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Innsbrucker Ärzte kämpfen um Prinz Frisos Leben

Am Sonntagmittag reisten Königin Beatrix und Schwiegertochter Mabel erneut in die Innsbrucker Klinik. Am Sonntagmittag reisten Königin Beatrix und Schwiegertochter Mabel erneut in die Innsbrucker Klinik. - © EPA
von VN/Anton Walser - Lech, Innsbruck – Beatrix’ Sohn in künstlichem Tiefschlaf. Unklar ist, ob Langzeitfolgen bleiben.

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Der Sonntag trug ein Quäntchen Hoffnung in die niederländische Königsfamilie: Die Intensivmediziner der Universitätsklinik Innsbruck bezeichneten den Zustand von Prinz Johan Friso (43) als stabil. Aber er schwebt noch immer in Lebensgefahr. Ob der älteste Sohn von Königin Beatrix aufgrund des Sauerstoffmangels dauerhafte Schäden davontragen wird, soll sich Ende der Woche weisen. Der Prinz war am Freitag gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Gastgeber Florian Moosbrugger (42) im freien Gelände im Bereich Litzen in Richtung Zugertobel von einer Lawine verschüttet worden. Moosbrugger trug einen Lawinenairbag und setzte sofort einen Notruf ab. Johan Friso wurde 20 Minuten später ausgegraben und wiederbelebt. Ein Hubschrauber brachte ihn nach Innsbruck, wo die Ärzte seither um sein Leben kämpfen.

Nur wenig Besuch gestattet

Königin Beatrix und Frisos Gattin Mabel fuhren am Sonntagmittag nach Innsbruck, um dem Prinzen beizustehen. Die Königin und ihre Schwiegertochter passierten das Spalier der Fotografen und Kamerateams ganz in Schwarz gekleidet und ohne Kommentar.

Johan Frisos Brüder Willem-Alexander und Constantijn mit ihren Gattinnen und Kindern waren noch am Freitagabend auf dem kleinen Schweizer Flugplatz St. Gallen-Altenrhein angekommen und direkt zum Arlberg weitergereist. Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Máxima gingen am Sonntag mit ihren Kindern und den beiden Töchtern des Verunglückten skifahren. Wohl vor allem, um die kleinen Gräfinnen Emma Luana (6) und Joanna Zaria (5) abzulenken. Besonders hartnäckigen Journalisten beschied der niederländische Thronfolger, er danke für alle guten Wünsche „und dafür, dass sie uns in Ruhe lassen“.

Sein Bruder Johan­Friso verdankte seine Rettung dem Umstand, dass er einen Lawinen-Piepser am Körper trug. 40 Zentimeter Schnee hatten ihn am Freitag begraben. Dank des Verschüttetensuchgeräts war es offenbar möglich, ihn binnen Minuten zu lokalisieren. Wie beziehungsweise von wem das Schneebrett ausgelöst wurde, ist noch unklar. Bei einer Pressekonferenz zum Unfallhergang erklärte Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, dass im Unglücksbereich noch am Freitagvormittag Lawinensprengungen durchgeführt worden wären, es seien aber keine Schneebretter abgegangen.

Polizei: “Begleiter wird diese Woche befragt”

Inzwischen hat sich auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch eingeschaltet. „Im Laufe dieser Woche wird der Begleiter von Prinz Johan Friso zum Sachverhalt förmlich befragt“, bestätigt Peter Ilko als Sprecher des Landespolizeikommandos, dass die Staatsanwälte „Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen“ eingeleitet haben. Die Frage, ob der Begleiter im Verfahren „als Opfer, Zeuge oder Beschuldigter“ gelte, sei noch offen. „Der Begleiter stand nach dem Unglück unter einem schweren Schock und war nicht vernehmungsfähig“.

Manhart: “Begleiter kann nicht schuld sein”

„Bei Lawinenstufe 4 tut jeder gut daran, auf einer offenen Piste oder Skiroute in gesicherten Bereichen zu bleiben“, meint Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, zum Lawinenunglück von Prinz Johan, den Manhart so wie dessen Begleiter Florian Moosbrugger „als erstklassigen Skifahrer“ bezeichnet. „Falls jemand trotz dieser hohen Warnstufe ohne Skiführer ins freie Gelände fährt, muss er dies auch selbst verantworten. Wenn wie im vorliegenden Fall zwei Freunde den gesicherten Bereich verlassen, so ist jeder für sich selbst verantwortlich. Und wenn einer der beiden in der Folge durch eine Lawine schwer verletzt wird, so kann nicht dem Unverletzten die Schuld dafür geben werden“, schloss Manhart.

“Wir können nur beten und für Friso hoffen”

Im Lecher Paradehotel Post, in dem die Königsfamilie seit fünf Jahrzehnten alljährlich ihren Winterurlaub verbringt, wird der Gesundheitszustand des Prinzen mit besonders großer Sorge verfolgt. Der Grund: Wie sich kurze Zeit nach dem Unglück herausstellte, handelt es sich beim Begleiter von Johan Friso um Hotelchef Florian Moosbrugger.

Moosbrugger wurde dank eines Lawinenairbags nicht unter den Schneemassen begraben und hatte nach der Alarmierung der Bergretter bereits selbst mit der Suche nach dem verschütteten Prinzen begonnen. „Es geht uns nicht gut. Wir können nur beten und hoffen, dass Friso wieder gesund wird“, zeigte sich Seniorchefin Kristl Moosbrugger im Gespräch mit den VN tief betroffen. „Florian und Friso sind bereits seit dem Kindesalter befreundet und gingen als Freunde skifahren“, betonte Moosbrugger, die am gleichen Tag selbst auf Skiern unterwegs war.



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