IS-Kämpfer in Kobane wieder auf dem Vormarsch

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Hin und Her zwischen IS-Kämpfern und Kurden
Hin und Her zwischen IS-Kämpfern und Kurden
In der nordsyrischen Kurden-Stadt Kobane sind nach Angaben von Aktivisten die Kämpfer des IS wieder auf dem Vormarsch. Die IS-Miliz habe ihre Kontrolle über den Norden und das Zentrum der Stadt ausgeweitet, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zuvor hatte es auch geheißen, der IS habe einen rund drei Kilometer langen Korridor westlich der Stadt eingenommen.


Nach Zeugenberichten toben seit Mittwoch intensive Gefechte in der Stadt an der Grenze zur Türkei. Bis zum Donnerstag in der Früh seien unablässig Schüsse aus Schnellfeuergewehren und Granatexplosionen zu hören gewesen. Der Beobachtungsstelle zufolge gelang es den IS-Kämpfern auch, mehrere Dörfer im Westen von Kobane einzunehmen. Indes wurde die Stadt weiter von Kampfflugzeugen des US-geführten Bündnisses gegen den IS überflogen.

Die Beobachtungsstelle bezifferte die Zahl der seit Beginn der Luftangriffe vor einem Monat getöteten Menschen auf 553, darunter seien mit 464 Toten überwiegend IS-Kämpfer. 57 Tote gehörten der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front an, 32 seien Zivilisten gewesen. Die Angaben der Beobachtungsstelle stützen sich auf ein Netz von Informanten und sind von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte indes Verstärkung für die Kurden-Kämpfer aus dem Irak an. Die Kämpfer in Kobane sollen laut Erdogan Unterstützung von 200 irakischen Kurden-Kämpfern, sogenannten Peschmerga, erhalten. So viele Kämpfer hätten die Behörden der irakischen Kurdenregion zur Einreise über die türkische Grenze nach Kobane angekündigt, sagte Erdogan am Donnerstag bei einem Staatsbesuch in Lettland. Ankara und die irakische Kurdenregierung in Erbil unterhalten gute Beziehungen.

Die Vereinten Nationen fordern indes zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung im Irak 2,2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Insgesamt seien 5,2 Millionen Iraker infolge des blutigen Konflikts auf Hilfe angewiesen, sagte der UNO-Hilfskoordinator für den Irak, Neill Wright, am Donnerstag in Bagdad.

Demnach brauchen im Irak 1,8 Millionen Binnenvertriebene, 1,5 Millionen Menschen in den Gemeinden, in denen die Flüchtlinge untergekommen sind, sowie 1,7 Millionen Menschen außerhalb des von der Regierung kontrollierten Gebiets Hilfe.

Nach UNO-Schätzungen benötigen 2,8 Millionen Iraker Lebensmittel, während rund 800.000 Menschen dringend Unterkünfte brauchen. Ein Großteil der Menschen, die dieses Jahr vor der Gewalt geflohen sind, haben in der relativen Sicherheit der Autonomen Kurdengebiete im Nordirak Zuflucht gefunden. In der bergigen Gegend fallen die Temperaturen im Winter deutlich unter Null.

Zu den irakischen Binnenvertriebenen kommen rund 200.000 Flüchtlinge aus Syrien hinzu. Frühere Hilfsappelle für Syrien und den Irak wurden nur zum Teil erfüllt. Für die Versorgung der syrischen Binnenflüchtlinge etwa sind bisher nur 38 Prozent der von der UNO geforderten Mittel eingegangen, bei den syrischen Flüchtlingen in den Nachbarländern sind es 52 Prozent.

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