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Insel der Heiligen, nicht der Eiligen

Les Saintes, ein echtes karibisches Paradies. Les Saintes, ein echtes karibisches Paradies. - © Dietlind Castor
von VN/Dietlind Castor - Les Saintes ist eine Kette neun kleiner Antilleninseln zwischen der Karibik und dem Atlantischen Ozean.

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Die drittschönste Bucht der Welt – dieses Prädikat beanspruchen die Bewohner der Inseln Les Saintes für sich. Hohe langgezogene Bergrücken und kleinere Buckel ragen aus türkisblauem Meer. Große und kleine Jachten dümpeln in den Wellen. Beim Anblick der Kanonen und Festungen an strategisch wichtigen Punkten denkt man unwillkürlich an Seeräuber, Eroberer und Seeschlachten. Doch heute werden die Schiffe nur von Urlaubern geentert. Nach Fahrplan spucken sie täglich Hunderte auf dem Anlegesteg von Terre-de-Haut aus. Auf Terre-de-Haut lebt fast die gesamte Bevölkerung von Les Saintes, einer Kette neun kleiner Antilleninseln zwischen dem Karibischen Meer und dem Atlantischen Ozean. 

Vulkanischer Ursprung
Nur die beiden größeren Inseln Terre-de-Haut und Terre-de-Bas sind bewohnt. Ihre Bergkuppen sind vulkanischen Ursprungs und von Buschwald überzogen. Stellenweise herrscht Halbwüste mit Kakteen; es fallen nicht einmal 1000 Millimeter Niederschläge im Jahr. In Zisternen wird das kostbare Nass aufgefangen.
Wegen des fehlenden Trinkwassers hatten die Kariben die Inseln früher nicht besiedelt. Am 3. November 1493 entdeckte Kolumbus die ausgetrockneten Inselchen. Er taufte sie „Los Santos“ (die Heiligen), weil es um den Festtag Allerheiligen war. Er ließ sie aber „links liegen“. Lange Zeit hatten sie nur strategische Bedeutung, denn ihre Bucht bot Schiffen Sicherheit. Auch Piraten nutzten den Schutz der Hügel. Frankreich und England zankten sich mit wechselseitigem Erfolg heftig um diesen Teil der Karibik.

Seit 1814 bei Frankreich
1782 fand vor Les Saintes, wie die Inseln mittlerweile umbenannt, eine der größten Seeschlachten mit Segelschiffen statt. Für die Franzosen endete sie mit einer großen Niederlage: 1400 Tote, 2000 Verwundete und den Verlust der Vorherrschaft über die Kleinen Antillen. Erst 1814 fiel der Archipel endgültig an Frankreich.
Die Bevölkerung von Terre-de-Haut ist überwiegend weiß, blond und blauäugig. Es sind Einwanderer aus der Normandie, Bretagne und Poitiers. Das allzu trockene Mikroklima und die Enge der Insel hatten den Anbau von Zuckerrohr verhindert.

Nur auf Terre-de-Bas befanden sich im 19. Jahrhundert Plantagen und Sklaven, deren Nachfahren dann Fischer wurden. Fischerei und Tourismus sind die Haupteinnahmequelle der Bewohner. Die „Saintois“ sollen die besten Fischer, sogar die besten Seefahrer und Schiffsbauer der Karibik sein. Ihnen verdankt man die Saintoises, diese bunten Kähne von etwa acht Metern Länge, die an der ganzen Karibikküste bekannt sind.

Die Aussicht vom Kamelrücken
Die schnelle Entwicklung der See- und Luftverbindungen zwischen den Inseln bringt nach Terre-de-Haut täglich an die tausend Touristen, jährlich 350.000. Sie schieben sich durch die wenigen Sträßchen vorbei an den kleinen, pastellfarbigen Häusern mit ihren filigranartigen Zierleisten unter roten Wellblechdächern. Agenturen organisieren einstündige Ausflüge von der nahen „Schmetterlingsinsel“ Guadeloupe zu den Saintes. Ihre Teilnehmer werden in Kleinbussen zum Buckel des Chameau gekarrt.
Dieser sogenannte Kamelrücken ist mit 309 Metern der höchste Punkt. Von hier oben bietet sich die Bucht in ihrer ganzen Schönheit. Eine ungewöhnliche Kopfbedeckung der Fischer auf Les Saintes ist der Salako. Den mit Stoff bezogenen Strohhut brachte der Marinesoldat Charbrier von Vietnam mit. Als Blickfang trägt Luc, der unten im Marktflecken Holzperlen für Armbänder und Ketten aufzieht, das aussterbende Modell. Einige weitere Stände ziehen mit bedruckten T-Shirts und dem üblichen Touristenklimbim Neugierige an. Boutiquen, kleine Restaurants, Fahrrad- und Motorrollerverleihe werben um die Ausflügler.

