IS-Vorgehen gegen Yeziden könnte Völkermord sein

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Islamisten wollen sie vernichten
Islamisten wollen sie vernichten
Das Vorgehen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) gegen die irakische Volksgruppe der Yeziden könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen als versuchter Völkermord gewertet werden. Dafür sprächen einige Fakten, sagte der für Menschenrechte zuständige UN-Diplomat Ivan Simonovic am Dienstag in New York nach einer Reise in das Land.


Die Islamisten wollten die religiöse Gruppe vernichten: Die Yeziden müssten entweder zum Islam übertreten oder würden getötet, sagte Simonovic. Der IS betrachtet die Yeziden als Teufelsanbeter. Tausende Angehörige der Minderheit sind erschossen, lebendig begraben oder als Sklavinnen verkauft worden.

US-Präsident Barack Obama hatte im August Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak angeordnet, um nach seinen Aussagen einen bevorstehenden Völkermord zu verhindern. Seit dieser Woche sind erneut Tausende Yeziden in Bedrängnis, weil der IS in der Nähe des Höhenzuges Sinjar im Nordirak gegen sie vorrückt. Die Minderheit bat deswegen die USA erneut um Hilfe.

Drei minderjährige Mädchen aus den USA, die sich in Syrien offenbar der IS anschließen wollten, wurden am Frankfurter Flughafen gestoppt. Sie seien zurück nach Denver im US-Staat Colorado zu ihren Eltern gebracht worden, so eine FBI-Sprecherin.

Laut Berichten von US-Medien handelt es sich um zwei Geschwister im Alter von 15 und 17 Jahren sowie eine 16-Jährige aus einer weiteren Familie. Zwei von ihnen hatten den Berichten zufolge vorgetäuscht, krank zu sein, seien nicht zur Schule gegangen und hätten dann 2.000 Dollar von ihren Eltern genommen und sich abgesetzt. Diese alarmierten die Polizei, als sie merkten, dass Geld und Pässe fehlten. Ob die drei beim IS eine Kontaktperson haben, blieb zunächst unklar. Eine Anklage auf US-Bundesebene scheint unwahrscheinlich.

IS-Kämpfer präsentierten unterdessen deutsche Handgranaten älterer Bauart. Auf einem im Internet hochgeladenen Video packen Extremisten Granaten aus, deren Behälter die Aufschrift “DM41” tragen – die Typbezeichnung eines älteren deutschen Fabrikats. Unklar ist, aus welchen Beständen die Waffen stammen und wie sie den Weg nach Syrien gefunden haben.

US-Kampfflugzeuge setzten indes ihre Luftangriffe nahe Kobane fort. Seit Montag seien vier Angriffe geflogen worden. Dabei seien eine “große IS-Einheit” sowie weitere Stellungen der Milizen und ein von ihnen besetztes Gebäude zerstört worden, teilte das US-Zentralkommando mit. Im Irak zerstörten demnach Kampfflieger eine IS-Stellung nahe einer Ölraffinerie sowie südöstlich des Mossul-Staudamms. Auch Verbündete hätten Angriffe auf IS-Milizen im Irak geflogen. Alle Flugzeuge seien sicher zurückgekehrt.  

Der IS hatte zuvor seinen Ansturm auf Kobane forciert. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden neue Einheiten der radikalen Islamisten aus den vom IS kontrollierten syrischen Städten Al-Raqqa und Jarabulus abgezogen. Auf kurdischer Seite waren nach Angaben der türkischen Regierung bis Dienstagabend noch keine verbündeten Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak eingetroffen. Die Türkei hatte am Montag kurdischen Kämpfern aus dem Irak eine Einreiseerlaubnis nach Kobane erteilt.

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