Horror-Clowns: Fragwürdiger Trend in Salzburg nimmt kein Ende

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Immer mehr Leute schlupfen in ein Clownskostüm, um andere zu erschrecken.
Immer mehr Leute schlupfen in ein Clownskostüm, um andere zu erschrecken. - © APA/Brown
Sie erschrecken Passanten, greifen mit Baseballschlägern, Messern oder Kettensägen Menschen an und zerstören Autos. Horror-Clowns treiben derzeit in ganz Europa und den USA ihr Unwesen und der Hype um die maskierten Bösewichte scheint weiter um sich zu greifen. Am Wochenende kam es in Salzburg zu Übergriffen, wir geben euch einen Überblick über die Vorfälle.

Der Trend um die bösen Clowns schwappte aus den USA nach Europa über. Schon 2014 versetzten Horror-Clowns in Frankreich Leute in Angst und Schrecken. Sie rühmten sich mit ihren Taten. Durch die Verbreitung in den sozialen Netzwerken entstand ein Hype, der sich heuer fortsetzt. Und der Trend scheint auch in Salzburg nicht abzureißen. Immer mehr Clown-Sichtungen werden der Polizei gemeldet und in den sozialen Netzwerken schlagen sie hohe Wellen.

Horror-Clowns aus USA

In diesem Jahr greifen die Horror-Clowns wieder vermehrt um sich. Die ersten Meldungen kamen Mitte Oktober aus den USA. Verkleidete erschrecken in einem bunten Outfit aus dunklen Ecken heraus Menschen oder schüchtern diese mit Messern und anderen Waffen ein. Seit den ersten Berichten ist der Trend nicht mehr aufzuhalten. In Deutschland griffen zwei maskierte Männer einen Gehörlosen mit einem Messer an und verletzten ihn dabei. In Wien, der Steiermark und Kärnten wurden Horror-Clowns gesichtet und einige Tage später erreichte der Trend auch Salzburg. S24-Leser schickten Fotos von den gruseligen Clowns in die Redaktion.

Eine erste Sichtung in Salzburg. /User Eine erste Sichtung in Salzburg. /User ©

Polizei und Versicherungen warnen

Die ersten Vorfälle in Salzburg ereigneten sich am Bahnhof in Golling (Tennengau) und in Grödig (Flachgau). Die Täter konnten von der Polizei ausgeforscht werden und erhielten eine Anzeigen wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Die Burschen gaben an, dass sie die Leute nur erschrecken oder für Fotos in sozialen Netzwerken posieren wollen. Im Gespräch mit SALZBURG24 bestätigte die Polizei, dass seit Freitag vermehrt Vorfälle in Salzburg gemeldet wurden, eine Person wurde in Hallein verletzt. Die Polizei bittet bei Sichtung eines Horror-Clowns, diesen sofort zu melden. Auch wenn er nur in der Gegend herumsteht, soll man nicht zögern den Notruf zu wählen, da man nicht weiß, wer dahinter steckt und was er plant.

Erst am Freitag hatte das Rechtsschutz-Unternehmen D.A.S. in einer Aussendung darauf hingewiesen, dass Horror-Clowns nicht nur keine Spaßvögel sind, sondern auch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Neben den Tatbeständen der Nötigung und der gefährlichen Drohung, sei auch eine fahrlässige Körperverletzung nicht unwahrscheinlich, etwa wenn jemand absichtlich einen anderen Menschen so sehr erschreckt, dass dieser sein Fahrrad verreißt oder beim Laufen stolpert. Hier erfahrt ihr mehr über die rechtlichen Konsequenzen.

Soziale Netzwerke als Plattform

Vorwiegend in Facebook und WhatsApp bildeten sich schnell Gruppen, die Sichtungen von Horror-Clowns dokumentieren. Die Wogen, Emotionen und Aggression gegen die Clowns gehen in diesen Gruppen hoch. Ein Ende des Hypes ist noch nicht in Sicht.

“Gags können schlimme Folgen haben”

Auch in Bayern gab es in der Zwischenzeit immer mehr Vorfälle rund um die gruseligen Gestalten. Der Bayerische Innenminister sagt ihnen nun den Kampf an. Bei den Umtrieben der sogenannten Horror-Clowns hört für Joachim Herrmann der Spaß auf. “Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben”, sagte der Minister der “Passauer Neuen Presse“. Die Täter dürften nicht mit Nachsicht rechnen: “Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden”, sagte Herrmann. “Aus einem vermeintlichen Scherz wird dann für den Täter bitterer Ernst.”

Berufs-Clowns fürchten um ihr Image

Der Verband Deutscher Zirkusunternehmen befürchtet unterdessen einen Imageschaden für die artistische Figur. “Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen”, sagte der Vorsitzende des Vereins, Dieter Seeger, der Deutschen Presse-Agentur. “Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt.” Warum sich die Maskierten für ein Clown-Kostüm entscheiden, kann Seeger nur vermuten: “Möglicherweise hat das mit einigen Kinofilmen zu tun, in denen der Bösewicht als Clown auftritt – zum Beispiel bei Überfällen.” Gerade auf Kinder wirke sich das traumatisch aus.

(SALZBURG24/APA)

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