Iraker in Innsbruck zu 2,5 Jahren Haft verurteilt

Akt.:
2Kommentare
Der Iraker soll Versorgungslieferungen durchgeführt haben
Der Iraker soll Versorgungslieferungen durchgeführt haben - © APA
Ein 21-jähriger Iraker hat sich am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen des Verbrechens der terroristischen Vereinigung verantworten müssen. Laut Anklage soll der Asylwerber unter anderem im Zuge von Kämpfen rund um die Stadt Tikrit Versorgungslieferungen für die schiitische angebliche Terrormiliz “Asa’ib al-Haqq” durchgeführt haben. Der 21-Jährige bekannte sich vor Gericht nicht schuldig.

Er habe nur einmal Essen geliefert, dabei habe es sich um eine andere Milizeinheit gehandelt, so der Mann, der im Juni 2015 nach Österreich kam. “Asa’ib al-Haqq” habe er nie angehört, die Miliz habe zudem in der Gegend gar nicht operiert. Sein Verteidiger betonte, sein Mandant sei nie in Kampfhandlungen involviert gewesen. “Er hat nur Lebensmittel von A nach B gebracht”, so der Anwalt.

Iraker meldete sich zum Kampf gegen den IS

Der 21-Jährige sei Mitglied einer vom souveränen Staat Irak rekrutierten Miliz gewesen, die nur auf dem irakischen Staatsgebiet gekämpft habe, erklärte der Verteidiger. Der Irak habe zum Kampf gegen den “Islamischen Staat” (IS) aufgerufen. Dabei seien auch Milizen zu Hilfe gerufen worden. Der Angeklagte habe sich daraufhin freiwillig gemeldet, dies sei im Jänner 2015 der Fall gewesen.

Vorwurf: Terrormiliz mit Versorgungslieferungen unterstützt

Die Anklage warf dem Mann hingegen vor, seit 2014 bis Frühjahr 2015 die angebliche Terrormiliz mit Versorgungslieferungen unterstützt zu haben. Nun gelte es für das Schöffengericht zu klären, ob Versorgungslieferungen zur Förderung einer terroristischen Organisation beitragen würden und was überhaupt als terroristisch einzustufen sei und was nicht. Dies sei allerdings schwer, schließlich seien die “Frontlinien nicht klar zu erkennen”.

Zu 2,5 Jahren Haft verurteilt

Der 21-jähriger Iraker ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen des Verbrechens der terroristischen Vereinigung zu 2,5 Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Iraker: Nicht schuldig

Der 21-Jährige hatte sich in der Verhandlung nicht schuldig bekannt. Er habe der Terrormiliz nicht angehört, sondern lediglich deren Dachorganisation, so seine Verantwortung.
Es gebe “starke Indizien”, dass der Mann entgegen seinen Angaben vor Gericht tatsächlich Mitglied der schiitischen Terrormiliz “Asa’ib al-Haqq” war, erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Als Milderungsgründe wurden vom Schöffengericht das Alter sowie seine bisherige Unbescholtenheit gewertet.

(APA)

Leserreporter
Feedback


2Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel