Immer mehr Lkw auf Salzburgs Autobahnen

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Immer mehr Lkw auf Salzburgs Autobahnen.
Immer mehr Lkw auf Salzburgs Autobahnen. - © dpa/Marijan Murat
Der Lkw-Verkehr auf Salzburgs  Autobahnen hat heuer erneut zugenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Auf der Tauernautobahn waren in den ersten neun Monaten bei Anif rund 1,6 Millionen Lkw unterwegs, auf der A1 Westautobahn bei Hallwang fast 1,5.

Die Zunahme des Lkw-Verkehrs wird zunehmend auch ein Problem für die Verkehrssicherheit. Der VCÖ spricht sich für mehr Lkw-Kontrollen sowie eine EU-weite Mindestmaut für Lkw aus.

Rechte Autobahnspur fast nur für Lkw

“Die Daten der Zählstellen bestätigen, was viele Autofahrer empfinden: Der Lkw-Verkehr nimmt weiter zu. Die rechte Spur wird mehr und mehr zur rollenden Lagerhalle”, fasst VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. In Salzburg ist die A10 bei Anif der Lkw-Hotspot mit rund 1,6 Millionen Lkw in den ersten drei Quartalen. Bei Hallein wurden mehr als 1,3 Millionen Lkw gezählt und beim Ofenauer Tunnel und bei Werfen jeweils mehr als 1,2 Millionen.  Auf der A1 Westautobahn rollten bei Hallwang heuer bereits fast 1,5 Millionen Lkw. Österreichweit am meisten Lkw waren auf der A1 bei Haid in Oberösterreich mit rund 3,7 Millionen unterwegs.

Zwei Prozent mehr Lkw auf der A10 in Salzburg

Auf der Tauernautobahn nahm der Lkw-Verkehr heuer um mehr als zwei Prozent zu, auf der Westautobahn bei Hallwang um mehr als drei Prozent. Als Transitland leidet Salzburg auch darunter, dass es auf EU-Ebene noch immer keine Mindestmaut für Lkw gibt. Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr in der EU nur einen Bruchteil der Kosten, die er verursacht. Die Lkw-Fahrten quer durch Europa sind damit zu billig, was wiederum zur Zunahme des Lkw-Verkehrs führt.

Problem für Verkehrssicherheit

Die Zunahme des Lkw-Verkehrs wird auch ein wachsendes Problem für die Verkehrssicherheit. Laut deutschem Bundesamt für Güterverkehr ist bereits bei jedem vierten Lkw der Fahrtenschreiber manipuliert, die Ruhezeiten werden nicht eingehalten. “Mit der Missachtung der Vorschriften werden die Kosten gesenkt, was all jene Transportunternehmen benachteiligt, die sich an die Regeln halten. Und gleichzeitig werden das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt. Übermüdung erhöht das Unfallrisiko um ein Vielfaches”, sieht VCÖ-Experte Gansterer die Notwendigkeit von deutlich mehr Lkw-Kontrollen und bei Verstößen für höhere Strafen für Transportunternehmen.

VCÖ rät: Auf Schiene verlagern

Darüber hinaus sind betriebliche Gleisanschlüsse stärker zu fördern, damit Güter direkt vom Betrieb auf die Schiene kommen. Auch braucht es stärkere Anreize, damit neue Betriebsstandorte in der Nähe von Gleisanlagen errichtet werden. Die steuerliche Begünstigung von Dieseltreibstoff ist abzuschaffen. Der VCÖ erinnert daran, dass Dieselabgase besonders viele Stickoxide enthalten. Stickstoffdioxid kann zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. “Dass trotz der hohen Gesundheitsschädlichkeit der Dieselabgase Diesel niedriger besteuert wird als Eurosuper, ist unverständlich und wäre in der Schweiz undenkbar. Dort gibt es für Diesel keine Steuerbegünstigung und zusätzlich ist die Lkw-Maut höher als in Österreich und gilt zudem am gesamten Straßennetz”, betont VCÖ-Experte Gansterer.

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