Industriekonjunktur trübt sich weiter ein

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Bei der heimischen Industrie trübt sich die Konjunktur weiter ein. Wegen fehlender Aufträge sank die Produktion im Oktober den zweiten Monat in Folge, und das Tempo beim Jobabbau nimmt zu. Bis Jahresende werde dieser Sektor nicht besser florieren, erklärte die Ökonomen der Bank Austria am Donnerstag und senkten den Einkaufsmanagerindex (EMI) für Oktober auf ein 2-Jahres-Tief.


In der monatlichen EMI-Umfrage wiesen laut Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer fast alle Komponenten auf eine Talfahrt hin. Aufgrund fehlender Aufträge hätten die heimischen Betriebe im Oktober die Produktionsleistung deutlich reduziert. “Sinkende Preise, ein sehr bedachtsames Lagermanagement und der Abbau von Beschäftigten sind weitere Folgen der derzeitigen Nachfrageschwäche”, so der Bank-Austria-Experte.

Im Oktober gab der Index gegenüber dem Vormonat um einen weiteren Punkt auf 46,9 nach und zeigt damit ein noch stärkeres Schrumpfen der Industrie als im Vormonat an. Bruckbauer: “Damit unterschreitet der Indikator den zweiten Monat in Folge die 50er-Grenze” und erreicht den tiefsten Wert seit zwei Jahren.

Die heimischen Industriebetriebe hätten im Oktober die stärksten Auftragseinbußen seit zwei Jahren verzeichnet, sagt Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl: “Die Nachfrage aus dem Ausland ging bereits den zweiten Monat in Folge zurück. Dazu kommt, dass insbesondere Bestellungen aus dem Inland stark nachließen. Daher haben die heimischen Betriebe ihre Produktionsleistung deutlich verringert.”

Nun hätten die Industriebetriebe damit begonnen, die Personalkapazitäten an die schwache Auftragslage anzupassen, so Pudschedl. Bei der Verringerung des Beschäftigtenstands habe sich der Jobabbau gegenüber dem Vormonat spürbar verstärkt.

Sinkende Einkaufspreise bei gleichzeitig rückläufigen Verkaufspreisen hätten im Oktober dazu geführt, dass sich keine spürbare Veränderung der Ertragssituation der Industriebetriebe ergeben habe, so Pudschedl. Im Oktober seien die Produzenten auf ein besonders vorsichtiges Lagermanagement eingeschwenkt; das lässt laut Bruckbauer auf eine sehr zurückhaltende Einschätzung der künftigen Geschäftsaussichten schließen. Seit fast einem Jahr würden die Lagerbestände reduziert – der Abbau im Oktober sei aber der stärkste im heurigen Jahr gewesen. Lieferengpässe bestünden kaum noch.

Gestützt werden sollte die exportorientierte Industrie in den kommenden Monaten durch die Abschwächung des Euro, nimmt Bruckbauer an – obwohl die geopolitischen Probleme in Europa und im Nahen Osten die heimische Wirtschaft belasten würden. “Vor dem Jahreswechsel lassen jedoch weder die aktuell vorliegenden Umfrageergebnisse noch die bestehenden externen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesserung der Industriekonjunktur in Österreich erwarten”, meint der Bank-Austria-Chefvolkswirt.

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