Wandern, Surfen und Segeln
Die Insel ist mit fahrbarem Untersatz schnell erkundet. Wanderungen entlang der Küste und auf den Chameau sind bei tropischem Klima ziemlich schweißtreibend. Die Basaltorgeln des nahen „Zuckerhuts“ vom Fond de Cur sieht man am besten vom Wasser aus. Katamarane oder Surfbretter kann man sich in der Bucht von Marigot ausleihen. Dort führt das Zentrum UCPA auch Segel- und Surfkurse durch, allerdings in französischer Sprache. Unterkunftsmöglichkeiten bieten sie ebenfalls. Insgesamt 170 Zimmer werden auf den Inseln vermietet.

3030 Einwohner auf zwei der neun „heiligen“ Inseln

Die Iles des Saintes sind eine Inselgruppe des französischen Überseedépartements Guadeloupe. Sie liegen etwa 10 Kilometer südöstlich von Guadeloupe und gehören ebenso zur Inselgruppe der Kleinen Antillen in der Karibik. Sie haben eine Fläche von 13 Quadratkilometern – die 3030 Einwohner verteilen sich auf die Inseln Terre-de-Haut und Terre-de-Bas.

1493

zu Allerheiligen legte Christoph Kolumbus im Naturhafen von Terre-de-Haut an, weshalb die Inseln ihren „heiligen“ Namen bekamen. Um das Eiland wurde aufgrund der strategischen Lage („Gibraltar der Antillen“) zwischen Frankreich und England gestritten – erst 1816 wurde die Inselgruppe definitiv französisch.

Die berühmte Seeschlacht von Les Saintes

Die berühmte Schlacht von Les Saintes war eine Seeschlacht zwischen britischen und französischen Seestreitkräften am 12. April 1782. Es war die letzte Seeschlacht, die in diesem Krieg in amerikanischen Gewässern geschlagen wurde, bevor die Konkurrenten Großbritannien, Frankreich und Spanien im Jänner 1783 einen Friedensvertrag unterzeichneten.

Das Napoleonfort ist ein historischer Schauplatz

Zu den historischen Schauplätzen von Terre-de-Haut gehört die Napoleonfeste. Diese Kaserne wurde auf den Resten des 1809 von den Engländern zerstörten Fort Louis errichtet. Sie war weder Kriegsschauplatz, noch war Napoleon jemals dort. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Gaullistengefängnis.
Auf den Festungsmauern ragen stachlige Kakteen in den verschiedensten Formen auf, als wollten sie dem Kakteengarten von Eze an der Côte d‘Azur Konkurrenz machen. Und der Blick von hier oben auf das weite Meer ist sogar noch beeindruckender als der im französischen Mutterland.

Besondere Kakteenbewohner
Das Besondere sind die Bewohner der teils mannshohen Kakteen. Leguane haben sich darin versteckt, aufgeschreckt vom Tritt der vielen Touristen. Sie sind in ihrem Grün so sehr den Büschen und Bäumen angepasst, dass jedes Foto von ihnen zum Suchbild wird. Erst am Nachmittag können sich die tropischen Echsen ungestört auf den Steinen im Festungshof sonnen.

Auf dem Seeweg von Guadeloupe

Auf dem Seeweg kann man Terre-de-Haut segelnd mit dem Katamaran oder klassisch mit diversen Linienschiffen von den Häfen La Darse Point-a-Pitre und Trois Rivieres auf Guadeloupe erreichen. Die „Antoinette“ fasst 220 Passagiere und braucht von Trois Rivieres auf Guadeloupe etwa 25 Minuten.

REISEINFOS

Anreise: Von Deutschland aus gibt es mehrmals täglich Flüge via Paris nach Guadeloupe und Saint Martin. Mit Air caraibes und anderen regionalen Fluggesellschaften kann man alle Inseln des Archipels problemlos anfliegen. Von Guadeloupe gibt es tägliche Fährverbindungen nach Les Saintes.
Gesundheit: Bei direkter Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Gesundheitswesen entspricht europäischem Standard.
Zeitunterschied: Guadeloupe liegt im Winter fünf, im Sommer sechs Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück.
Weitere Infos: Fremdenverkehrsbüro von Guadeloupe. Bethmannstr. 58, 60311 Frankfurt/Main, Tel. 0+49 69 283315, E-Mail: fva.gouadeloupe@t-online.de, Internet: www.gouadeloupe.de. Office Départemental du Tourisme de Guadeloupe, 5, square de la Banque, F-97181 Point-à-Pitre, Tel. 00590 820930.



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