Insolvenz soll Skigebiet in Gaißau-Hintersee retten

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Das kleine Skigebiet meldete Insolvenz an (Symbolbild).
Das kleine Skigebiet meldete Insolvenz an (Symbolbild). - © Bilderbox
Insolvenz im kleinen Salzburger Skigebiet Gaißau-Hintersee (Tennengau): Die Gaißauer Bergbahn GmbH hat am Freitag beim Landesgericht Salzburg Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. Mit der Entschuldung soll der Betrieb langfristig abgesichert werden, denn der Mehrheitseigentümer hat weitere Investitionen – etwa in eine Beschneiungsanlage – in Aussicht gestellt.


Die Bergbahn hat für die Abwicklung des Sanierungsverfahrens den Insolvenzrechtsexperten Arno Maschke beigezogen. Von der Pleite sind mehr als 70 Gläubiger und 26 Dienstnehmer betroffen, informierte der Anwalt am Freitag in einer Aussendung. Den Schulden von gut 1,1 Millionen Euro stehen Aktiva von 400.000 Euro gegenüber. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten. Damit der Betrieb in diesem Winter bis Ende März möglich ist, hat der chinesische Mehrheitseigentümer J&Y Holding Group Ltd. weiteres Geld ins Unternehmen gepumpt.

Gaißau-Hintersee: Skigebiet kämpft seit mehreren Jahren

Das wegen seiner geringen Entfernung zur Landeshauptstadt beliebte kleine Skigebiet mit neun Liften in der Osterhorngruppe hatte seit Jahren zu kämpfen. Vor allem in den vergangenen drei Wintern gab es zu wenig Naturschnee. So war in der letzten Saison lediglich an 71 Tagen ein Skibetrieb möglich. Und auch diese Saison fiel das Geschäft in den Weihnachtsferien aus – zum vierten Mal in Folge. Zu Jahresanfang war es schließlich ungewiss, ob der Betrieb heuer überhaupt noch aufgenommen wird, weil der Mehrheitseigentümer die Zahlungen eingestellt hatte. Die drei österreichischen Minderheitseigentümer hingen tagelang in der Luft. Am 7. Jänner startete schließlich doch ein Teil der Lifte.

Unternehmen insolvent: Altlasten abbauen

Laut Maschke stand das Unternehmen bereits 2015 de facto wirtschaftlich vor dem “Aus”. Mit dem Einstieg des chinesischen Investors im Frühjahr 2015 mit 75 Prozent gab es eine Kapitalerhöhung. “Leider hat sich herausgestellt, dass trotz der hohen zugeschossenen Beträge die Zukunft des Unternehmens nicht nachhaltig gesichert werden kann”, so der Anwalt.

Deshalb sollen die Altlasten mit dem Sanierungsverfahren abgebaut werden. Damit und mit Restrukturierungsmaßnahmen soll das Skigebiet langfristig abgesichert werden. Dafür kündigte Maschke Investitionen in eine Beschneiungsanlage und in die Lifte an. Der Mehrheitseigentümer werde dazu erneut Geld ins Unternehmen stecken.

(APA)

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