Intimchirurgie

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Intimchirurgie wird immer populärer.
Intimchirurgie wird immer populärer. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Schönheitsoperationen sind mittlerweile alltäglich geworden und sorgen nur noch selten für Aufsehen und erhitzte Gemüter. Einen Sonderfall stellt hingegen die Intimchirurgie dar, die immer noch wie ein Tabuthema behandelt wird, obgleich der Bedarf an ihr stark im Steigen begriffen ist. Insbesondere seitdem die Intimrasur nicht mehr länger als Trend, sondern geradezu als Verpflichtung gilt, wollen Frauen auch untenrum so attraktiv wie möglich sein und sind dafür auch bereit, „sich unters Messer zu legen“. 


Sehr groß ist das Interesse an Schamlippenverkürzungen und an Vaginalstraffungen. Gemäß der vorherrschenden Schönheitsvorstellung sollten die inneren Schamlippen nicht länger als die äußeren Schamlippen und folglich von diesen bedeckt sein. Wenn die äußeren Schamlippen zusätzlich schön straff sind, dann wird von einem perfekten Aussehen gesprochen.

Dass diesbezüglich ein Ideal als für alle Frauen verbindlich ausgegeben wird, provoziert Widerstand. Zum einen wird beklagt, dass es einen Rückschritt auf dem Weg zur vollständigen Emanzipation der Frauen gleichkommt, wenn diese sich plötzlich nicht mehr schön finden dürfen und sich einem Modediktat unterwerfen müssen. Zum anderen wird auf die mit den Eingriffen verbundenen Risiken hingewiesen.

Die Befürworter leugnen keineswegs die Möglichkeit von Komplikationen bei und von Beschwerden nach Operationen. Überdies ist nicht abzustreiten, dass einige Ärzte ihren Patientinnen zwar viel versprechen, aber kaum in der Lage sind, diese Versprechen einzulösen. Die meisten Plastischen Chirurgen arbeiten jedoch genauso sorgfältig wie ihre Kollegen in anderen medizinischen Spezialgebieten.

Außerdem argumentieren Befürworter damit, dass es das Recht aller selbstbestimmten Frauen sei, sich um ein Aussehen zu bemühen, welches ihr Selbstwertgefühl und ihr Wohlbefindens fördert. Was für Wege sie dabei beschreiten, ist ihre Privatangelegenheit. Zudem sind es nicht immer ästhetische Motive, die den Anstoß zu einem operativen Eingriff geben.

Dr. Jörg Dabernig, Facharzt für Plastische Chirurgie mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Intimchirurgie, berichtet, dass auffallend viele junge Frauen ihre Schamlippen nicht als schön genug empfinden und ihn deshalb aufsuchen. Andererseits ist auch der Anteil jener Frauen, die eine Schamlippenkorrektur vornehmen lassen, weil sie bei manchen Sportarten und beim Sex Beschwerden haben, nicht gering.

Laut Dr. Dabernig gibt es noch eine dritte Gruppe, deren Größe allmählich zunimmt. Es handelt sich um Frauen, die als Folge von Schwangerschaften oder aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters darunter leiden, dass ihre Vagina zu stark gedehnt und somit ihr Intimleben beeinträchtigt ist. In diesen Fällen wird eine Straffung bzw. Verengung der Vagina durch Entfernung gedehnten Gewebes und Unterfütterung mit Eigenfett vorgenommen.

Die Vaginalkorrektur nutzt Operationsmethoden, die jeder Chirurg im Studium erlernt. Die steigende Nachfrage fördert die Routine. Trotz der als sicher geltenden OPs gibt es auch hier Risiken und es kommt zu Komplikationen. Kurz nach dem Eingriff können starke Blutungen auftreten, Wundheilungsstörungen und Infektionen sind möglich.

 

Entgeltliche Kooperation mit dem Haus der Schönheit Salzburg.

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