Internationaler Drogenring zerschlagen: Bettlägrige Frau verkaufte Drogen vom Bett aus

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Die Polizei hat einen internationalen Drogenring zerschlagen. Eine der Verdächtigen: Eine bettlägrige Frau.
Die Polizei hat einen internationalen Drogenring zerschlagen. Eine der Verdächtigen: Eine bettlägrige Frau. - © APA
Das Landeskriminalamt Wien hat einen internationalen Suchtgiftring ausgehoben. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, handelten die Täter mit Cannabis. Neben 93 Kilogramm des Rauschmittels wurden Waffen, u.a. eine Pumpgun und eine Skorpion-Maschinenpistole, sichergestellt. Acht Verdächtige wurden ausgeforscht, fünf davon in U-Haft genommen.

Die Polizei hat nach einer Aktion im Vorjahr einem Drogenring zum zweiten Mal einen Schlag versetzt. Im September stellten die Fahnder rund 93 Kilogramm Cannabisprodukte im Straßenverkaufswert von etwa einer Million Euro sicher.

Internationale Polizei-Operation

Bei der Aktion handelte es sich um eine internationale Operation. Die europäische Polizeibehörde Europol koordinierte die Ermittlungen, die neben Österreich Spanien und Frankreich umfassten. Die Gruppe war bereits im Vorjahr im Visier der Drogenfahnder gestanden. Damals waren bereits 47 Kilogramm Cannabisprodukte beschlagnahmt worden.

Drogen, Geld und Waffen auf einem Bild der Polizei die bei der Aushebung eines Suchtgiftringes in Wien sichergestellt wurden./APA/ROLAND SCHLAGER Drogen, Geld und Waffen auf einem Bild der Polizei die bei der Aushebung eines Suchtgiftringes in Wien sichergestellt wurden./APA/ROLAND SCHLAGER ©

Gruppe organisiert sich neu

Die Ermittler bekamen jedoch bald danach mit, dass der Ring im Geschäft blieb. “Die Tätergruppierung hat sich neu organisiert”, sagte Winkler. Im März wurden die Ermittlungen neu aufgenommen. Das Suchtgift kam aus Marokko in Spanien nach Europa, von wo es weiter verteilt wurde. Die österreichische Gruppierung bezog sowohl Harz als auch Cannabiskraut. Deshalb gehen die Ermittler davon aus, dass ein Teil der Drogen über die Niederlande ins Land kam.

Zugriff bereits Mitte September

Am 11. September schlugen die Suchtgiftfahnder erneut zu. Bei elf Hausdurchsuchungen wurde das Cannabis sichergestellt, laut Winkler zumindest eine der größten Mengen, die im heurigen Jahr in Österreich sichergestellt wurden. Dazu kamen eine Pumpgun und eine Maschinenpistole des Typs “Skorpion” sowie ein Taser. Fünf Verdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen.

“Österreich-Geschäftsführer”

Als Hauptverdächtiger gilt ein 49-Jähriger, den Winkler als mutmaßlichen “zweiten Österreich-Geschäftsführer” bezeichnete – den “Österreich-Geschäftsführer” erwischten die Fahnder im Vorjahr – und der der Polizei schon seit längerem bekannt ist. Die anderen vier sind mutmaßliche Subdealer, die das Suchtgift im Wiener Raum unter die Konsumenten brachte. Bei ihnen handelt es sich um 56, 51 und 22 Jahre alte Männer sowie um eine 32-jährige Frau. Nur der jüngste der Gruppe ist bisher nicht bei Amtshandlungen aufgefallen. Weitere drei Verdächtige blieben auf freiem Fuß, da ihr Tatbeitrag als geringer eingestuft wurde.

 

Auch eine Pumpgun und eine Skorpion-Maschinenpistole wurden sichergestellt./APA/ROLAND SCHLAGER Auch eine Pumpgun und eine Skorpion-Maschinenpistole wurden sichergestellt./APA/ROLAND SCHLAGER ©

 

Bettlägerige Frau als Verdächtige

Der Hauptbunker für die Drogen war eine Wohnung am Sonnenweg in Penzing. Bei den Ermittlungen stießen die Fahnder auch auf eine Frau Mitte 50 in Währing, die pflegebedürftig und bettlägerig war. Sie betrieb den Drogenverkauf dementsprechend auch vom Bett aus. Die Kunden hatten den Code zu einem Schlüsselsafe beim Eingang zur Wohnung und kamen so zu ihrer Dealerin. Die Frau hatte das Cannabis neben einer ganzen Batterie von Medikamenten in Gefrierbeuteln neben sich liegen, ebenso das Geld. Sie finanzierte ihre umfangreichen Therapien mit den Drogenverkäufen. Unsicherheitsgefühl gab es dabei offenbar nicht, Schutz gab es für sie keinen.

Seriennummer auf Waffen entfernt

Die Ermittlungen sind laut Winkler noch nicht abgeschlossen. Unter anderem untersuchten die Fahnder noch, wozu die Gruppe die Waffen benötigte. Die Herkunft des Geräts ist unklar, die Seriennummern wurden entfernt. Ebenso galt es noch zahlreiche sichergestellte Spuren auszuwerten. Unter anderem erhofft sich die Polizei dadurch Erkenntnisse zu der Frage, wie das Suchtgift ins Land gebracht wurde.

Die Verdächtigen gaben sich bei den Einvernahmen, nicht zuletzt auf Anraten ihres Strafverteidigers, sehr schweigsam und kündigten an, sich erst äußern zu wollen, wenn die Polizei ihre Ermittlungsergebnisse vorlege. Winkler betonte, dass die Gruppe nach den Erkenntnissen vermutlich seit Jahren im Geschäft ist. Als gesichert gelten die Aktivitäten zumindest für die vergangenen beiden Jahre. (APA)

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