“Ich will die Leute motivieren”: Train D-Lay im Interview

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"Bei Zugverspätungen habe ich mein Textbuch herausgeholt, und angefangen Texte aufs Papier zu bringen. Daher der Name Train D-Lay", so Gerhard Fessl.
"Bei Zugverspätungen habe ich mein Textbuch herausgeholt, und angefangen Texte aufs Papier zu bringen. Daher der Name Train D-Lay", so Gerhard Fessl. - © Gerhard Fessl
Rapper Gerhard Fessl alias Train D-Lay mischt seit einigen Jahren die heimische Musikszene auf. Im Interview mit SALZBURG24 sprach er über Zugfahren und Verspätungen, die deutschsprachige Rap-Szene und die Stadt Salzburg.




Humorvoller und gewissenhafter Rap, verbunden mit Sprachwitz und eingängigen Beats. Das ist Train D-Lay. Der gebürtige Steirer studiert in Salzburg Kommunikationswissenschaft und arbeitet neben dem Studium intensiv an seiner Karriere als Musiker.

SALZBURG24: Was steckt hinter dem Namen Train D-Lay?

„Train D-Lay heißt so viel wie Zugverspätung. Die ersten Tracks habe ich immer dann geschrieben, als ich in Liezen auf den Zug gewartet habe. Immer wenn es hieß, der Zug habe Verspätung, habe ich mein Textbuch herausgeholt, und angefangen Texte aufs Papier zu bringen. Bei den vielen Verspätungen (Train delay = Zugverspätung) dachte ich mir dann, das würde als Name auch ganz gut passen. Ich bin den Verspätungen daher eigentlich sehr dankbar. Was andere stört, hat mir sehr geholfen.“

SALZBURG24:  Womit beschäftigst du dich in deinen Texten?

„Das Schreiben hat sich bei mir etwas gewandelt. Früher war immer eher alles schlecht, das Schreiben selbst hat mir jedoch dabei geholfen, dass es mir besser geht. Jetzt will ich viel mehr die Leute motivieren, sie dazu bringen, an ihren Traum zu glauben, und sie zugleich zum Nachdenken zu bewegen.  Einfachheit in den Texten ist mir dabei sehr wichtig. So zum Beispiel in der Textzeile ‚Die Wöt bleibt nie steh, gonz egal wos passiert, wos du hait sicher host, konnst du morgn scho verlieren‘. Da muss man kein großer Philosoph sein, es ist ein einfacher Zweizeiler der viel aussagt.“

SALZBURG24:  Wie kam es dazu, dass du ein eigenes Werbevideo für die Westbahn gemacht hast? Es scheint so als sei das Zugfahren ein großer Teil von dir.

„Wegen des vielen Pendelns zwischen Liezen und Salzburg habe ich auch sehr viel Zeit auf Bahnhöfen und in Zügen verbracht. Während eines Videodrehs am Hauptbahnhof in Salzburg kam der Zugchef der Westbahn auf uns zu und fragte uns, was wir hier machen. Ich erklärte ihm, dass wir hier ein Videodrehen, er lud uns daraufhin ein, eine kurze Strecke mit der Westbahn mitzufahren und das Video im Zug zu drehen. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Zugchef stellte dieser fest, dass die Musik und Zielgruppe auch gut für die Westbahn passen würde. Er gab mir den Kontakt vom Marketingchef und wir haben ihm ein Konzept geschickt. Der Name Train D-Lay und rappen auf Mundart kam bei ihnen gut an.“

 

SALZBURG24:  Wie siehst du die Salzburger Hip-Hop-Szene?

“Die Hip-Hop-Szene in Salzburg ist relativ klein, im Gegensatz zu früher. Sehr gut finde ich Scheibsta, da gefällt mir vor allem sein lyrischer Stil. Ansonsten gibt es nicht allzu viel, mit dem ich mich jetzt wirklich identifzieren kann. Salzburg an sich finde ich super, mir gefällt das Leben hier. Wien wäre für meine Musik wahrscheinlich zu groß gewesen, Graz wäre an sich eine Option gewesen, doch vor einigen Jahren war die Szene noch nicht so vorhanden wie sie jetzt ist. In Salzburg habe ich außerdem gleich die Nähe zu Deutschland.”

SALZBURG24:  Wie sind deine Pläne für die Zukunft?

“Im Herbst haben wir eine Videopremiere im Rockhouse. Im Winter steht eventuell ein Auftritt bei Snow Break an. Das Seaside Festival in Podersdorf wäre für mich der Wahnsinn. Durch meine Zusammenarbeit mit Sportlern aus der der Surf- und Board-Szene würde das perfekt passen. Zurzeit arbeite ich zudem intensiv an meiner EP (=Extended Play, ein Tonträger mit etwa fünf Songs, Anm.). Der Vorteil an meinem eigenen Indie-Label ‚Train D-Lay Music‘ ist der, dass ich keinen Druck habe. Ich kann also Songs veröffentlichen, wann ich es will.”

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