Iran will trotz Trump am Atomabkommen festhalten

Akt.:
Rouhani glaubt nicht an ein Kippen des Abkommens
Rouhani glaubt nicht an ein Kippen des Abkommens - © APA (IRANIAN PRESIDENCY)
Der iranische Präsident Hassan Rouhani will auch unter einem US-Präsidenten Donald Trump am Atomabkommen mit dem Westen festhalten. “Wir werden unseren Teil der Verpflichtungen auch weiterhin erfüllen”, sagte Rouhani am Mittwoch. Er bezweifelte zugleich, dass Trump seine Ankündigung aus dem Wahlkampf wahr macht und das Wiener Abkommen von 2015 kippt.

Trump hatte während des Wahlkampfes den Atomvertrag als katastrophal bezeichnet und Nachverhandlungen angedroht. Allerdings dürfte Trump Gegenwind von anderen Vertragsparteien wie dem Iran, Russland, China und der Europäischen Union bekommen, aber möglicherweise auch aus den eigenen Sicherheitskreisen.

“Die Welt ist weder in den Händen einer bestimmten Person noch einer bestimmten Partei”, sagte Rouhani weiter. Seiner Einschätzung nach würden alle radikalen politischen Bewegungen früher oder später von der Realität eingeholt. Rouhani warnte zugleich, dass die USA gut daran täten, den Iran, das iranische Volk und insbesondere die Streitkräfte des Landes nicht zu provozieren.

Auch Deutschland als einer der Unterzeichnerstaaten will am Atomdeal festhalten. Deutschland habe großes Interesse daran, dass die Vereinbarung Bestand habe, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Die deutsche Bundesregierung werde deshalb versuchen, auch die neue US-Regierung unter dem Präsidenten Trump davon zu überzeugen.

Schäfer sagte, die zum Jahresanfang in Kraft getretene Vereinbarung habe sich bewährt und könne aus heutiger Sicht als “politischer Erfolg” gewertet werden. Die Regierung in Teheran halte sich an die eingegangenen Verpflichtungen. Es sei wichtig sicherzustellen, “dass der Iran eine Atombombe nicht in die Finger bekommen kann”. Nach Inkrafttreten des Abkommens haben Europa und die USA die Sanktionen gegen den Iran teilweise aufgenommen. Vor allem auch die deutsche Wirtschaft hofft nun auf milliardenschwere Aufträge.

(APA/dpa/ag.)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen