IS-Vormarsch in Kobane stockt offenbar

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Die Kämpfe um die Grenzstadt halten an
Die Kämpfe um die Grenzstadt halten an
Die Geländegewinne der Jihadisten in der umkämpften nordsyrischen Grenzstadt Kobane scheinen vorerst gestoppt. Das, obwohl die IS weiter Kämpfer in die Region schickt.

Der “Islamische Staat” kontrolliere nach wie vor etwa 40 Prozent der Kurdenhochburg, sei seit der Eroberung des Hauptquartiers der kurdischen Milizen aber “nicht weiter vorgerückt”, teilte die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit.

IS holt Verstärkung

Um die Schlacht für sich zu entscheiden, habe der IS weitere Kämpfer aus den Provinzen Raqqa und Aleppo abgezogen und nach Kobane beordert. Inzwischen würden selbst Männer ohne viel Kampferfahrung in die Grenzstadt geschickt, sagte Abdel Rahman, der Leiter der Beobachtungsstelle. Unabhängig überprüft werden können die Angaben nicht.

USA sind optimistisch

Im Kampf um Kobane zeigte sich die US-Regierung erstmals vorsichtig optimistisch. “Tatsächlich gibt es da einige Fortschritte”, sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Der Kampf zur Zerstörung der Terrormiliz werde aber lang und schwer sein und die Lage sei weiterhin “gefährlich”, fügte er hinzu.

Erbitterte Kämpfe

Die erbitterten Kämpfe zwischen Kurden und Jihadisten dauerten am Sonntag an. Augenzeugen berichteten von der türkischen Grenze aus von massiven Rauchsäulen, die nach einem Luftschlag über der Stadt aufstiegen. Erst am Samstag hatte die Kurdenmiliz YPG verstärkte Luftangriffe des Bündnisses gefordert. “Die jüngsten Luftangriffe waren sehr hilfreich”, erklärte ein YPG-Sprecher am Sonntag. Dabei seien einige IS-Stellungen getroffen worden. Die kurdischen Kämpfer hätten ihre Positionen halten können und versuchten, die sunnitischen Extremisten zurückzudrängen.

Türkei greift nicht ein

Medienberichten zufolge würden sich die USA ein Eingreifen türkischer Bodentruppen zum Schutz von Kobane wünschen. Türkische Panzerverbände stehen an der Grenze in Sicht- und Schussweite der Kurdenstadt. Die Regierung in Ankara hat aber klargemacht, dass sie im Alleingang keine potenziell verlustreiche Bodenoffensive gegen den IS beginnen will.

Die Türkei lehnt außerdem Forderungen nach einem Hilfskorridor nach Kobane ab. Einen solchen Zugang einzurichten, über den von der Türkei aus Waffen und Kämpfer zur Unterstützung der Kurden in die Stadt gelangen könnten, bezeichnete Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Sonntag als unrealistisch.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte unterdessen sich zutiefst besorgt über die Lage der Menschen in Kobane. Er rufe alle Parteien auf, “sich zu erheben, um ein Massaker an den Zivilisten in Kobane zu verhindern”, erklärte Ban am Sonntag am Rande der Konferenz zum Wiederaufbau des Gazastreifens in Kairo. Angesichts der Angriffe des IS seien “tausende Leben in Gefahr”.

Zuvor hatte bereits der UNO-Syrien-Sondergesandte Staffan de Mistura vor einem Massaker gewarnt, sollte Kobane fallen. Nach seinen Schätzungen befanden sich noch bis zu 700 Zivilisten im Zentrum von Kobane, insgesamt sollen sich etwa 12.000 Zivilisten in und um die Stadt herum aufhalten. Bisher flohen etwa 180.000 Syrer wegen der Schlacht um Kobane in die Türkei. (APA)

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