Infektionskrankheiten: Impfschutz in Österreich dringend notwendig 

Impfschutz ist notwendig.
Impfschutz ist notwendig. - © APA/Hochmuth
Europa soll gegen tückische Infektionskrankheiten wie Ebola, Mers-CoVirus, Kinderlähmung, Masern etc. krisensicherer gemacht werden. In Mondorf in Luxemburg diskutieren derzeit (bis 29. September) Vertreter aus 17 EU/EEA-Staaten Leitlinien-Entwürfe zur Verhinderung von Polio-, Mers- und Masern-Ausbrüchen. Fazit: Nur breiter Impfschutz in Europa ist das geeignete Gegenmittel.

Bei dem von der EU gesponserten Meeting als “Consensus Workshop” der staatlichen britischen Organisation für Öffentliche Gesundheit (Public Health England) und von Spezialisten der schwedischen Umea-Universität geht es um den Fall des Falles: Das plötzliche Auftreten hoch gefährlicher Infektionskrankheiten mit Erregern, die keine Landesgrenzen kennen.

Oft wären diese Krankheiten durch die Impfung möglichst vieler Personen verhinderbar. Die von manchen Politikern verbreiteten Schreckgespenster, dass Kriegsflüchtlinge und Migranten sie nach Europa “einschleppen” und die “örtliche” Bevölkerung gefährden könnten, entbehren aber jeder Sachlichkeit.

Empfänglichkeit hängt von Immunität ab

“Die Empfänglichkeit gegenüber einer Erkrankung wie der Kinderlähmung hängt von der Immunität, also dem Impfschutz, der Bevölkerung ab. Sie hängt nicht von Migranten ab, unabhängig davon, ob es Flüchtlinge sind oder ob sie per Flugzeug und Erster-Klasse-Ticket aus Pakistan auf dem Flughafen London-Heathrow ankommen”, betonte Dienstag am späten Nachmittag ein britischer Spezialist.

Saulius Caplinskas, litauischer Virologe, Aids-Spezialist und Public Health Spezialist ergänzte: “Das alles ist nicht eine Angelegenheit der Migranten oder Flüchtlinge. Der Schutz ist unsere ureigenste Angelegenheit.” Sei das Impfwesen mangelhaft, mache das erst die Gefahr aus.

Polio-Epidemie vor 100 Jahren ins New York

Die gefürchtete Kinderlähmung ist ein klassisches Beispiel. Robb Butler vom Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte: “Es ist gerade hundert Jahre her, dass es in New York eine katastrophale Polio-Epidemie mit mehr als 6.000 Toten und Tausenden Hospitalisierten gab. Es gab nichts, um die Krankheit zu bekämpfen. Seit 1955 gibt es die Poliio-Impfung.”

Noch 1988 gab es weltweit täglich rund 1.000 neue Fälle schwerster Lähmungen durch die Viruserkrankung. Die Polio grassierte noch in 125 Staaten der Erde. Seither wird um die mögliche Ausrottung der Krankheit gerungen. “Wir sind ziemlich weit gekommen. In den vergangenen zwölf Monaten wurden weltweit 53 Erkrankungen registriert. Doch die Polio hält sich nicht an Staatengrenzen.”

Grenzkontrollen, Abwehrmaßnahmen gegen Flüchtlinge und Migranten – das alles hilft nichts, wenn in der Bevölkerung eines Staates die Immunisierung per Vakzine nicht flächendeckend und über alle Altersgruppen – vom Baby bis zum Senior – klappt. “2010 wurde die Krankheit beispielsweise von Indien nach Tadschikistan mit dort 478 Fällen weiter verbreitet”, sagte Butler. Erkrankungen gab es damals zum Beispiel auch in Russland und in Turkemenistan.

(APA)

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