In 90 Minuten um die Welt: Die Raumstation ISS

Die ISS braucht nur 90 Minuten, um die Erde zu umrunden.
Die ISS braucht nur 90 Minuten, um die Erde zu umrunden. - © APA/AFP/NASA/Handout
Mit dem Bau der Internationalen Raumstation (ISS) wurde 1998 begonnen, immer wieder kamen neue Teile wie das europäische Labormodul “Columbus” hinzu. Permanent von Raumfahrern bewohnt ist die Station seit Ende 2000, mehr als 200 Menschen – darunter auch sieben Touristen – waren bereits an Bord. Kommandant ist meist ein Russe oder US-Amerikaner.

Beteiligt an Aufbau und Betrieb sind einige europäische Länder, Kanada, Japan, die USA und Russland. Deutschland kostet der Unterhalt der ISS derzeit etwa 160 Millionen Euro jährlich. Den Großteil der Kosten von mehr als drei Milliarden Euro im Jahr tragen die USA. Die Gesamtkosten für Aufbau und Betrieb belaufen sich nach Schätzungen bereits auf mehr als 100 Milliarden Euro.

ISS rast mit 28.000 km/h um Erde

Mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Stundenkilometern rast die ISS in etwa 90 Minuten um die Erde. Von der Erde aus ist sie nachts bei klarem Himmel als recht flott querender heller Punkt gut zu erkennen. Ihre Energie bezieht die Station über Solarzellen. Die rund 450 Tonnen schwere ISS misst 110 mal 100 mal 30 Meter. Die derzeit meist sechs Raumfahrer sind in gut 930 Kubikmeter Raum unterwegs – ihr persönliches “Zimmer” hat allerdings jeweils nur etwa die Größe einer Telefonzelle.

Schwerelosigkeit wegen starker Geschwindigkeit

Schwerelos sind die Raumfahrer in der Station nicht wegen der Flughöhe von knapp 400 Kilometern, wie oft fälschlich angenommen. In dieser Entfernung sind noch 89 Prozent der Erdanziehungskraft vorhanden. Die Schwerelosigkeit entsteht, weil sich die ISS in ständigem freien Fall in einem großen Kreis um die Erde befindet. Stünde sie still, würde sie sofort wie ein Stein zu Boden fallen. Nur weil sie sich so schnell fortbewegt, fällt sie nicht auf die Erde – sondern eben permanent um diese herum.

Keine Stille im All

Eine weitere Fehlannahme ist, dass es schön still ist da oben. Das Gegenteil ist der Fall: “Das Lüftungssystem ist sehr laut”, sagte ESA-Astronaut Alexander Gerst. Luftaustausch finde in der Station nur statt, wenn man ihn durch Ventilatoren künstlich herstelle. “Man muss gewährleisten, dass das bis ins letzte Eck passiert und darum gibt es ganz viele Luftauslässe.” Eine interaktive Grafik der ISS findet ihr HIER.

(APA/dpa)

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