6. September 2012 14:52; Akt.: 6.09.2012 14:52

“Ich bin die Erste Hilfe”: Rotes Kreuz setzt Erste Hilfe Schwerpunkt

Wenige Minuten entscheiden oft über Leben und Tod Wenige Minuten entscheiden oft über Leben und Tod - © Rotes Kreuz
„Ich bin die erste Wahl – Ich bin die Erste Hilfe“  – so lautet das Motto der salzburgweiten Kampagne des Roten Kreuzes. Die erklärten Ziele: Möglichst viele Menschen zu einer Erste-Hilfe-Grundausbildung bewegen und der Bevölkerung die Angst nehmen, bei der Ersten Hilfe etwas falsch zu machen.

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Jeder könnte täglich mit der Herausforderung konfrontiert werden, dem eigenen Kind, einem Bekannten oder Freund, einer Arbeitskollegin oder dem Nachbarn Erste Hilfe leisten zu müssen. Denn 80 % der Unfälle passieren nicht auf der Straße, sondern im eigenen Umfeld. Nur wenige Handgriffe entscheiden oftmals über Leben oder Tod: „Wir wissen um die Angst der Bevölkerung vor der Anwendung lebensrettender Sofortmaßnahmen. Die Menschen möchten helfen, wollen aber nichts falsch machen. Da ist zum Beispiel die Angst, jemandem die Rippen zu brechen oder falsch zu bewegen und somit die Lage zu verschlimmern. Genau diesen Ängsten wollen wir mit dem Angebot der Erste-Hilfe-Kurse entgegenwirken“, skizziert Landesrettungskommandant Ing. Anton Holzer die Grundproblematik und macht auf die Notwendigkeit der Ersten Hilfe aufmerksam.

Wenige Minuten entscheiden oft über Leben und Tod

Seit vielen Jahren wird in Umfragen die Bereitschaft der Bevölkerung, im Notfall Erste Hilfe zu leisten, erhoben. Das Ergebnis ist jedes Mal wieder alarmierend: Lediglich zwischen einem Viertel und einem Drittel der Befragten trauen sich Erste Hilfe zu: „Auch wenn die Rettungskräfte des Roten Kreuzes im Ernstfall schnell zur Stelle sind, entscheiden oftmals wenige Minuten über Leben und Tod. Etwa bei einem Kreislaufstillstand sinkt die Chance des Überlebens pro Minute um etwa 10 % – das heißt die ersten zehn Minuten sind entscheidend“, unterstreicht Rotkreuz-Chefarzt MedR Dr. Werner Aufmesser die Bedeutung der Ersten Hilfe. Aussagen wie ‚Ich mache lieber nichts, bevor ich etwas falsch mache‘ hören die Rotkreuz-Experten allzu oft. Ein schlimmes Vorurteil, denn man kann nichts falsch machen, außer man tut gar nichts: „Ersthelfer sind das wichtigste Glied einer funktionierenden Rettungskette. Die ersten Minuten entscheiden nicht nur, ob jemand überlebt oder nicht, sondern auch, ob bleibende Schäden und Behinderungen davongetragen werden,“ so Aufmesser weiter.

Erste-Hilfe-Kurse geben Sicherheit

„Uns ist bewusst, dass mit dem Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses nicht alle Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden. Was wir jedoch mitgeben ist das Wissen, dass man beim Helfen nichts falsch machen kann“, erklärt Andreas Erler, Leiter der Ausbildungsakademie des Salzburger Roten Kreuzes, und hofft auf zahlreiche Kursteilnehmer: „Bei den jeweiligen Kursen steht neben der Vermittlung von Wissen und Fakten vor allem die Möglichkeit zu üben, um die eigene Unsicherheit abzubauen im Vordergrund. Dadurch werden die TeilnehmerInnen motiviert, im Notfall Hilfe zu leisten“.

Flächendeckende Erste-Hilfe-Kurse

Das Angebotsspektrum der Erste-Hilfe-Kurse reicht von Grund- über Auffrischungskurse bis hin zu speziellen Angeboten wie Erste Hilfe bei Säuglings- bzw. Kindernotfällen. „Der klassische Grundkurs in einem Ausmaß von 16-Stunden hat vor allem das Ziel, die Teilnehmer mit der Hilfeleistung nach Unfällen oder bei Eintritt plötzlicher Erkrankungen vertraut zu machen. In Auffrischungskursen wird das bereits Erlernte wiederholt und gefestigt“, so Erler. Einen Erste-Hilfe-Kurs können nicht nur Einzelpersonen, sondern auch ganze Vereine oder Firmen buchen – die Termine und Kursorte werden hierfür individuell vereinbart.



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