Im Oktober war es kühl, teils nass und trüb

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Auch, wenn der Oktober kalt war, gab es einige sonnige Tage.
Auch, wenn der Oktober kalt war, gab es einige sonnige Tage. - © FMT-Pictures/KT
Der heurige Oktober war kühler als gewöhnlich. Mit gerade einmal halb so vielen Sonnenstunden als in den vorigen Jahren und großen Temperaturunterschieden geht der Oktober zu Ende.

Im Osten sehr nass, im Westen zu trocken

Der Oktober 2016 endet österreichweit mit einer negativen Abweichung von rund 0,5 Grad und ist damit nach dem Mai der zweite zu kühle Monat des heurigen Jahres. Sehr unterschiedlich verteilen sich die Regenmengen: Ein zu trockener Westen steht einem deutlich zu nassen Osten gegenüber. Stellenweise fiel in Niederösterreich dreimal soviel Regen wie in einem durchschnittlichen Oktober. Häufiger Tiefdruckeinfluss sorgte zudem verbreitet für ein deutliches Sonnnenscheindefizit, die Sonne schien um bis zu 50 Prozent seltener als im Mittel. Der zweite Herbstmonat war zudem von großen Wettergegensätzen geprägt. So gab es nach einem gebietsweise spätsommerlichen Beginn, schon zur Monatsmitte vielerorts den ersten Nachtfrost.

Warmer Start, dann immer kälter

Mit einer österreichweiten Temperaturabweichung von circa minus 0,5 Grad geht mit dem Oktober der zweite zu kühle Monat in die Bilanz des Jahres 2016 ein. Auch der vergangene Mai brachte leicht unterdurchschnittliche Temperaturen. Nach einem spätsommerlichen Start gingen die Temperaturen im Monatsverlauf deutlich zurück. “Am ersten Oktober wurden etwa in Niederösterreich in Hohenau an der March oder im burgenländischen Güssing noch 25,6 Grad gemessen”, sagt Manfred Spatzierer von UBIMET. “Damit gab es sogar noch einen offiziellen Sommertag.” Nur zwei Wochen später und damit drei Wochen früher als sonst sorgten klare Nächte in Kombination mit polarer Kaltluft hingegen bereits für den ersten Frost, selbst im Flachland.

Erster Schnee bereits Mitte Oktober

Mit bis zu minus 2,7 Grad im Bezug auf die Durchschnittswerte fällt der Oktober auf den Bergen deutlich kälter aus. Im zweiten Monatsdrittel gab es zudem die ersten nennenswerte Schneefälle des Herbstes. Östlich von Salzburg, etwa im Mostviertel, in der Semmering- Region und in der Obersteiermark, sank die Schneefallgrenze vorübergehend gegen 800 Meter. Das letzte Monatsdrittel brachte vor allem auf den Bergen Westösterreichs wieder deutlich höhere Temperaturen.

[caption id=”attachment_4910815″ align=”aligncenter” width=”649″]Die Oktober Bilanz für ganz Österreich. / Foto: UbimetAm kältesten war es im Oktober im Lungau./Foto:Ubimet

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Tiefdruckgebiet schuld an vielem Regen

Im Osten des Landes fällt der Oktober deutlich nasser aus als im langjährigen Durchschnitt: Mit etwas mehr als 300 Prozent der üblichen Regenmenge gab es in St. Pölten landesweit die größte Abweichung. Mehr als 200 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags kamen aber auch in Wien an der Hohen Warte, in Laa an der Thaya oder in Oberndorf an der Melk im Mostviertel zusammen. “Die Nähe zu Tiefdruckgebieten über Osteuropa bescherte vor allem dem Nordosten des Landes einen ungewöhnlich nassen Monat”, so der Meteorologe. Von Oberrösterreich über Salzburg und große Teile der Steiermark bis nach Kärnten schließt sich ein Bereich mit durchschnittlichen Regenmengen an. Noch weiter westlich, in Vorarlberg und Tirol, endet der Oktober dagegen sogar mit einem Niederschlagsdefizit von 20 bis 40 Prozent.

Sonne war seltener Gast, außer in Sonnenstadt Lienz

Feuchte Luft sorgte landesweit für einen zu trüben Oktober. Vor allem im Norden und Nordosten Österreichs schien die Sonne deutlich seltener als üblich. Von den Salzburger Gebirgsgauen über Ober- und Niederösterreich bis nach Wien kamen bislang erst rund 50 Prozent der üblichen Sonnenstunden zusammen. Häufiger schien die Sonne hingegen vom südlichen Vorarlberg über den Tiroler Alpenhauptkamm bis nach Kärnten und die Steiermark. Hier beträgt das Defizit derzeit nur 20 bis 40 Prozent und der zu erwartende Sonnenschein in den nächsten Tagen könnte die Bilanz zum Teil sogar noch ausgleichen. Mit 123 Stunden war Lienz in Osttirol der sonnigste Ort.

Wind kaum ein Thema

Der Wind spielte abseits der Föhnstriche keine wesentliche Rolle, große Sturmereignisse blieben aus. Die stärkste Böe abseits der Berge gab es am 8. mit 101 km/h in Schöngrabern, Niederösterreich. Auf den Bergen wurden am 13. sogar Orkanböen registriert. So pfiff am Tiroler Brunnenkogel an diesem Tag der Föhn mit Spitzen von bis zu 140 km/h über die Gipfel.

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