In den Fängen des IS: 16-jähriger Wiener ruft zu Morden auf

Akt.:
Der junge Video rief in einem Video zum Anschluss an den IS auf.
Der junge Video rief in einem Video zum Anschluss an den IS auf. - © AP/Archivbild
Ein 16-jähriger Schüler aus Wien ruft in einem Online-Video Muslime dazu auf, sich dem IS anzuschließen und Ungläubige zu töten. Insgesamt sollen bereits 30 österreichische Anhänger des “Islamischen Staates” im Kampf gestorben sein.

Der 16-jährige Oliver N. scheint sich in dem Propagandavideo in einem Schlachthaus in Syrien zu befinden. Im Hintergrund sind Schafe zu erkennen. Vor einiger Zeit soll er noch bedrohliche und herabwürdigende SMS an einige Mitschüler versendet haben. Danach sei er wie vom Erdboden verschluckt gewesen – bis das Video aus Syrien aufgetaucht sei, hieß es. Laut einem Bericht der Tageszeitung “Standard” und der Online-Seite des ORF hätten ehemalige Mitschüler den jungen Wiener in dem Video erkannt.

 

Der 16-Jährige ruft im Video zu Mord auf. (Foto: Screenshot/Youtube) Der 16-Jährige ruft im Video zu Mord auf. (Foto: Screenshot/Youtube) ©

16-Jähriger veränderte sich drastisch

Einige Zeit lang habe es zudem Verwirrung um den jungen Mann gegeben, doch nun stehe fest, dass er bis vor kurzem in eine Berufsschule in Wien-Meidling gegangen sei, wie der “Standard” bereits am Dienstag berichtete. “Grundsätzlich muss man sagen, dass es ein sehr netter Schüler war. Gegen Ende des vorigen Schuljahres hat dieser Schüler den islamischen Glauben angenommen und ab diesem Zeitpunkt wurde eine Verhaltensänderung festgestellt”, sagte Berufsschuldirektor Erich Macho dem ORF Magazin “heute mittag”.

Wiener seit Ende August vermisst

“Er hat offen kundgetan, dass er zum Islam konvertiert ist und hat das auch durch diverse Äußerungen und Verhaltensweisen zum Ausdruck gebracht”, so Macho weiter. Geboren wurde der junge Mann laut Medienangaben in Linz. Er lebe aber schon seit längerem in Wien. Hier habe er eine Lehrstelle und Freunde. Seit 23. August 2014 gilt er als vermisst und wird nun via Interpol gesucht.

Deutscher Islamist bedroht Merkel

Ein deutscher Jihadist greift indes in einem Video direkt Bundeskanzlerin Merkel sowie ihre französischen und britischen Kollegen an. „Die schmutzige Merkel! Nachdem du deine Geschenke abgegeben hast an Israel. Versammelt ihr euch alle! Hollande, Cameron, Putin! Versammelt euch gegen die Muslime. Ihr werdet nur verlieren!” Auch er ruft seine “Geschwister in Deutschland, Österreich, in der Schweiz” auf, sich mit dem IS zu verbünden.

 

Der Deutsche spricht offene Drohungen gegen Europa aus. (Foto: Screenshot/Youtube) Der Deutsche spricht offene Drohungen gegen Europa aus. (Foto: Screenshot/Youtube) ©

Laut Informationen der „Welt“ soll es sich bei „Abu Dawud“ um den deutschen Michael N. handeln, der im Jahr 2012 nach Ägypten ausgewandert ist. Bereits vor seiner Ausreise habe er in einer Moschee in Solingen (NRW) gepredigt.

30 Österreicher bei IS-Kämpfen gestorben

Von Österreich aus reisten bislang insgesamt 150 mögliche Extremisten nach Syrien oder konnten am Weg dorthin noch gestoppt werden. Rund 60 dieser Personen seien seither wieder nach Österreich zurückgekehrt. Rund 30 Personen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Kampfhandlungen gestorben.

“Ausnahmslos jeder einzelne Jihad-Rückkehrer wurde und wird den zuständigen Staatsanwaltschaften angezeigt, wegen des Verdachts der Unterstützung bzw. Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.”, so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Zudem würden nicht nur die Jihad-Rückkehrer selbst, “sondern auch ihre radikalen Freunde und Unterstützer einvernommen und ausnahmslos den zuständigen Staatsanwaltschaften angezeigt”.

Auch Europäer kämpfen gegen den IS

Einige Europäer reisten aber auch in das Gebiet, um auf der Seite der Kurden zu kämpfen, so etwa drei niederländische Rocker. Der Präsident des Motorclubs No Surrender, Klaas Otto, bestätigte dem niederländischen Fernsehen, dass drei Clubmitglieder im Irak gegen den IS kämpften.

Bei den Männern handle es sich um ehemalige Soldaten. In einem kurdischen Video ist ein Mann in Kampfausrüstung und mit einem Maschinengewehr mit kurdischen Kämpfern zu sehen. Er sagt auf Niederländisch: “Die Kurden werden schon so lange unterdrückt.”

Der Sprecher der niederländischen Staatsanwaltschaft, Wim de Bruin, konnte nicht bestätigen, dass tatsächlich Niederländer gegen den IS kämpfen. Der Einsatz in einer fremden Armee sei – anders als der Kampf für die Terrormiliz – nicht strafbar, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Rotterdam weiter. “Der Unterschied ist, dass das (der IS) eine terroristische Organisation ist”, erläuterte er. “Sollten die Männer jedoch Kriegsverbrechen begehen, würden sie verfolgt”, ergänzte De Bruin.

Blutiger Kampf um Kobane

Die aktuelle Lage erweist sich besonders im nordsyrischen Kobane als besonders drastisch. Seit Beginn der Belagerung durch den IS vor etwa einem Monat sind mindestens 662 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Aufseiten der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) seien 258 Kämpfer und in den Reihen des IS 374 Jihadisten getötet worden.

 

Ein Bild aus Kobane vom 15. Oktober 2014. (Foto: EPA/Bozoglu) Ein Bild aus Kobane vom 15. Oktober 2014. (Foto: EPA/Bozoglu) ©

Weiterhin seien 20 Zivilisten und zehn mit der YPG-Miliz verbündete Kämpfer umgekommen. Die IS-Miliz hatte Anfang September ihren Vormarsch auf die an der Grenze zur Türkei gelegene kurdische Enklave Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) gestartet. Rund 300 Dörfer eroberte die Miliz im Umland, Hunderttausende syrische Kurden waren daraufhin in die Türkei geflohen. (SALZBURG24/APA)

 

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Verkehr hat Salzburg fest im G... +++ - Leogang: Rot-Kreuz-Mitarbeiter... +++ - Frau stürzt bei Brand in Hallw... +++ - Unwetter: Chiemsee Summer und ... +++ - NR-Wahl: Schnell-Liste tritt m... +++ - Berndorf: 35-Jährige bei Sturz... +++ - Sturm wütet in Salzburg: Knapp... +++ - Person in Salzburg-Lehen aus S... +++ - Drei Verletzte bei Brand in He... +++ - Neun Personen beim Atrium West... +++ - Notorischer Salzburger Kunstdi... +++ - VCÖ-Bahntest: Silber für Salzb... +++ - Postings in rechtsextremem For... +++ - Pfarrwerfen: Fünf Verletzte be... +++ - Summer Fusion: Freiluftparty i... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen