom Verein TeenSTAR. Das entbehrt einer größeren Diskussion. Auf diese Ebene lasse ich mich nicht ein.“

Zu den Anschuldigungen bezüglich der Themen Masturbation und Homosexualität äußerte sich Sebernik wie folgt: „Das sind nur Vereinfachungen und Rosinen, die man sich rauspickt. Es geht um viel mehr. Um die ganzheitliche Sicht des Menschen. Man kann Sexualerziehung nicht nur auf diese Punkte reduzieren. Das wir dem Menschen nicht gerecht.“

Wertediskussion zur Sexualpädagogik müsse geführt werden

So müsse es in einer Demokratie wie Österreich vielmehr möglich sein, über verschiedene Werte zu diskutieren. Das allerdings fehle Österreich. „Es braucht eine groß angelegte Wertediskussion über Sexualpädagogik in Österreich”, so Sebernik.

Dass der Verein nun in eine Ecke gestellt wird, empfindet sie als unfair: „Man muss unsere Arbeit kennenlernen. Man muss dort, wo wir arbeiten, die Leute befragen. Das Feedback, das wir bekommen, ist sehr gut.“ Auch seien Lehrer oft froh, wenn das Thema Sexualität von jemand anderen in Schulklassen vermittelt werde.

HOSI Salzburg übt Kritik

Kritik am Verein TeenSTAR kommt von der Homosexuelle Initiative Salzburg (HOSI). „Wir verfolgen die Aktivitäten des Vereins TeenSTAR seit Längerem und sind sehr besorgt über die inhaltliche Ausrichtung der Angebote sowie der Botschaften, die in schulischen Aufklärungsworkshops vermittelt werden“, erklärt HOSI-Salzburg-Obmann Josef Lindner.

Über die vermeintlich vermittelten Botschaften des Vereins sagt Paul Haller, Geschäftsführer der HOSI Salzburg: „Diese Botschaften sind nicht nur falsch sowie schädlich für das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, sondern stehen auch ganz klar im Widerspruch zum Grundsatzerlass Sexualpädagogik, der die rechtliche Grundlage für Sexualerziehung an Schulen darstellt.”

Kirche kennt Geschichte aus den Medien

In dem Bericht der Salzburger Nachrichten wird TeenSTAR auch in die Nähe der katholischen Kirche gestellt. Eine Organisation der Kirche sei der Verein allerdings nicht, wie Wolfgang Kumpfmüller von der Erzdiözese Salzburg auf S24-Nachfrage bestätigt: „Sehr nah kann der Verein nicht an der Kirche sein. Ich kenne die Geschichte ebenfalls nur aus den Medien.“

Wie steht die Kirche mittlerweile zu Themen wie Homosexualität und Masturbation? „Es gibt von Papst Franziskus eine ganz klare Aussage zu diesen Dingen. Er sagt: Es steht mir nicht zu, die Sexualität meines Nächsten zu beurteilen. Das Grundprinzip ist die Lebensbejahung und das ist letztlich die persönliche Freiheit eines jeden, wie er selbst damit umgeht“, erklärt Kumpfmüller. Soll heißen: „In puncto Homosexualität steht es der Kirche nicht zu einzelne Menschen zu diskriminieren. Dasselbe gilt für Masturbation.“

SPÖ stellt parlamentarische Anfrage

Die SPÖ hat nun eine parlamentarische Anfrage an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) gestellt, die den Verein TeenSTAR näher beleuchten soll.

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